Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
www.giz.de.
![]() |
|
Ansprechpartner |
Erneuerbare EnergienProjektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Erneuerbare Energien
Ausgangssituation
Chiles Stromerzeugung basiert zu rund 60 Prozent auf importierten fossilen Energieträgern und zu 40 Prozent auf eigener Wasserkraft. Wegen seines dynamischen Wirtschaftswachstums verzeichnete Chile seit 1999 eine Steigerung des Stromverbrauchs von jährlich 6,2 Prozent. Die hohen Zuwachsraten sollen sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Bis 2020 wird ein erheblicher Ausbau der Kraftwerksleistung von gegenwärtig rund 13.000 Megawatt auf 20.000 Megawatt erwartet. Chile verfügt nicht nur über Kapazitäten zur Nutzung der eigenen Wasserkraft, sondern auch über beachtliche Potenziale an nicht konventionellen erneuerbaren Energieträgern (RE). Deren Anteil an der Stromerzeugung lag 2004 jedoch erst bei 2,4 Prozent. Die Privatwirtschaft hat bisher nur in Einzelfällen investiert, zumal die Einspeisung in das Stromnetz durch ungeklärte rechtliche und technische Fragen erschwert war. Außerdem stehen erneuerbare Energien im liberalisierten, vollständig privatisierten Strommarkt im direkten Wettbewerb mit konventionellen Energieträgern. 2004 kam es in Chile zum Einbruch der kostengünstigen Erdgaslieferungen aus Argentinien und in der Folge zu Versorgungsengpässen im Stromsektor. Zwar gelang eine rasche Umstellung auf Erdölprodukte; der höhere Dieselanteil und der Preisschub bei den fossilen Brennstoffen ließ jedoch auch die Strompreise nach oben schnellen. Diese Erfahrungen haben in Politik und Gesellschaft Diskussionen über die Sicherheit und Nachhaltigkeit im Energiesektor ausgelöst und zu neuen energiepolitischen Weichenstellungen geführt. Zukünftig sollen Energieeffizienz und erneuerbare Energien eine deutlich größere Rolle für die Versorgungssicherheit und eine umwelt- und klimaschonende nachhaltige Energieversorgung spielen. ZielDie nicht konventionellen erneuerbaren Energien erlangen zunehmende Bedeutung für eine nachhaltige Stromversorgung. VorgehensweiseDas Projekt unterstützt die für die Regulierung und die Energiepolitik zuständige Comisión Nacional de Energía (CNE) bei der Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Die Zusammenarbeit will Barrieren gegenüber der verstärkten Nutzung regenerativer Energien abbauen und die politische Akzeptanz sowie das Investitionsklima für den Ausbau netzgebundener erneuerbarer Energien verbessern. Arbeitsschwerpunkte der Kooperation sind:
Das Projekt arbeitet mit den Institutionen des Energiesektors, der Wirtschaftsförderungsinstitution CORFO, der Umweltbehörde CONAMA, anderen Institutionen, Universitäten und privaten Akteuren zusammen. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) wird ergänzt durch Refinanzierungslinien, die die KfW Entwicklungsbank über die CORFO zur Förderung von Investitionen in erneuerbare Energieträger anbietet. Wirkung – Was bisher erreicht wurdeDie chilenische Regierung hat im April 2008 ein Gesetz verabschiedet, das einen verbindlichen Anteil von erneuerbaren Energien an der Stromversorgung festschreibt. Das Gesetz ist der bisher wichtigste Meilenstein in der Zusammenarbeit. Bereits 2006 konnte durch eine Verordnung die Netzeinspeisung für kleine und mittlere Anlagen bis 20 Megawatt geregelt werden, die zuvor nicht am Strommarkt teilnehmen konnten. Außerdem wurden technische Normen für die Einspeisung und den Betrieb von regenerativen Anlagen auf der Verteilungsebene verabschiedet. Diese Schritte sind große Erfolge für einen diskriminierungsfreien Netzzugang neuer Energietechnologien und für zukünftige Investitionen in erneuerbare Energien. Gleichzeitig wurde neuen Akteuren die Teilnahme am Strommarkt grundlegend erleichtert. Die neuen gesetzlichen Bestimmungen und neue innovative Förderinstrumente, die von CNE und CORFO teils mit Unterstützung der deutschen EZ entwickelt wurden, haben das Interesse privater Investoren und Projektentwickler an Stromerzeugungsprojekten mit erneuerbaren Energien in Chile dynamisch anwachsen lassen. Dank des großen Erfolges dreier Wettbewerbe um Fördermittel hat CORFO eine dauerhafte Förderung für Vorstudien zu erneuerbaren Energieträgern eingerichtet. Bisher konnten 113 Projektvorschläge mit einer Gesamtleistung von 1.065 Megawatt unterstützt werden (Stand: Februar 2009). Vom Projekt veröffentlichte Informationen und Qualifizierungsangebote wie Fortbildungskurse, Seminare und Fachinformationsreisen geben dem Markt für Investitionen in erneuerbare Energieträger Impulse. Studien über verfügbare Energiepotenziale, Messergebnisse, Leitfäden zur Umweltverträglichkeitsprüfung und Planungsdokumente sind Orientierungshilfen für private Projektentwickler und öffentliche Institutionen. Seit 2004 wurden Projekte in einem Umfang von 1.700 Megawatt bei der Umweltbehörde CONAMA zur Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht. Für 40 Projekte mit einem Volumen von 640 Megawatt wurde die Umweltgenehmigung bereits erteilt. Die Windenergie leistet mit einem Anteil von 53 Prozent den größten Beitrag, vor der Wasserkraft mit 36 Prozent und der Biomasse mit 11 Prozent. Noch 2009 sollen etwa 160 Megawatt Windkraft ans Netz gehen (Stand: Februar 2009). Downloads
Weiterführende Informationen
|
AktuellesWanderausstellung über Erneuerbare Energien
Deutscher Beitrag zur chilenischen 200-Jahr-Feier GIZ-Weltweit |