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Umwelt und Klimawandel

Auch in Marokko werden Wertstoffe aus dem Hausmüll gewonnen; Müllsammler auf der Deponie von Tanger.

„Marokko, das sich wie jedes andere Entwicklungsland großen und dringlichen Herausforderungen gegenüber sieht, ist sich der Notwendigkeit voll bewusst, die Umwelt zu schützen und den ökologischen Erfordernissen gerecht zu werden.“ (Seine Majestät, König Mohammed VI anlässlich des Festes der Thronbesteigung. Rabat, den 30. Juli 2009).

Zahlreiche Umweltbelastungen behindern Marokko auf seinem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung. Abwässer fließen ungeklärt in Flüsse und Meer. Sie verschmutzen die Küsten und bedrohen die Grundwasserversorgung. Die unkontrollierte Entsorgung von Industrieabfällen gefährdet die Gesundheit der Menschen in den städtischen Ballungszentren. Die Intensivierung der Landwirtschaft und die nicht nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen tragen zur Wüstenbildung bei. Jährlich gehen etwa 30.000 Hektar Wald verloren. Hinzu kommen die Auswirkungen des Klimawandels, die bereits heute zu spüren sind. Dürren und Überschwemmungen verschärfen die Armut der Bevölkerung in den ländlichen Regionen. Die Biodiversität Marokkos – nach der Türkei die größte im Mittelmeerraum – ist gefährdet.

Durch Industrialisierung und Verstädterung ist die Nachfrage nach Energie in den vergangenen Jahren um durchschnittlich acht Prozent gewachsen. Marokko ist nahezu vollständig vom Import fossiler Energieträger abhängig. Angesichts schwankender, tendenziell steigender Preise auf dem Weltmarkt bedeutet dies eine enorme ökonomische Herausforderung. Dabei verfügt Marokko mit Sonne und Wind über ein hervorragendes Potenzial für erneuerbare Energien. Sie könnten nicht nur für den einheimischen Markt, sondern auch für den Export genutzt werden. Damit eröffnen sich dem Land neue Entwicklungschancen.
Für die künftige Entwicklung Marokkos ist entscheidend, Umweltschäden möglichst umfassend zu reduzieren und mit den vorhandenen natürlichen Ressourcen so umzugehen, dass sie nachhaltig nutzbar bleiben.

Im Rahmen internationaler Konventionen hat Marokko in den vergangenen Jahren zukunftsweisende Strategien zur Lösung der Umweltprobleme erarbeitet. Gegenwärtig konzentriert sich das Land darauf, diese Politiken und Programme zu konkretisieren, aufeinander abzustimmen und umzusetzen. Institutionen müssen weiterentwickelt, Fachkompetenz der Akteure gestärkt und die Zivilgesellschaft stärker in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Investitionen in umwelt- und klimarelevante Technologien sollen gefördert werden. Vor allem in der Klimapolitik und beim Thema erneuerbare Energien müssen wichtige konzeptionelle Schritte gemacht werden.

Durch die langjährige deutsch-marokkanische Zusammenarbeit im Umweltbereich und aufgrund seiner Vorreiterrolle bei innovativen Technologien nimmt Deutschland unter den Entwicklungspartnern Marokkos eine besondere Stellung ein.

Die GTZ unterstützt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ihre Partner in Marokko beim Aufbau eines umwelt- und klimafreundlichen Entwicklungsmodells besonders in drei Bereichen:

  • Unterstützung der Umwelt- und Klimapolitik sowie Verbesserung der Abfallwirtschaft und des industriellen Umweltschutzes
  • Unterstützung der Anpassung an durch den Klimawandel und -risiken veränderte Umweltbedingungen
  • Förderung des Ausbaus erneuerbarer Energien und Erhöhung der Energieeffizienz

Neben drei laufenden Vorhaben auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene wird ein weiteres Vorhaben zur Anpassung an den Klimawandel vorbereitet.


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