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Indigene Völker in Lateinamerika und der KaribikSchätzungen zufolge gehören etwa 50 Millionen Menschen in Lateinamerika und der Karibik indigenen Völkern an. Dies sind rund 10 Prozent der Gesamtbevölkerung. Allgemein gültige Angaben über den indigenen Bevölkerungsanteil gibt es aber nicht, da Schätzungen und Zählungen je nach Zielsetzung und Methode der Erhebung stark variieren. 90 Prozent der indigenen Völker leben in den Andenländern Bolivien, Ecuador und Peru sowie in den mittelamerikanischen Ländern Guatemala und Mexiko. In Bolivien und Guatemala stellen indigene Völker sogar die Bevölkerungsmehrheit. Ethnisch, sprachlich und kulturell gehören die meisten von ihnen zu den Quechua und Aymara (Anden), den Náhuas (Mexiko) und den Maya (Mittelamerika). Eine große Anzahl kleiner und sehr unterschiedlicher indigener Völker lebt im Amazonastiefland. Etwa 1 Millionen Menschen indigener Herkunft verteilen sich dort auf 400 Völker. Eine detaillierte Statistik zum geschätzten Anteil indigener Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung lateinamerikanischer Länder finden Sie am Ende dieser Seite zum Download. Mangels einer international anerkannten einheitlichen Definition für die Zugehörigkeit von Menschen zu einer indigenen Bevölkerungsgruppe, stützt sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit auf die so genannte „Cobo“-Definition, die auch von der UN-Arbeitsgruppe zu indigenen Bevölkerungen gebraucht wird. Indigene Völker sind demnach mit einem oder mehreren der folgenden Charakteristika zu beschreiben:
Indigene Völker sind in besonderer Weise von Armut betroffen und haben deutlich weniger Zugang zu staatlichen Dienstleistungen wie Bildung und Gesundheit. Obwohl die Rechte indigener Völker seit den 1970er Jahren weitgehend anerkannt und in den Verfassungen sowohl international als auch in den jeweiligen Nationalgesellschaften verankert sind, hat sich an der tatsächlichen Lebenssituation indigener Völker kaum etwas verändert. Zu den zentralen Probleme gehören bis heute:
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