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Nachhaltige ländliche Entwicklung - Schutz und nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen

Etwa 14 Millionen der 27 Millionen Peruaner leben unterhalb der Armutsgrenze, davon sieben Millionen im ländlichen Raum. Ackerbau und Viehzucht, oft auf Subsistenzniveau, stellen die wichtigste Lebensgrundlage der ländlichen Bevölkerung in Peru dar. Wesentliche Entwicklungshemmnisse des ländlichen Raums in Peru sind die niedrige Produktivität, unklare Landbesitzverhältnisse, geringe Vermarktungsquoten, unzureichende Marktanbindung, hohe Preisschwankungen der Hauptkulturen und das Risiko von Naturkatastrophen. Zusätzlich herrscht ein unzureichendes Angebot an Dienstleistungen, dessen Ausbau aber Voraussetzung für technologische Innovationen, Erschließung neuer Märkte, Vernetzung der Landwirtschaft mit anderen Wirtschaftssektoren und den Aufbau von nachhaltigen Wertschöpfungsketten ist.

Diese Faktoren führen zu hohen sozialpolitischen und volkswirtschaftlichen Kosten sowie fortschreitender Zerstörung der natürlichen Ressourcen und intakter Naturräume. Unzureichende Normen und Kontrollen sowie ein Planungsdefizit auf regionaler und nationaler Ebene können dieser Entwicklung nur ungenügend Einhalt gebieten. Dies wiederum erhöht die Anfälligkeit der Bevölkerung gegenüber Naturkatastrophen.

Peru zählt zu den Ländern mit der weltweit höchsten Biodiversität. Die Ausweisung von Schutzgebieten (13 Prozent der Fläche) und ihrer Pufferzonen ist der Versuch sie zu erhalten. Nationale Umweltgesetze sowie internationale Abkommen und Konventionen finden bislang nur zögerlich Berücksichtigung in der nationalen Politik. Mechanismen zum Ausgleich von Interessen im Falle von kontroversen Ansprüchen auf Ressourcennutzung sind wenig entwickelt.

Nachhaltige ländliche Entwicklung setzt ein Gleichgewicht zwischen Schutz der natürlichen Ressourcen und Umweltleistungen einerseits und der Bewirtschaftung der Agrarflächen andererseits voraus. Beide Aspekte werden seitens der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in einem konzeptionellen Zusammenhang gefördert, um der Bevölkerung die nachhaltige Erhöhung ihrer Einkommen durch marktorientierte Aktivitäten zu ermöglichen und zu­gleich einen Beitrag zum Erhalt der natürlichen Ressourcen zu leisten.

Durch den deutschen Beitrag werden die relevanten Akteure in die Lage versetzt, ökologisch vertretbare Maßnahmen umzusetzen. Ein erhöhtes Umweltbewusst­sein wirkt dem weiteren Verfall der natürlichen Produktionsgrundlage der Landbevölkerung entgegen. Vorgaben, in denen die Verbindung von Schutz und Nutzung der natürlichen Ressourcen Berücksichtigung findet, werden ebenso wie lokal angepasste Kriterien des Managements von Katastrophenrisiken in strategische Raumordnungs- und Entwicklungspläne integriert. Durch Stärkung von Wertschöpfungsketten im Agrarsektor und Förderung von vor- und nachgelagerten Produktionsbereichen in der Agrarwirtschaft sind Beschäftigungs- und Einkommenseffekte zu erwarten.


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