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Kolumbien: Der lange Weg zur FriedenskulturWie das soziale Engagement der Privatwirtschaft dazu beitragen kann Die Provinz Huila liegt im Südwesten Kolumbiens. Hier sind die Kaffeebauern besonders von den bewaffneten Konflikten im Land betroffen. Um deren wirtschaftliche und soziale Situation zu verbessern, ergriff der örtliche Kaffeeproduzent Coffee Company 2005 die Initiative. Er bot kleinen Kaffeebauern die Möglichkeit, sich zu organisieren, bildete sie im Getreideanbau weiter und half ihnen dabei, eigene Unternehmen zu gründen. So wurde der illegale Anbau eingedämmt, die Qualität des Kaffees deutlich erhöht. Heute können mehr als 1.000 Familien kleiner Kaffeeanbauer mit einem sicheren Einkommen rechnen. Und auch über den reinen Kaffeeanbau hinaus zeigt das Projekt Wirkung: In der Region gibt es Friedensräte, Frauen und Jugendliche werden an den Projekten beteiligt. Ein Beleg dafür, dass private Unternehmen wie Coffee Company viel tun können, um die Entwicklung einer Gemeinschaft zu fördern. Beim Wirtschaftsforum der ExpoKolumbien in Berlin stellte Javier Murgueitio, Leiter der Abteilung für soziale Angelegenheiten bei Coffee Company, das soziale Engagement seines Unternehmens vor. Im Sommer dieses Jahres war Murgueitio dafür mit dem Preis „Emprender Paz“ („Mit dem Frieden beginnen“) ausgezeichnet worden Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH und die Konrad Adenauer-Stiftung riefen diesen Wettbewerb 2008 ins Leben, um Initiativen zu ehren, die sich besonders für die Friedensentwicklung engagieren. Insgesamt stellten in diesem Jahr 55 Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Projekte vor. „Emprender Paz“ ist Teil des Programms „Friedensentwicklung durch Förderung der Zusammenarbeit zwischen Staat und Zivilgesellschaft“ (CERCAPAZ), das die GTZ seit 2007 im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchführt. Das Programm will dazu beitragen, eine transparente, nachhaltige und auf Vertrauen basierende Zusammenarbeit zwischen Bürgerinnen und Bürgern, zivilgesellschaftlichen Gruppen und staatlichen Organen zu ermöglichen. „Die kolumbianische Bevölkerung steht dem Staat zutiefst misstrauisch gegenüber, denn noch immer bestimmen gewaltsame Konflikte, Klientelismus und Korruption das Land. Unser Ziel ist es, den Wechsel von der Gewalt- zur Friedenskultur zu schaffen, quer durch alle Generationen und gesellschaftlichen Gruppen“, erläutert Peter Hauschnik, der für die GTZ das Programm CERCAPAZ leitet. Die Privatwirtschaft sei dabei ein wichtiger Partner, dessen Potenzial in Kolumbien bislang noch kaum bedacht werde.
(Im Bild: Günter Piening und César López. Foto: GTZ) Um vor allem auch Jugendliche einzubinden, arbeitet die GTZ zudem mit verschiedenen Friedensinitiativen zusammen. Dazu gehört auch die Kooperation mit dem Musiker und Friedensaktivisten César López, der in Kolumbien sehr populär ist. López singt von Müttern, die ihre Söhne in einem sinnlosen Krieg verloren haben. Eine seiner bekanntesten Textzeilen: „Jeder Schuss ist ein Verlust." Seine Lieder begleitet er auf der „Escopetarra“, ein zu einer Gitarre umgebautes Maschinengewähr. Sie steht dafür, dass ein Instrument der Gewalt zu einem Symbol des Friedens werden kann. Im Rahmen der ExpoKolumbien trat López im GTZ-Haus Berlin auf und übergab die Escopetarra an Günter Piening, den Integrationsbeauftragten des Landes Berlin. Dieser lobte das Engagement des Kolumbianers: „Es ist die Zivilgesellschaft, die Veränderungen bewirken kann, wenn sie nicht auf Veränderungen von oben wartet“, sagte Piening. Weitere Informationen
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Aus der Praxis |