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E-Mail: Sylvia.Reinhardt@giz.de

Unterstützung der Aktivitäten der OAS zur Förderung der Rechte indigener Völker in Lateinamerika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der Aktivitäten der OAS zur Förderung der Rechte indigener Völker in Lateinamerika
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Lateinamerika und Karibik
Politischer Träger: Organisation Amerikanischer Staaten
Gesamtlaufzeit: 2009 bis 2011

Ausgangssituation

Indigene Völker stellen knapp 10 Prozent der Gesamtbevölkerung in Lateinamerika, wobei ihre Bevölkerungsanteile in den einzelnen Ländern von wenigen Prozent bis zur Bevölkerungsmehrheit schwanken. Sie sind die am stärksten benachteiligte Bevölkerungsgruppe und in besonderem Maße von extremer Armut betroffen. Ihre politisch-gesellschaftliche Ausgrenzung durch ungleichen Zugang zu Bildung, Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten und Gesundheitsdienstleistungen, die unzureichende Anerkennung indigener Territorien sowie die Ausbeutung natürlicher Ressourcen entziehen ihnen nach wie vor ihre materiellen und kulturellen Existenzgrundlagen.

In den vergangenen Jahrzehnten wuchs weltweit die politische Aufmerksamkeit für die Benachteiligung indigener Völker. Die Gründe dafür liegen vor allem in der deutlich gewachsenen politischen Artikulationsfähigkeit indigener Völker und den damit einhergehenden Prozessen der Anerkennung indigener Rechte in den Vereinten Nationen (VN-Dekaden, VN-Erklärung indigener Rechte 2007) und anderen internationalen Organisationen (etwa OAS).

Trotz dieser gestiegenen Aufmerksamkeit für indigene Belange müssen die  Verfahren innerhalb der internationalen Organisationen noch verbessert werden, um eine angemessene Partizipation Indigener an Entscheidungsprozessen sicher zu stellen.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt daher, neben der direkten Zusammenarbeit mit indigenen Organisationen, die bessere Berücksichtigung indigener Interessen innerhalb des interamerikanischen Systems. In Zusammenarbeit mit der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) wird die Mitwirkung indigener Organisationen an der Entwicklung einer interamerikanischen Agenda gestärkt.

Ziel

Ziel des Vorhabens „Stärkung der Partizipation indigener Völker im interamerikanischen System“ ist, dass indigene Gruppen und Organisationen sich auf Ebene der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) aktiver an der Entwicklung und Umsetzung einer interamerikanischen Agenda beteiligen, die sich vordringlich und spezifisch mit ihren Rechten und Belangen befasst. Diese verbesserte Kooperation kann zu einer signifikanten Erhöhung der Mandate und Resolutionen der OAS-Mitgliedstaaten zu indigenen Belangen, einem Rückgang an Menschenrechtsverletzungen an der indigenen Bevölkerung sowie zu einer verbesserten Reaktion der Regierungen und Einrichtungen des interamerikanischen Systems auf die Rechte indigener Völker führen. Träger des Vorhabens ist die OAS, Zielgruppe sind indigene Organisationen einerseits und die Mitgliedsstaaten der OAS andererseits.

Das Vorhaben soll einen Beitrag dazu leisten, die OAS und ihre Aktivitäten stärker im Bewusstsein der indigenen Bevölkerung zu verankern. Auf diese Weise soll das Ansehen der OAS in der Öffentlichkeit und insbesondere innerhalb der indigenen Bevölkerung gesteigert werden. Umgekehrt soll die indigene Bevölkerung und deren Rechte und Belange stärker in die OAS integriert werden.

Vorgehensweise

Die GTZ vergibt einen Finanzierungsvertrag (Grantvertrag) an die OAS, damit diese folgende Leistungen durchführen kann:

  • Aktivitäten zum Capacity-Building indigener Vertreter und Gruppen/Organisationen, insbesondere in den Bereichen Gesetzgebung, öffentliche Politik und Projektentwicklung 
  • Steigerung der Partizipationsmöglichkeiten indigener Völker im inter-amerikanischen System, z.B. über Methoden zur Einbringung von Inputs in relevante Organe und Prozesse, Beratung,
  • Informationsaustausch und Sensibilisierung innerhalb des inter-amerikanischen Systems zu den Belangen indigener Völker und zu Lösungsansätzen.

Das Projekt setzt das „BMZ-Konzept zur Entwicklungszusammenarbeit mit indigenen Völkern in Lateinamerika und der Karibik“ um und unterstützt die Umsetzung der den indigenen Völkern in den Verfassungen der lateinamerikanischen Länder und in internationalen Vereinbarungen zugesagten Rechte. Durch den überregionalen Ansatz werden bilaterale Aktivitäten und vorliegende Erfahrungen auch anderer Geber besser genutzt und verbreitet sowie indigene Organisationen für ihre Beteiligung in der OAS gestärkt.

Das Projekt wird in Synergie zum Vorhaben der Spanischen Agentur für Internationale Kooperation (AECI) „Promoción de la Participación y los Derechos Humanos de los Pueblos Indígenas de las Americas“ (Förderung der Partizipation und der Menschenrechte der indigenen Völker der Amerikas) durchgeführt. Die beiden Projekte haben das gleiche Gesamtziel und einen ähnlichen methodischen Ansatz und Zeitrahmen.


Ansprechpartner


Frau Sylvia Reinhardt
E-Mail: Sylvia.Reinhardt@giz.de
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