Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
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Programm reproduktive GesundheitProgrammkurzbeschreibung
Bezeichnung: Programm reproduktive Gesundheit, Jemen
AusgangssituationDas hohe Bevölkerungswachstum im Jemen mit rund drei Prozent jährlich und mehr als fünf Kindern pro Frau hat nicht nur negative Auswirkungen auf den Gesundheitszustand von Frauen und Kindern. Im ärmsten Land der arabischen Welt ist es eines der größten Entwicklungshindernisse. Die jemenitische Bevölkerung hat unzureichende Informationen über moderne Familienplanung und keinen ausreichenden Zugang zu Diensten für reproduktive Gesundheit von angemessener Qualität. Sie ist darum nicht ausreichend gegen Risiken in Zusammenhang mit Schwangerschaft, Geburt und HIV geschützt. Dies gilt insbesondere für die arme Landbevölkerung und für junge Menschen, die immerhin rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung stellen. Mädchen werden zum großen Teil sehr jung verheiratet, bevor sie körperlich und psychisch reif dafür sind, und ohne dass sie und ihre Partner ausreichend auf ihre Rollen als Ehepartner und Eltern vorbereitet wären. ZielDie Bevölkerung ist besser gegen Risiken im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Geburt und HIV/Aids geschützt. VorgehensweiseGemeinsam mit Expertinnen des Centrums für internationale Entwicklung (CIM) unterstützt die GIZ die Partner in sieben ausgewählten Provinzen und im Gesundheitsministerium bei der Stärkung ihrer Leistungsfähigkeit und ihrer Kompetenzen, um den Sektor durch Beratung, Fortbildung, Sachleistungen und finanzielle Zuschüsse zu modernisieren. Das Programm berät die zentrale Ebene im Prozess der Gesundheitssektorreform, stärkt die mittlere Ebene im Management und in der Planung und erprobt gleichzeitig innovative Ansätze mit ausgewählten Partnern auf der Dienstleistungs- und Gemeindeebene. Ausgehend von der Verbesserung der Basisgesundheitsdienste mit Schwerpunkt auf reproduktiver Gesundheit nach dem Modell der European Foundation of Quality Management (EFQM) wurde Qualitätsverbesserung zum Leitmotiv des deutschen Beitrags auf allen Ebenen. Gleichzeitig werden die Partner bei der Anwendung partizipativer, dialogorientierter Methoden unterstützt, um gesundheitsbewusstes Verhalten bei der Bevölkerung zu fördern und die Nachfrage nach Gesundheitsdiensten, insbesondere präventiven, zu erhöhen. Darüber hinaus fördert die KfW Entwicklungsbank mit einem Sozialmarketing-Programm die Verbreitung von Verhütungsmitteln durch private Anbieter und unterstützt das Gesundheitsministerium bei der Aufklärung der Bevölkerung durch Verhaltensänderungskampagnen. Das Programm wird vom niederländischen Kooperationsministerium kofinanziert. Wirkung – Was bisher erreicht wurdeMitte 2010 waren 30 Gesundheitseinrichtungen qualitätszertifiziert, rund 180 waren im Evaluierungs- beziehungsweise Qualifizierungsprozess. Das sind 26 Prozent der Basisgesundheitsdienste für reproduktive Gesundheit in den Programmprovinzen und 12 auf nationaler Ebene. Andere Geber, wie die Europäische Union sowie verschiedene internationale Nichtregierungsorganisationen haben das Konzept übernommen und in weiteren vier Provinzen eingeführt. Eine vergleichende Studie zeigt, dass Patientenzahlen und Patientenzufriedenheit in den teilnehmenden Einrichtungen deutlich höher sind als in den anderen. Ebenfalls erfolgreich ist das Programm zur Förderung der reproduktiven Gesundheit in abgelegenen Dörfern. In enger Zusammenarbeit mit Sheikhs und Imamen klären Freiwillige die Bevölkerung ihres Dorfes über Familienplanung, Schwangerschaftsvorsorge und professionelle Entbindungsbetreuung auf. In den rund 120 beteiligten Dörfern stieg die Nachfrage nach Kontrazeptiva sprunghaft an. In einem vom Programm geförderten Peer-Education-Programm mit speziell entwickelten Aufklärungsbroschüren werden Jugendliche angesprochen. Dadurch hat sich ihr Wissen in vielen Bereichen erweitert und Vorurteile wurden zurückgedrängt, wie eine unlängst durchgeführte Befragung ergab. In den nächsten Jahren wird sich das Programm auf die Konsolidierung, Auswertung und Dokumentation der eingeführten Innovationen konzentrieren und die Partner bei der Vorbereitung auf deren Ausweitung und selbstständige Übernahme unterstützen. Download
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