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Herr Dr. Manfred Diehl
E-Mail: manfred.diehl@giz.de

Reform des ägyptischen Berufsbildungssystems

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Reform des ägyptischen Berufsbildungssystems (Technical and Vocational Education and Training – TVET)
Auftraggeber: Europäische Union (EU)
Finanzier: Europäische Union (EU)
Land: Ägypten
Politischer Träger: Ministerium für Arbeit und Migration
Gesamtlaufzeit: 2005 bis 2011

Ausgangssituation

Die private Wirtschaft hat in Ägypten bisher nur geringen Einfluss auf Entscheidungs-, Umsetzungs- und Reformprozesse. Staatliche Dominanz und Orientierung der Zielgruppen ausschließlich an Zertifikaten behindern die Ausrichtung beruflicher Bildung am Bedarf des Arbeitsmarktes. Die Wirtschaft ist mit der Qualität der Ausgebildeten nicht zufrieden.

Ziel

Die Wettbewerbsfähigkeit der ägyptischen Wirtschaft und die Berufsaussichten der Absolventen sind durch die Reform des beruflichen Bildungssystems verbessert.

Vorgehensweise

Die Europäische Union unterstützt durch die Arbeit von GTZ International Services (GTZ IS) die ägyptische Regierung bei der Formulierung und Umsetzung der nationalen Reformpolitik für Berufsbildung.

Das Projekt setzt auf drei Ebenen an:

  • Dezentralisierung durch Entwciklungspartnerschaften mit der Wirtschaft (Public Private Partnership – PPP): Aufbau dezentraler, nachfrageorientierter Partnerschaften zwischen Betrieben, Verbänden und Ausbildungseinrichtungen, in den Schlüsselsektoren produzierende Industrie, Baugewerbe und Tourismus
  • Entwicklung von Kompetenzen und Potenzialen (Capacity Development): Verbesserung der Qualifikation des Berufsbildungspersonals und Entwicklung der Entscheidungsträger des Berufsbildungssystems
  • Etablierung der nationalen Reformplattform für die Umsetzung der Reformpolitik und von Qualitätssicherung

Das Projekt fördert die Berufsbildungsreform und wirkt unmittelbar auf die qualitativen und quantitativen Aus- und Weiterbildungsergebnisse ein. Es trägt in den drei wichtigsten genannten Wirtschaftsektoren zur Qualifizierung von Ausbildern, Fach- und Führungskräften auf unterer und mittlerer Ebene und des Managements der Qualifizierungseinrichtungen bei. Das Projekt führt entsprechende Pilotmaßnahmen in ausgewählten Standorten und Berufsbildungseinrichtungen durch. Diese werden mit ägyptischen und EU-Finanzmitteln auf den neuesten technischen Stand gebracht.

Die Privatwirtschaft und Bildungseinrichtungen werden in sektoralen und lokalen Entwicklungspartnerschaften in die Pflicht genommen und aktiv an der Reform beteiligt. Aus- und Weiterbildung werden direkt am Bedarf der Wirtschaft orientiert und von den Partnerschaften kontrolliert. Das Projekt fördert berufspädagogische, didaktische und technologische Innovationen und leistet einen Beitrag zur Entwicklung von Finanzierungsmodellen. Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung ist ein Schlüsselbereich. Die nationale Reformplattform wird dabei eine zentrale Steuerungsfunktion übernehmen.

GTZ IS trägt die Gesamtverantwortung für das Management des EU-Beitrags und des bildungspolitischen Beitrags. Insgesamt sind mehr als sechzehn europäische und ägyptische Unternehmen am Projekt beteiligt.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Ein Nationaler Rat (ITC) für die Reform der Berufsbildung wurde geschaffen. In fünf Schlüsselsektoren (Bekleidung, Baustoffe, Holzbearbeitung, Maschinenbau, Lebensmittel) wurden Pilotmaßnahmen zur Reformierung der Berufsbildung durchgeführt und damit eine umfangreiche Umstellung in Betrieben und Institutionen eingeleitet. Mit einem Training-of-Trainers-Programm wurden mehr als 300 Lehrer und Ausbilder qualifiziert, Lehr- und Lernmittel erstellt sowie innerbetriebliche Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen initiiert. Mehr als zwanzig neue Ausbildungseinrichtungen für Textil und Bekleidung sowie die genannten Schlüsselsektoren wurden eingerichtet und etwa 10.000 Arbeiterinnen und Arbeiter ausgebildet. Weit über 80 Prozent der ausgebildeten Fachkräfte im Bekleidungssektor sind Frauen.

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