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Claudia Neuenburg
E-Mail: claudia.neuenburg@giz.de

Unterstützung beim Wiederaufbau der vom Erdbeben im August 2007 betroffenen Gebiete im südlichen Peru

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung beim Wiederaufbau der vom Erdbeben im August 2007 betroffenen Gebiete im südlichen Peru
Auftraggeber: Europäische Union
Finanzier: Europäische Union
Land: Peru
Politischer Träger: Instituto Nacional de Defensa Civil (INDECI)
Gesamtlaufzeit: November 2008 bis Oktober 2010

Ausgangssituation

Am 15. August 2007 erschütterte ein Erdbeben der Stufe 7,9 auf der Richterskala die Gegend um Ica im Süden Perus. 500.000 Personen waren direkt betroffen, es waren 593 Tote, 1291 Verletzte und 112 Vermisste zu verzeichnen. Die bereits vor dem Erdbeben mangelhafte öffentliche Infrastruktur wurde weiter geschwächt. Wohngebäude, Kirchen, Schulen, Krankenhäuser und Gesundheitszentren wurden ebenso zerstört wie das Telekommunikationsnetz und das Sanitärsystem. Der schlechte Zustand der Straßen behindert den Transport und die Kommunikation zwischen den Gemeinden zusätzlich.

Um starke Migrationsströme zu vermeiden, werden vor allem die Kleinbauern im Hochland in die Wiederaufbaumaßnahmen miteinbezogen. Sie sind von Naturkatastrophen besonders betroffen, weil ihre einfachen Lehmhäuser nicht erdbebenresistent gebaut sind.

Ziel

Die gesellschaftliche und wirtschaftliche Stabilität der peruanischen Provinzen Yauyos, Castrovirreyna und Huaytara ist erhöht, wodurch eine Verbesserung der Lebensverhältnisse der vom Erdbeben betroffenen Familien sichergestellt ist.

Vorgehensweise

GTZ International Services (GTZ IS) nimmt die Aufgaben des technischen Managements im Programm wahr. Bei der Umsetzung stehen drei Arbeitsbereiche im Vordergrund, die sich in weitere Einzelkomponenten gliedern:

1. Wasser, sanitäre Einrichtungen und Wohnungsbau

In diesen drei Kernbereichen wurde bisher verstärkt mit kurzfristigen Lösungen gearbeitet, um direkt auf die dringendsten Grundbedürfnisse der Bevölkerung zu reagieren. Auf lange Sicht sind jedoch weitere Maßnahmen erforderlich, um eine anhaltende Verbesserung der Lage zu erreichen.

In diesem Bereich werden folgende Aktivitäten durchgeführt:

  • Der Entwurf und die Konstruktion sanitärer Anlagen, die auch starken Unwettern standhalten.
  • Die Wiederherstellung und Modernisierung der Trink- und Abwassersysteme in öffentlichen Gebäuden wie Krankenhäusern, Schulen und Gemeindezentren.
  • Die Förderung des Hygienebewusstseins in der Bevölkerung durch private und öffentliche Bildungskampagnen.
  • Die Risikobewertung von Umwelteinflüssen auf die sanitären Anlagen gefährdeter Gebiete.
  • Die Einführung eines lokalen und regionalen Überwachungssystems der Trinkwasserqualität.

2. Sicherung des Lebensunterhalts und Einkommenserzeugung

Die Bevölkerung von Yauyos, Castrovirreyna und Huaytara lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft und leidet unter ständiger Nahrungsmittelknappheit, die durch das Erdbeben noch verstärkt wurde, da viele Familien ihre Ländereien verloren. Die andinen Terrassen wurden ebenso zerstört wie die Bewässerungsanlagen auf den Feldern und es herrscht zudem ein Mangel an Saatgut. Die vielen gefallenen Bäume bergen das Risiko großer Waldbrände und locken Nagetiere und andere Schädlinge an, die die Ernte gefährden.

Um die Ernährung und den Lebensunterhalt der Bauern und Fischer der Region zu sichern, werden u.a. folgende Aktivitäten durchgeführt:

  • Die Bereitstellung von Saatgut und entsprechenden Ausbildungsangeboten.
  • Die Instandsetzung von Ackerland, um einfachen Getreideanbau zu ermöglichen.
  • Die Sanierung der Bewässerungssysteme auf den Feldern.
  • Die Unterstützung bei der Lagerung und dem Verkauf landwirtschaftlicher Produkte.
  • Die Unterstützung von Maßnahmen zur alternativen Einkommenserzeugung (z.B. Berufs- und Weiterbildung).
  • Die Förderung der Bereiche Vieh- und Geflügelzucht.
  • Die Förderung der Nagetier- und Schädlingskontrolle.

3. Stärkung der lokalen Verwaltung und der Bürgerbeteiligung

Um die Fortführung des Wiederaufbauprozesses und die Aufrechterhaltung der verbesserten Lebensbedingungen der Menschen im Erbebengebiet auch nach Beendigung des Programms sicherzustellen, ist dieser dritte Handlungsbereich notwendig. Tatsächlich finden hier die Hauptaktivitäten des Programms statt, während die Komponenten der anderen beiden Bereiche hauptverantwortlich von den örtlichen Gemeinden, der Bevölkerung und den betreffenden Einrichtungen durchgeführt werden.

Zu den Aktivitäten des dritten Bereichs gehören:

  • Die Unterstützung der Gemeindeverwaltungen und ihres Personals unter Einbeziehung der Bürger bei:
    • der Erstellung regionaler Entwicklungspläne,
    • der Verbesserung öffentlicher Dienstleistungen in den Bereichen Wasser, Sanitär, Wohnungsbau, Risikomanagement und beim Wiederaufbau der Terrassen.
  • Die Unterstützung der Gemeindeverwaltungen und ihres Personals bei der Überwachung der geplanten Tätigkeiten und der Auswertung der so erzielten Ergebnisse.
  • Die Förderung der örtlichen Unternehmen zur aktiven Beteiligung an den Gemeindeplänen.
  • Die Unterstützung der Bevölkerung bei der Einführung des Risikomanagements.


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