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Herr Dr. Stephan Heieck
E-Mail: stephan.heieck@giz.de

Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in Zentralamerika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in Zentralamerika (DESCA)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Zentralamerika
Politischer Träger: Centro para la Promoción de la Micro y Pequeña Empresa en Centroamérica (CENPROMYPE)
Gesamtlaufzeit: 2007 bis 2012

Ausgangssituation

Logo des Programms „Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in Zentralamerika“. © GIZ

In Zentralamerika schreitet die Integration in den internationalen Handel mit der Erreichung einer regionalen Zollunion, dem Inkrafttreten des Freihandelsabkommen CAFTA-DR sowie dem im Mai 2010 abgeschlossenen Assoziierungsabkommen mit der EU voran. Die nationalen Regierungen von El Salvador, Guatemala und Honduras setzen dabei vermehrt auf die dynamische Kraft innovativer kleinster, kleiner und mittlerer Unternehmen (KKMU). Allerdings sind die KKMU bisher nicht in der Lage, die ihnen zugedachte Rolle als Entwicklungsmotor oder die aus einer Handelsliberalisierung erwachsenen Chancen wahrzunehmen. Gerade der innovative Teil des KKMU-Sektors wird in Zukunft besonderem Modernisierungsdruck ausgesetzt sein. Weder die politischen noch die institutionellen Rahmenbedingungen sind jedoch zur Förderung der Handels- und Technologiekompetenz innovativer KKMU geeignet.

Ziel

Die politischen und institutionellen Rahmenbedingungen zur Förderung der Handels- und Technologiekompetenz innovativer KKMU sind verbessert.

Vorgehensweise

Das Programm unterstützt den Aufbau eines kohärenten regionalen und nationalen KKMU-Fördersystems in Zentralamerika. Besonders berücksichtigt werden dabei die Stärkung der Handels- und Technologiekompetenzen sowie die EU-Annäherung. Der methodische Ansatz des Programms umfasst sowohl Interventionen auf der supranationalen zentralamerikanischen Ebene, als auch auf der nationalen Politikebene (Makroebene) sowie auf der Ebene der Durchführungsorganisationen (Mesoebene).

Zum Programmansatz gehören prozessbegleitende Beratung, institutionenübergreifendes Capacity Building, Austausch über gelungene Beispiele und deren Transfer in die Region hinein sowie die (länderübergreifende) Vernetzung nationaler und regionaler Organisationen aus den Bereichen Handel, Innovation und Technologie. Die institutionelle Leistungsfähigkeit Einzelner, aber auch Zusammenschlüsse privater und öffentlicher Akteure und ihre jeweiligen Rahmenbedingungen sollen verbessert werden. Sektorpolitische Beratung und Strategieberatung zu Handel und Innovation sind Bestandteil des Ansatzes.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Handelskomponente
Mit dem Aufbau der zentralamerikanischen KKMU-Plattform (Consejo MIPYME Centroamericano – CMC) konnten Präsenz, Teilhabe und Einflussnahme des unterrepräsentierten KKMU-Sektors in der Handelspolitik spürbar verbessert werden. Der CMC legte Vorschläge und Positionspapiere für die Verhandlungen des Abkommens mit der EU vor, die zum Teil Eingang in Vertragstexte gefunden haben.

Um das Dienstleistungsangebot für Unternehmen zu verbessern, wurden E-Learning-Kurse zur Stärkung der Außenhandelskompetenz entwickelt und von Universitäten in El Salvador und Honduras angeboten. In El Salvador nahmen bisher über 100 Teilnehmer an der Fortbildungsmaßnahme teil.

Ein Mentoring-Programm zur Förderung von Existenzgründerinnen und Frauen in unternehmerischen Führungspositionen wurde aufgelegt. Bisher wurden in fünf Ländern Multiplikatorinnen ausgebildet, die ihre Kenntnisse weitergeben, um das unternehmerische Potenzial von Frauen auszubauen.

Publikationen zur Handelspolitik in Zentralamerika, Handbücher zu Verhandlungsstrategien bei der Aushandlung von Handelsabkommen und zur KKMU-Förderpolitik sowie Produkt- und Marktinformationen für zentralamerikanische Produkte, die Potenzial für den europäischen Markt haben, wurden in Zusammenarbeit mit dem Zentralamerikanisches Zentrum zur KKMU-Förderung (Centro para la Promoción de la Micro y Pequeña Empresa en Centroamérica – CENPROMYPE) veröffentlicht. Durch bessere, transparentere Information und Qualifizierung im Bereich Außenhandel sind KKMU in der Lage, die Chancen besser zu nutzen, die sich aus dem Assoziierungsabkommen mit der EU ergeben.

Zum Thema Handelserleichterung wurden Anstöße zur Reduzierung regionaler Handelsbarrieren gegeben. In Kooperation mit CENPROMYPE und der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika (Comisión Económica para América Latina – CEPAL) wurden eine Studie zur Verbesserung von Logistikprozessen und Zollverfahren sowie eine Handreichung mit guten Beispielen und Bedarfen in der Region erstellt.

Innovationskomponente
In zwei Ländern der Region wurden erstmals Fortbildungsmaßnahmen zum Innovationsmanagement durchgeführt:

  • In El Salvador wurde der „Diplomkurs für marktorientiertes Innovationsmanagement“ in Masterprogramme der Business School ISEADE integriert. Der Kurs ist Teil des internationale Forschungs- und Ausbildungsprogramm „Small Enterprises Promotion and Training" (SEPT) der Universität Leipzig. Allianzen zur Finanzierung der entwickelten Innovationspläne konnten gebildet werden (bisher 77 Absolventen und 20 Innovationspläne).
  • In Guatemala wird das aus Costa Rica stammende Innovationsmanagementprogramm InnovEmpresa realisiert. Bisher wurden 43 Managementberater ausgebildet, die sich in einem Netzwerk formiert haben und 63 Unternehmen bei der Entwicklung von Innovationsplänen beraten. Für die Ausbildung wurden eigens Handbücher entwickelt. Verankert wurde das Programm beim Exportverband AGEXPORT und beim technischen Ausbildungsinstitut INTECAP.

In El Salvador, Guatemala und Honduras kommen an Runden Tischen (mesas técnicas de innovación) Akteure der nationalen Innovationssysteme aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen und fördern Koordination und Kooperation. Gemeinsame Initiativen wie die Organisation von Innovationswettbewerben wurden bereits durchgeführt.

Mit Unterstützung des Programms wurde die Existenzgründerplattform First Tuesday eingeführt: in El Salvador von der Salvadorianischen Stiftung für wirtschaftliche und soziale Entwicklung (Fundación Salvadoreña para El Desarrollo Económico y Social – FUSADES), in Honduras vom Industrieverband ANDI (Asociación Nacional de Industriales de Honduras). An den Networking-Veranstaltungen zum Informationsaustausch und zur Anbahnung von Geschäftskontakten an jedem ersten Dienstag eines Monats haben bereits über 1.500 Existenzgründer, Unternehmer und interessierte Investoren teilgenommen.

Das Programm stärkt nationale IT-Cluster- und Fachverbandstrukturen. Es berät etwa bei der Erarbeitung nachhaltiger Geschäftsmodelle, begleitet institutionelle Umstrukturierungsprozesse, fördert Kooperationen mit dem öffentlichen und dem akademischen Sektor und berät bei der Formulierung von Strategie- und Umsetzungsplänen. So wird der Blick auf wissensintensive Produkte und Dienstleistungen gelenkt, neue wirtschaftliche Potenziale werden erschlossen. In Honduras wurde mit Unterstützung des Programms der erste IT-Verband gegründet.

Regional wurde der Aufbau eines Netzwerkes nationaler IT-Verbände und Cluster mit rund 400 Unternehmen initiiert, das priorisierte Veränderungsprojekte (Aus- und Weiterbildung, Zertifizierung) durchführt.

Der Fonds zu Förderung der Wettbewerbsfähigkeit von KKMU (FOEX-FONDEPRO) aus El Salvador wurde als regionales gelungenes Beispiel vom guatemaltekischen Wirtschaftsministerium übernommen. Weiteres Beispiel für einen erfolgreichen Süd-Süd-Transfer ist der Transfer des costa-ricanischen Inkubationsmodells „ParqueTec“ in die Salvadorianische Stiftung für wirtschaftliche und soziale Entwicklung (FUSADES).

Weiterführende Informationen


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