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Barbara Hess
E-Mail: barbara.hess@giz.de

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GIZ-Büro Ecuador

Landesdirektor/in
Barbara Hess

Standort
Amazonas N39-234 y Gaspar de Villarroel
Edificio Zambrano
Quito
Ecuador

Postanschrift
Agencia de la GIZ en Quito
Casilla 17-07-8721
Quito
Ecuador


Ecuador

Ecuador, Lateinamerika und Karibik. © GTZ 2004.

Die GTZ arbeitet seit 1973 im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und anderer Geber in Ecuador. Seit 1985 führt sie ein Büro in der Hauptstadt Quito.

Ecuador ist von jeher bestimmt durch eine Konzentration wirtschaftlicher und politischer Macht in den beiden Großstädten Quito und Guayaquil. Im Zuge hoher Staatseinnahmen aus dem Erdölexport wurden in den 1970er-Jahren ehemals kommunale Dienstleistungen auf der nationalen Ebene zentralisiert. Kostenintensive und ineffiziente Doppelstrukturen waren die Folge. Diese wirkten sich negativ auf Umfang und Qualität staatlicher Dienstleistungen aus. Die politische und soziale Fragmentierung des Landes sowie häufige Regierungswechsel seit dem Ende des letzten Jahrhunderts behinderten eine abgestimmte, kontinuierliche Entwicklungspolitik, vor allem in den sozialen Grunddiensten, im Umwelt- und Ressourcenschutz und der Wirtschaftsdiversifizierung. Die Lebensverhältnisse der Armen sind dadurch besonders beeinträchtigt. Die Armutsrate lag 2006 landesweit bei 38 Prozent. Im ländlichen Raum leben jedoch über 60 Prozent der Bevölkerung in Armut und fast 27 Prozent der Menschen sind extrem arm. Mehr als die Hälfte der indigenen Bevölkerung lebt in extremer Armut. Im Human Development Index (HDI) steht Ecuador auf Platz 89 von 177.

Der Anteil der Land- und Forstwirtschaft am Einkommen der Gesamtbevölkerung liegt bei 40 Prozent und 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Ecuador ist zugleich das Land mit der größten biologischen Vielfalt im Verhältnis zu seiner Oberfläche. Rund 18 Prozent der Landesfläche stehen unter Naturschutz. Demgegenüber steht eine Abholzungsrate von ungefähr 165.000 Hektar pro Jahr, das entspricht 1,5 Prozent. Die prekäre wirtschaftliche Situation der armen Bevölkerungsgruppen fördert eine auf kurzfristige Sicherung der Lebensgrundlagen ausgerichtete, nicht nachhaltige Landnutzung sowie die illegale Nutzung der unter Schutz stehenden Naturressourcen. Ökonomisch rentable Alternativen des Ressourcenmanagements fehlen oder sind zu wenig auf die Beteiligung der lokalen Bevölkerung ausgelegt. Ein Zugang zu Beratungsdienstleistungen und Entscheidungsprozessen ist diesen Bevölkerungsgruppen oft verschlossen. Gesetze und Förderpolitiken im Umweltbereich sind lückenhaft, widersprüchlich oder stehen im Konflikt zu lokalen Entwicklungsinteressen und sind deshalb schwer durchsetzbar. Die Folgen sind fortschreitende Degradierung der natürlichen Ressourcen und stetige Zunahme ländlicher Armut, zunehmender Verlust an Artenvielfalt sowie Abnahme der Bodenproduktivität.

Der Chimborazo (6.310 Meter) ist der höchste Vulkan Ecuadors und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes. © GTZ

(Bild oben: Der Chimborazo ist mit 6.310 Metern ist der höchste Vulkan Ecuadors und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes. © GTZ)

Trotz einiger Verbesserungen, beispielsweise beim Zugang zu Bildung, herrscht in Ecuador weiterhin eine beträchtliche Ungleichbehandlung der Geschlechter. Sie ist hauptsächlich erkennbar an schlechteren Beschäftigungsmöglichkeiten, geringerer Bezahlung bei gleicher Arbeit und mangelnden politischen Beteiligungsmöglichkeiten für Frauen. Die politisch-bürgerlichen Menschenrechte werden in Ecuador formal geachtet und nicht systematisch oder in großem Umfang verletzt. Bei der Verwirklichung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte gibt es jedoch noch bedeutenden Nachholbedarf.

Zur Überwindung dieser Entwicklungsengpässe betreibt Ecuador seit Jahren Staatsmodernisierung und ‑dezentralisierung. Im Mittelpunkt der Reformen steht die Verlagerung öffentlicher Aufgaben und Ressourcen auf nachgeordnete Gebietskörperschaften in Provinzen, Gemeinden und Ortsteilen. Modernisierung und Dezentralisierung der öffentlichen Verwaltung verlaufen jedoch schleppend; die Gebietskörperschaften haben noch erhebliche Schwierigkeiten, ihre Aufgaben effizient und transparent wahrzunehmen. Den lokalen Regierungen fehlen häufig organisatorische, technische und finanzielle Ressourcen, um aktuelle und zukünftige Funktionen sach- und bedarfsgerecht zu erfüllen.

Benachteiligte Bevölkerungsgruppen leiden besonders unter unzureichenden Basisdienstleistungen wie Trinkversorgung sowie Abwasser- und Abfallbeseitigung. Die Bürger können ihre Interessen in die öffentliche Entscheidungsfindung nur bedingt einbringen oder soziale Kontrolle ausüben. Auch die produktiven Aktivitäten werden durch zentralistische Strukturen mit unnötigen Kosten und Zeitaufwand belastet.

Im Umweltbereich verfolgt die Regierung zahlreiche Strategien zur nachhaltigeren Nutzung der natürlichen Ressourcen. Die Wirkungen zeigen jedoch noch nicht das erhoffte Ausmaß. Obwohl Ecuador einen hohen Anteil seiner Gesamtfläche unter Naturschutz gestellt hat, ist die Schutzfunktion beeinträchtigt, weil die Gebiete weit verstreut liegen. Stetig weiter eingeschränkt wird die Schutzfunktion auch durch die hohe Waldabholzung. Das nachhaltige Management der Wälder zum Erhalt der biologischen Vielfalt, Produktivität und Wasserressourcen sowie zur Vermeidung von Bodenerosion befindet sich noch am Anfang.

Juli 2008


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