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Herr Michael Rosenauer
E-Mail: michael.rosenauer@giz.de

Trinkwasser- und Sanitärprogramm

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Trinkwasser- und Sanitärprogramm (PROAGUA)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Peru
Politischer Träger: Vizeministerium für Bau- und Sanitärwesen des Ministeriums für Wohnungsbau, Bau- und Sanitärwesen
Gesamtlaufzeit: 2002 bis 2014

Ausgangssituation

Peru. © GTZ

Eine nachhaltige Trinkwasser- und Sanitärversorgung ist für die peruanische Bevölkerung noch nicht selbstverständlich. Das gilt insbesondere für arme Familien in Stadtrandgebieten und ländlichen Regionen. Insgesamt haben sechs Millionen Peruaner keinen Zugang zu Trinkwasser und über 40 Prozent keine adäquate Sanitärversorgung. Kommunale Wasserversorgungsunternehmen können die Grundversorgung häufig nicht sicherstellen, da sie über unzureichend qualifiziertes Personal, schwache Managementfähigkeiten und geringe finanzielle Mittel für notwendige Investitionen verfügen.

Ziel

Alle Beteiligten im Wassersektor setzen ihre Ressourcen für die nachhaltige Entwicklung der Trinkwasser- und Sanitärversorgung effizienter ein.

Vorgehensweise

Peru. © GTZ

Good Governance im Wassersektor
Die Inkohärenz zwischen dem politischen Vorgehen im Wassersektor, der Stadt- und Territorialentwicklung, der Umwelt- und Wasserressourcenbewirtschaftung sowie der öffentlichen Investitions- und Sozialpolitik erschweren eine nachhaltige Wasser- und Sanitärversorgung. Instabile Governance-Strukturen auf lokaler Ebene verschärfen die Situation zusätzlich. Daher arbeiten Sektor- und Finanzministerium, Regulierungsbehörde, Interamerikanische Entwicklungsbank, KfW Entwicklungsbank und GIZ gemeinsam an einer umfassenden Sektorreform, die das Verhältnis von öffentlicher Hand, Versorgungsunternehmen und lokaler Bevölkerung neu gestaltet, mit verlässlichen Rahmenbedingungen, klarer Aufgabenteilung, transparenten Entscheidungen, öffentlicher Rechenschaftspflicht und Beteiligung von Interessensgruppen.

Capacity Development im Wassersektor
Der Wassersektor ist bisher nicht in der Lage, kompetente Fachkräfte aus- und fortzubilden. Auch fehlen adäquate Rahmenbedingungen, um Personal zu halten. Mit dem „Nationalen System für Capacity Development“ (SFC) hat Peru mithilfe des Vorhabens ein System von Angebot und Nachfrage nach Weiterbildung, technischer Assistenz und Technologietransfer etabliert.

Nachhaltige Trinkwasser- und Sanitärversorgung (Programm für schnellwirksame Maßnahmen – PMRI)
Die schwachen Managementfähigkeiten der kommunalen Wasserversorgungsunternehmen, unzureichend qualifiziertes Personal und die Verschleppung notwendiger Investitionen verhindern oftmals eine sanitäre Grundversorgung. Finanzielle und technische Zusammenarbeit tragen daher gemeinsam mit nationalen Partnern zur Verbesserung der Situation in 12 Wasserversorgungsunternehmen bei. Im Fokus stehen die Erweiterung der Infrastruktur, die Verbesserung der Versorgungsqualität und -dauer, die Kostenoptimierung und Einnahmensteigerung sowie die nachhaltige Unternehmensführung.

Die Komponente wird von der Consultingfirma AKUT Umweltschutz Ingenieure Burkard und Partner durchgeführt.

Ländliche Sanitärversorgung
Der Aufbau und die Schulung von 65 ländlichen Wasserversorgern in sechs Regionen haben die Lebenssituation von fast 12.000 Familien deutlich verbessert. Nach erfolgreichem Abschluss der ersten Phase wurde eine weitere Projektphase mit 13 Projekten eingeleitet.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Mit dem Abschluss von Betriebsführungsverträgen zur Regelung der Verantwortlichkeiten zwischen Wasserversorgungsunternehmen und Munizipien sowie der Einführung des Instrumentariums für Investitions- und Tarifgestaltung in 37 bzw. 27 von 50 Wasserversorgungsunternehmen des Landes verfügt ein Großteil der Unternehmen über einen neuen Rechtsrahmen zur Entwicklung einer nachhaltigen Wasser- und Sanitärversorgung.

43 im Nationalen System für Capacity Development“ (SFC) registrierte Einrichtungen entwickeln Fortbildungs- und Beratungsangebote. Sieben Institutionen bieten diese Leistungen bereits an. Bisher wurden fast 2.000 Vertreter von WVU und Kommunen geschult. 46 der 50 Wasserversorgungsunternehmen haben die Angebote des SFC bisher genutzt.

Die wirtschaftliche Situation konnte in acht Wasserversorgungsunternehmen durch die Erhöhung der operativen Einnahmen um 32 Prozent, gegenüber 2007, konsolidiert werden.

Die Kundenzufriedenheit verbesserte sich in den letzten vier Jahren von 46 auf 53 Prozent. Dies ist auf die Steigerung der Versorgungsqualität für 1,4 Millionen Menschen in 42 Klein- und Mittelstädten zurückzuführen, darunter die gestiegene tägliche Trinkwasserversorgungsdauer von 20,7 Stunden und die Reduzierung der Bearbeitungszeit von Kundenbeschwerden von 3 auf 1,5 Tage.

Der Aktionsplan „100.000 Anschlüsse“ hat 150.000 Personen zu einem Wasseranschluss verholfen.

Peru © GTZ

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