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Klima und Umweltschutz

Ägypten. Die städtischen Ballungsgebiete dehnen sich besonders auf kostbarem Agrarland aus. © GTZ

Vom bisherigen Entwicklungsmodell, das auf inländische, nicht nachhaltig nutzbare Ressourcen baut, zu einem auf sozialverträgliche Weise umwelt- und klimafreundlicheren Handeln wechseln: Gemeinsam mit den anderen Vorfeldorganisationen der Bundesregierung unterstützt die GTZ Ägypten bei diesem Vorhaben.

Die jährlichen Beseitigungs- und Vermeidungskosten der Umweltbeeinträchtigung werden in einer Größenordnung von etwa fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) geschätzt und liegen damit nahezu doppelt so hoch wie in westlichen Industrieländern. Trotz vielfältiger Anstrengungen ist es bisher noch nicht gelungen, die Luftverschmutzung auf ein international akzeptables Niveau zu senken. Die sich verschlechternde Wasserqualität der Küstengewässer beeinträchtigt zudem den Tourismus, eine wichtige Devisenquelle des Landes. Die unbefriedigende Einhaltung akzeptabler Umweltstandards behindert zunehmend die Exportmöglichkeiten ägyptischer Industriebetriebe.

Die spezifischen Treibhausgasemissionen Ägyptens pro Kopf sind im internationalen Vergleich zwar noch niedrig; der CO2 Ausstoß hat sich seit 1990 jedoch fast verdoppelt und Ägypten ist damit der größte Emittent von Treibhausgasen (THG) der MENA-Region, die die Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas (Middle East and North Africa – MENA) umfasst.

Die Steigerungen der THG-Emissionen und der Luftverschmutzung sind hauptsächlich dem Betrieb der thermischen Kraftwerke sowie den Emissionen bei der Energienutzung der Industrie und dem Verkehr zuzuschreiben. Hier wirkt sich die niedrige Effizienz der Energienutzung, auch in Gebäuden, negativ aus. Der wachsende Energieverbrauch in Verkehr, Industrie und Kraftwerken von jährlich etwa acht Prozent absorbiert mittlerweile die gesamte Ölförderung Ägyptens und zunehmend das Erdgas. Darüber hinaus sind massive finanzielle Ressourcen notwendig, um mit dem steigenden Energiebedarf Schritt zu halten.

Neben Nahrungsmitteln werden in Ägypten auch Strom, Gas und Ölprodukte aus sozialen und industriepolitischen Erwägungen subventioniert, was vor allem die Anreize zum effizienten Umgang mit Energie sowie zum Einsatz erneuerbarer Energien schwächt. Hier eine Anpassung vorzunehmen, ohne die verfügbaren Einkommen der unteren Einkommensschichten zu belasten und die Entwicklung der Klein- und Mittelindustrie nicht zu gefährden, ist die wesentliche Herausforderung für die ägyptische Regierung.

Die Regierung hat im April 2007 ihre bisherigen Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien nach oben revidiert und sich damit in einer auch im internationalen Vergleich herausragenden Form den Zielgrößen der EU angeglichen. So ist beabsichtigt, den derzeitigen Anteil von 12 Prozent des aus regenerativen Energiequellen, hauptsächlich Wind, erzeugten Stroms bis 2020 auf 20 Prozent zu erhöhen. Aufgrund der hohen und guten Solarpotenziale kommt Ägypten langfristig als Stromexporteur nach Europa in Betracht.

Die GTZ unterstützt Ägypten auf drei Gebieten:

  • Politikberatung, Aufbau von Leistungsfähigkeit und Kompetenzen (Capacity Development) und Entwicklung von Umsetzungsinitiativen für Energieeffizienz und erneuerbare Energien:
    • im Rahmen eines nationalen hochrangigen Ägyptisch-Deutschen Komitees (Egyptian German joint Committee on Renewable Energy, Energy Efficiency and Environmental Protection – JCEE)
    • im Rahmen von regionalen Projekten wie dem MENA-Zentrum für Energieeffizienz und erneuerbare Energien (Regional Centre for Renewable Energies and Energy Efficiency – RCREEE) und den für die EU durchgeführten Programmen zur regionalen Energieintegration (Euro- Mediterranan Energy Market Integration Project – MED EMIP) sowie zur Energieeffizienz in Gebäuden
  • Aufbau von Leistungsfähigkeit und Kompetenzen (Capacity Development) im Rahmen der Privatsektorentwicklung
  • Aufbau von Leistungsfähigkeit und Kompetenzen (Capacity Development) im Rahmen des Aufbaus einer geordneten Abfallwirtschaft (2009 in Vorbereitung)

Ägypten. Neues Abfallentsorgungskonzept in ausgewählten Städten. © GTZ

In allen drei Teilgebieten gibt es eine enge Zusammenarbeit und Koordination mit den anderen deutschen Vorfeldorganisationen und anderen Organisationen der wissenschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Ägypten, sowie anderen Gebern.


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