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Reform und Entwicklung des Wassersektors

Kind beim Wasserholen in Hajjah. © GTZ 2004.

Der Jemen befindet sich in einer akuten Wasserkrise. Die Wasserressourcen werden massiv übernutzt. Die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie das Management der Wasserressourcen sind in zahlreichen Regionen völlig unzureichend. Die zuständigen staatlichen Sektororganisationen sowie die Wasserver- und Abwasserentsorgungsbetriebe verfügen häufig nicht über die notwendigen institutionellen Rahmenbedingungen sowie nur eingeschränkt über das notwendige Management- und fachliche Know-How, um den vielfältigen Herausforderungen begegnen zu können.

Ziel der deutsch-jemenitischen Zusammenarbeit ist es, einerseits ein integriertes Wasserressourcen-Management in mehreren Landesteilen zu fördern und andererseits durch Investitionen und Institutionenförderung die Wasserver- und Entsorgung vor allem der städtischen Bevölkerung zu verbessern.

Obwohl Jemen zu den wasserärmsten Ländern weltweit gehört, werden die noch vorhandenen, oft fossilen Wasserressourcen völlig unkontrolliert genutzt. Etwa 90 Prozent des entnommenen Grundwassers werden in der Landwirtschaft verwendet, der Versorgungsgrad der städtischen und ländlichen Bevölkerung mit qualitativ ausreichendem Trinkwasser sowie mit Abwasserentsorgungssystemen ist unzureichend. Die Rate an wasserbezogenen Krankheiten ist landesweit sehr hoch. Einem stetig steigenden Wasserbedarf stehen ineffiziente und verlustreiche Bewässerungsverfahren und ein hoher Wasserverbrauch für den Anbau des Genussmittels Qat gegenüber.

Die Technische Zusammenarbeit (TZ) unterstützt einerseits die Einführung einer integrierten Bewirtschaftung der Wasserressourcen durch Erstellung von Wasserwirtschaftplänen und Einrichtung von Wasserkomittees. Andererseits fördert die TZ die Verbesserung der städtischen Wasserver- und Entsorgung. In beiden Subsektoren gilt es, ausgewogene, zukunftsweisende Reformkonzepte zu entwickeln und daraus gewonnene Strategien umzusetzen. Mit Hilfe der TZ werden die Sektororganisationen, wie etwa. das Wasserministerium gestärkt und Fachpersonal für die anstehenden Aufgaben qualifiziert. Die städtische Wasserver- und Abwasserentsorgung werden durch Instandsetzung und Erweiterung der Netzsysteme sowie durch intensive Managementberatung und Organisationsentwicklung der Stadtwerke verbessert. Überdies wird durch eine intensive Einbeziehung der Bevölkerung und der Lokalverwaltung sichergestellt, dass eine bedarfsgerechte, armutsorientierte und politisch abgesicherte Grundversorgung erfolgt.

Konkrete Ansatzpunkte sind:

  • Erstellung wasserwirtschaftlicher Rahmenpläne
  • Einrichtung von Wasserkomittees und Wassernutzergruppen
  • Dezentralisierung der nationalen Wasserwirtschaftsbehörde
  • Neubau, Erweiterung und Instandsetzung von Wasserver- und Abwasserentsorgungssystemen
  • Dezentralisierung und Kommerzialisierung von Wasserver- und Abwasserentsorgungsbetrieben
  • Entwicklung leistungsfähiger Wasserver- und Abwasserentsorgungsbetriebe
  • Beratung und Unterstützung des Wasserministeriums bei der Entwicklung und Umsetzung von Reformen im Wassersektor
  • Aus- und Fortbildungsprogramme für Personal im Wassersektor
  • Pilothafte Verbesserung des Wassermanagements und der Wasserversorgung in wasserwarmen Gemeinden.

Als Zwischenergebnisse und strukturelle Wirkungen wurden bisher erreicht: Dezentralisierung des zentralstaatlichen nationalen Wasserver- und Abwasserentsorgers (NWSA) in leistungsfähige, unabhängige und kommerzialisierte Einzelbetriebe. Die Etablierung von dezentralen Wasserver- und Abwasserentsorgungsbetrieben und deren zivilgesellschaftliche und politische Einbettung (Advisory Committees, Dialog mit Wassernutzern) führten zu einem deutlich verbesserten Betriebsmanagement. Die von der deutschen EZ geförderten Betriebe erreichen etwa eine Million Menschen, darunter je nach Standort zwischen 30 und 85 Prozent Arme.

Alle Maßnahmen werden in enger Kooperation mit der KfW Entwicklungsbank, dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED), dem Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM), der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und Capacity Building International (InWEnt) durchgeführt. Gleichzeitig bestehen Kooperationen mit der Weltbank, UNDP, den Niederlanden sowie zahlreichen Nicht-Regierungs-Organisationen.


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