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Qualifizierung und Beschäftigungsförderung Jugendlicher in MENA

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Offener Regionalfonds Qualifizierung und Beschäftigungsförderung Jugendlicher in MENA
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ägypten, Tunesien
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2014

Ausgangssituation

In Tunesien wie in Ägypten erwies sich die wirtschaftliche Perspektivlosigkeit vieler Jugendlicher als eine wesentliche Ursache für den Sturz der Regierungen Ben Ali und Mubarak.

Bei anhaltendem Bevölkerungswachstum steigt die Jugendarbeitslosigkeit in beiden Ländern so wie in der gesamten MENA-Region. Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) lag 2010 in Nordafrika die Arbeitslosenquote unter Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren bei 25 Prozent, in Tunesien bei etwa 30 Prozent. In Ägypten waren im Mai 2009 91,5 Prozent der Arbeitslosen zwischen 15 und 30 Jahre alt.

Frauen sind weitaus stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Männer. So beträgt in Ägypten die Arbeitslosenquote der Männer in dieser Altersgruppe 19 Prozent, während sie für Frauen mit 40 Prozent mehr als doppelt so hoch ist.

Ziel

Arbeitsmarktrelevant ausgebildete Jugendliche haben ihr Potenzial erhöht, selbstständig oder abhängig beschäftigt Einkommen zu erwirtschaften.

Vorgehensweise

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) initiiert, finanziert, fördert und implementiert die GIZ über einen Offenen Regionalfonds beschäftigungsrelevante Kooperationsansätze. Dazu gehören:

  • Zusammenarbeit mit Kammern, Unternehmer- und Branchenverbänden, Arbeitsvermittlungsstellen bei der Planung und Umsetzung der durchgeführten Qualifizierungs- und Beschäftigungsfördermaßnahmen
  • Berufsspezifische und praxisorientierte Weiterbildungen und Trainings für arbeitslose Jugendliche
  • Verbesserung der Vermittlungsangebote durch Förderung und Begleitung von Arbeitsvermittlungsstrukturen, etwa durch Jobbörsen
  • Berufsorientierung für Schüler und deren Eltern

Mit unterschiedlichen Partnern aus Ministerien, kommunalen Institutionen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Verbänden und vor allem mit der Privatwirtschaft werden gemeinsame Lösungen erarbeitet und umgesetzt. Anschließend können sie von den Partnern auf breiter Basis eigenständig fortgeführt werden.

Gemeinsam mit der Außenhandelskammer (AHK) Tunesien entwickelt die GIZ beispielsweise bedarfs- und beschäftigungsorientierte Kurzzeitkurse für Berufsschulabsolventen, die sie dann auch durchführt.

Für die zu besetzenden Stellen werden die Qualifikationen erhoben, die die Jugendlichen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorweisen können. Mithilfe dieser Informationen werden dann Zusatzqualifizierungen entwickelt und durchgeführt, die diese Lücke überbrücken können und eine höhere Beschäftigungsfähigkeit ermöglichen. Damit wird auf den kurzfristigen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften eingegangen.

Durch den Aufbau eines Ausbildungsverbundes mehrerer Unternehmen können Berufsschulabsolventen vertieft praktische Erfahrungen sammeln. Rund 30 Firmen, die in ähnlichen Tätigkeiten ausbilden, werden motiviert und aktiv dabei unterstützt, sich zu Clustern zusammenzuschließen. In diesen Clustern werden gemeinsame Fortbildungsmaßnahmen geplant, in denen die Auszubildenden mehrere Stationen durchlaufen. Nach dreimonatigen Fortbildungsmaßnahmen werden die Jugendlichen über Jobbörsen bei der Arbeitssuche gefördert.

Tunesien. Angestellter einer Druckerei vor einer Druckerpresse. © GIZ

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