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Umweltschutz

Von Erosion bedrohte landwirtschaftliche Flächen im Nordwesten Tunesiens. © GTZ 2004.

Die deutsch-tunesische Kooperation im Umweltbereich kann bereits auf eine über 25-jährige Geschichte zurückblicken. Sie ist damit älter als der Barcelona-Prozess für eine euro-mediterrane Partnerschaft und ein Erfolgsbeispiel in der Nord-Süd-Zusammenarbeit.

Tunesien steht noch immer vor großen Herausforderungen. Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung nehmen die Umweltbelastung und der Verbrauch der natürlichen Ressourcen zu. Fortschreitende Wüstenbildung, ressourcenintensive Produktion in Betrieben, die Zunahme der täglichen Abfallproduktion und eine vor allem im ländlichen Raum ungeregelte Sammlung und Entsorgung von Abfällen stellen immer größere Probleme dar.

Einerseits ist die tunesische Regierung mit steigender Verantwortung konfrontiert, andererseits muss der Staat zur eigenen Entlastung bestimmte Umweltaufgaben abgeben oder deren Wahrnehmung neu organisieren. Darüber hinaus gibt es durch das Assoziierungsabkommen für eine euro-mediterrane Freihandelszone auch im Umweltbereich die Notwendigkeit, Normen und Qualitätsstandards anzupassen und Güter mit anerkannten Umweltzeichen (ecolabel) zu versehen.

Ziel des Engagements der GTZ, im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), ist es, die mit der wirtschaftlichen Entwicklung Tunesiens einhergehende Umweltgefährdung zu verringern. Zukünftig sollen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft die Umwelt stärker berücksichtigen: Das Thema Umwelt soll den Stellenwert erhalten, der ihm zusteht.

Die GTZ berät die tunesische Regierung auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene. Die Umsetzung internationaler Umweltkonventionen sowie die Verbesserung der Umweltkontrolle werden unterstützt, ökoeffiziente Produktion werden gefördert und die regionalen Umweltstrukturen gestärkt, um die Umweltbelastungen zu verringern. Der Privatsektor soll stärker eingebunden werden.

Sammelstelle von Plastikabfällen in Béjà. © GTZ 2004.

Die Abfallsammlung, der Betrieb von Mülldeponien, von Recycling-Centern oder von Kläranlagen könnten beispielsweise auf private Anbieter übertragen werden. Weitere Potenziale liegen in der Dezentralisierung von Umweltaufgaben. Eine wirksame Umweltüberwachung und -kontrolle kann nicht von der Hauptstadt Tunis aus erfolgen. Vielmehr müssen die regionalen Umweltstrukturen gestärkt, die Zusammenarbeit mit den Gebietskörperschaften verbessert und Verantwortung delegiert werden.

Die GTZ arbeitet gemeinsam mit den tunesischen Partnern daran, diese Probleme zu lösen und kooperiert dabei mit anderen Geberorganisationen. Diese Kooperation reicht von konzertierter Koordination der jeweiligen Aktivitäten bis hin zu gemeinsamer Finanzierung und Durchführung von Maßnahmen. Partner der GTZ sind hierbei die KfW Entwicklungsbank, InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH, die Außenhandelskammer (AHK Tunis) sowie internationale Organisationen, wie das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), die spanische Entwicklungsagentur (Agencia Española de Cooperación Internacional para el Desarrollo – AECID), der globale Finanzierungsmechanismus (GM) zur Wüstenbekämpfung und die Europäische Union.


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