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E-Mail: ariane.borgstedt@giz.de

Institutionelle Entwicklung des Wassersektors

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Institutionelle Entwicklung des Wassersektors
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ)
Land: Jemen
Politischer Träger: Ministry of Water and Environment
Gesamtlaufzeit: 2006 bis 2015

Ausgangssituation

Jemen befindet sich in einer akuten Wasserkrise. Die Wasser- und Sanitärversorgung sowie die Wasserressourcenbewirtschaftung sind in zahlreichen Regionen völlig unzureichend. Staatliche Sektororganisationen, Wasserbetriebe, Lokalverwaltung und Wassereinzugsgebietskomitees kommen ihren Aufgaben nur eingeschränkt nach.

Auf allen Ebenen fehlen Management- und Fachkompetenzen sowie -ressourcen, resultierend aus internen Organisationsdefiziten, mangelnder Personalqualifikation und ungenügenden Kooperationsmechanismen der Akteure untereinander.

Obwohl Jemen zu den wasserärmsten Ländern weltweit gehört, werden die noch vorhandenen, oft fossilen Wasserressourcen völlig unkontrolliert genutzt. Etwa 90 Prozent des entnommenen Grundwassers werden in der Landwirtschaft verwendet, der Versorgungsgrad der städtischen und ländlichen Bevölkerung mit qualitativ ausreichendem Trinkwasser sowie mit Abwasserentsorgungssystemen ist unzureichend. Die Rate der wasserbezogenen Krankheiten ist landesweit sehr hoch. Einem stetig steigenden Wasserbedarf stehen ineffiziente, verlustreiche Bewässerungsverfahren und ein hoher Wasserverbrauch für den Anbau des Genussmittels Qat gegenüber.

Ziel

Die städtischen Wasserbetriebe und die für Wasserressourcenbewirtschaftung zuständigen Akteure erfüllen ihre Aufgaben gemäß der Nationalen Wassersektorstrategie (National Water Sector Strategy and Investment Plan – NWSSIP).

Vorgehensweise

Das Vorhaben hat fünf Komponenten: Konsolidierung der Sektorreform, Personalentwicklung, Entwicklung unabhängiger und kommerzialisierter Wasser- und Sanitärversorgungsbetriebe, Dezentralisierung im Bereich Wasserressourcenmanagement, Stärkung lokaler Akteure in wasserarmen Gebieten zur nachhaltigen Wassernutzung.

Es unterstützt im Rahmen der zweiten Phase in einem Mehrebenenansatz die ministerielle Planungs-, Steuerungs- und Regulierungskompetenz im Wassersektor, den Betrieb in mindestens zehn Wasserbetrieben sowie die Koordination und Anwendung international geltender Konzepte und Prinzipien für Wasserressourcenmanagement (WRM) in mindestens drei Einzugsgebieten.

Aktivitäten sind:

  • Reform- und Politikberatung der Regierung
  • Aufbau einer Regulierungsbehörde und eines Wasserverbandes im städtischen Sektor
  • Organisationsentwicklung und Fachberatung
  • Einbettung von Aus- und Fortbildungen in ein Personalentwicklungskonzept
  • Dezentralisierung und Kommerzialisierung von Wasserver- und Abwasserentsorgungsbetrieben
  • Entwicklung leistungsfähiger Wasserversorgung- und Abwasserentsorgungsbetriebe
  • Unterstützung der Dezentralisierung im Wassersektor
  • Einführung von integriertem Wasserressourcenmanagement (Einrichtung von Wassereinzugsgebietskomitees und Wassernutzergruppen)
  • Pilothafte Verbesserung des Wassermanagements und der Wasserversorgung in wasserwarmen Gemeinden

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

  • Kostendeckung und Gebühreneinzug der Wasserver- und Abwasserentsorger sind maßgeblich verbessert.
  • Die Einführung dezentraler Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsbetriebe und deren zivilgesellschaftliche und politische Einbettung (Advisory Committees, Dialog mit Wassernutzern) führten zu einem deutlich verbesserten Betriebsmanagement.
  • Mehr als 2,5 Millionen Menschen wurden an eine verbesserte Wasserversorgung angeschlossen. Mehr als 1,75 Millionen Menschen erhielten eine Abwasserentsorgung.
  • 74 Prozent der Zielgruppe beurteilen die Versorgungssituation im Programmgebiet positiv (repräsentative Umfrage).
  • Wasserversorger und Wasserministerium stimmen Prinzipien für die Personalentwicklung ab.
  • Ein Wassereinzugskomitee arbeitet zur Zufriedenheit des Governorates und wird seitdem finanziell durch das Governorat unterstützt.
  • 17 Gemeinden in drei wasserarmen Distrikten setzen Maßnahmen (Keramikfilter, Regenwassergewinnung und Sanitäranlagen) aus den lokalen Entwicklungsplänen um.

Alle Maßnahmen werden in enger Kooperation mit der KfW Entwicklungsbank, dem Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) durchgeführt. Gleichzeitig bestehen Kooperationen mit der Weltbank, UNDP, den Niederlanden sowie zahlreichen Nichtregierungsorganisationen.

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