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Wasserressourcen und Wassermanagement

Ägypten. Intensive Landwirtschaft im Nildelta. © GTZ

Mit einer Wasserverfügbarkeit von etwa 950 Kubikmeter pro Einwohner und Jahr (2004) zählt Ägypten zu den 20 wasserärmsten Ländern der Welt. Die wachsende Bevölkerung verschärft die Knappheit weiter. Die Landwirtschaft als größter Wasserverbraucher ist hierdurch am stärksten betroffen. Hoher Pro-Kopf-Verbrauch und große Verteilungsverluste bestimmen die Trinkwasserversorgung. Eine Steigerung der Nutzungseffizienz des Wassers ist sowohl in der Landwirtschaft als auch in der Trinkwasserversorgung dringend notwendig.

Die Bewässerungslandwirtschaft ist seit jeher die wichtigste Lebensgrundlage Ägyptens. Die Agrarproduktion kann in jüngerer Zeit jedoch nicht mehr mit dem Bevölkerungsanstieg Schritt halten. Ein limitierender Faktor für die weitere Entwicklung ist die zu geringe verfügbare Wassermenge. Die Nutzung der Frischwasserressourcen muss deshalb in allen Verbrauchssektoren, insbesondere jedoch in der Bewässerungslandwirtschaft, verbessert werden.

Ungeachtet von Wasserverfügbarkeit und Ressourcenschutz war die ägyptische Agrarpolitik bislang auf Produktionsmaximierung ausgerichtet. Inzwischen werden Wassereffizienz, ökonomische Wirtschaftsweise und Integration in den Weltmarkt als Teile der Agrarsektorreform behandelt. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) unterstützt diese Reformpolitik, unter Berücksichtigung von Armutsorientierung, Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit, durch die Finanzierung der Modernisierung der Bewässerungsinfrastruktur sowie die Qualifizierung von Bewässerungsberatern und bäuerlichen Wassernutzerorganisationen.

Aufgabe der GTZ ist es, die ägyptischen Partner zu beraten, wie sie Reformen und Entwicklungen steuern und umsetzen können. Beraten werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ministeriums für Wasserressourcen und Bewässerung sowie des Ministeriums für Landwirtschaft und Landgewinnung. Themen sind die Umsetzung regionalen Wassermanagements und die Reform der beteiligten institutionellen nationalen und regionalen Strukturen. Auch sektorpolitische Grundsätze werden neu entwickelt, beispielsweise die Einbeziehung von Wassernutzergruppen in Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse sowie Nachhaltigkeitskonzepte. Wesentlich für die Umsetzung der Reform ist die Stärkung der Managementkompetenzen des Führungsnachwuchses im Wasserressourcensektor.

Während die Bevölkerung in Ägypten nahezu flächendeckend an das Trinkwasserversorgungssystem angeschlossen ist, werden nur etwa 40 Prozent des Abwassers geordnet abgeleitet und gereinigt. Die Betriebsgesellschaften haben wenig Entscheidungsautonomie, kämpfen mit unangemessenen Personalstrukturen, geringer Kostendeckung und Liquiditätsproblemen. Hieraus resultieren betriebliche Defizite wie hohe Wasserverluste und geringe Effizienz im technischen Betrieb. Unzureichende Wartung und Instandhaltung führen zu mangelnder Nachhaltigkeit und tendenziell zu einer Verschlechterung der betrieblichen Leistungen und der Servicequalität. Bei der Entsorgung fehlen darüber hinaus noch die notwendige Infrastruktur und Erfahrung im Betrieb von Abwasseranlagen.

Erklärtes Ziel der ägyptischen Regierung ist es, die Wasserversorgung kosteneffizient zu gestalten, das Abwassermanagement wesentlich zu verbessern und die hohen sektoralen Subventionen schrittweise abzubauen. Die Unterstützung des Sektors sowohl im investiven Bereich als auch beim Aufbau von Leistungsfähigkeit und Kompetenzen (Capacity Development) hat deshalb nach wie vor große Bedeutung.

Die Bundesregierung unterstützt durch die Arbeit der GTZ die ägyptischen Partner bei der Verbesserung der Dienstleistungen in der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in ausgewählten Gouvernoraten Ägyptens. Hierzu gehören Unterstützung und Beratung:

  • des Ministeriums für Wohnungsbau bei der Formulierung einer neuen Wassersektorpolitik,
  • der Holdingcompany for Water and Wastewater (HCWW) sowie die Qena Water and Wastewater Company (QWWC) bei der Verbesserung ihrer Management- und Betriebsprozesse (Management, Technik, Verwaltung und Finanzen),
  • der ländlichen Bevölkerung bei der Einführung dezentraler Abwassermanagementsysteme, die so konzipiert sind, dass sie von der Bevölkerung selbst kostengünstig und nachhaltig betrieben werden können.

Ägypten. Die Bewässerungslandwirtschaft beansprucht den größten Teil der Wasserressourcen. © GTZ
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