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Herr Reinhard Bodemeyer
E-Mail: reinhard.bodemeyer@giz.de

Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen in Zentralasien

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen in Zentralasien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan
Gesamtlaufzeit: 2002 bis 2013

Ausgangssituation

Zentralasien besteht zu über achtzig Prozent aus Trockengebieten. Die ökologische Anfälligkeit trockener (arider) Naturräume verlangt schonende Landnutzungsformen, um nicht den irreversiblen Verlust der natürlichen Produktivität und damit der ländlichen Lebens- und Wirtschaftsgrundlage zu riskieren. Durch den anhaltenden Raubbau an den Ressourcen sind ganze Landstriche Zentralasiens verödet. Im Extremfall werden sie unbewohnbar, wie der austrocknende Aralsee, dessen ehemals prosperierende Hafenstädte heute vierzig Kilometer vom Seeufer entfernt liegen. Die vorherrschenden Landnutzungspraktiken wirken destruktiv auf Boden- und Wasserressourcen, Wälder und Artenvielfalt (Biodiversität). Die Landbevölkerung spürt die Konsequenzen der vom Menschen verursachten Wüstenbildung unmittelbar durch steigende Armut. Zeitverzögert treffen sie Ökonomie und Gesellschaft als Ganze. Die volkswirtschaftlichen Kosten, vor allem in Form des Verlustes an Bodenfruchtbarkeit und in der Folge Ernterückgänge, erreichen Größenordnungen von dreißig Prozent in den zurückliegenden zehn Jahren.
Zentralasien ist eine der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Regionen weltweit. Um die verheerenden Auswirkungen des Zusammenspiels von aridem Klima, Ressourcendegradierung und Klimawandel zu begrenzen, muss der Zustand der Ressourcen und Ökosysteme als einzige steuerbare Größe der Gleichung stabilisiert und rehabilitiert werden. Typische Probleme in Zentralasien sind:

  • Degradierung von Weideland und Steppe
  • Versalzung pflanzenbaulich genutzter Bewässerungsflächen
  • Degradierung von Wäldern aller Art
  • Zerstörung der Hochgebirgsvegetation zur Deckung des Brennstoffbedarfs

Ziel

Nationale, regionale und lokale Strategien der Desertifikationsbekämpfung werden effektiv und flächendeckend umgesetzt. Die Basis für die Anpassung an den Klimawandel und die Sicherung der Lebensräume und Ressourcen Zentralasiens für zukünftige Generationen ist geschaffen.

Vorgehensweise

Bisherige Erfahrungen mit Ressourcenschutz in Transformationsländern haben gezeigt, dass für Nutzerbeteiligung an Planung und Durchführung von Maßnahmen die lokale Ebene der geeignete Einstieg ist. Zunächst muss der praktische Nachweis geführt werden, wie Ressourcenschutz auf der Nutzerebene funktionieren kann und welche Voraussetzungen und Wirkungen er hat. Die Wirkungen können nicht allein auf gute Beispiele beschränkt bleiben. Vielmehr müssen akzeptierte Lösungen über alle Ebenen nach oben weitergegeben und schließlich in Regulierungen und Verbesserungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen einfließen. Parallel zu diesem Ansatz von unten wird auf nationaler Ebene versucht, durch Diskussions- und Reflexionsprozesse proaktive Politik in allen Sektoren, die Ressourcen nutzen, anzustoßen.
2004 wurde die gemeinsame Initiative zentralasiatischer Staaten für Landmanagement (Central Asian Countries Initiative for Landmanagement – CACILM) gegründet, um überregionale und nationale Maßnahmen zur Bekämpfung von Landdegradierung und zur Verbesserung ländlicher Lebensbedingungen zu planen, zu finanzieren und zu koordinieren. Die Regierungen der fünf am Projekt beteiligten Länder sowie Geberländer wie Deutschland, die Schweiz und Kanada sowie Geber wie Asian Development Bank (ADB), United Nations Development Programme (UNDP), Global Mechanism (GM) of the United Nations Convention to Combat Desertification, Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO), International Fund for Agricultural Development (IFAD), die Weltbank und International Center for Agricultural Research in the Dry Areas (ICARDA) arbeiten in der Initiative CACILM zusammen.
Die nationalen CACILM-Strukturen in Zentralasien sind Ansprechpartner des Programms, um Prozesse anzustoßen, die das Thema Naturressourcenmanagement auf der nationalen Ebene breit positioniert (Mainstreaming).
In der ersten Phase (Januar 2007 bis September 2009) konzentrierte sich CACILM auf das Thema Landmanagement. Für die zweiten Phase (Oktober 2009 bis Dezember 2013) sind weitere Themen Erhalt der Biodiversität, Wasser und Unterstützung der Länder bei der Anpassung an den Klimawandel.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Die Wirkungen des Programms entfalten sich in rund zehn Projekten in Zentralasien. Jedes Projekt verfügt dazu über ein eigenes System für Monitoring und Evaluierung (M+E-System). Institutionen und Organisationen, die Maßnahmen zur nachhaltigen Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen auf lokaler Ebene unter Beteiligung der Zielgruppen und Nutzer planen und durchführen, nehmen zu. Auf der lokalen Ebene erarbeitete Lösungen werden an die jeweilige nationale Ebene übergeben und finden dort Eingang in eine Verbesserung der gesetzlichen und regulativen Rahmenbedingungen. Regional kann auf eine zunehmende Anzahl erfolgreich getesteter Ressourcenschutzansätze aus den fünf Ländern zurückgegriffen werden, um sie über regionalen Austausch und Lernplattformen weiterzugeben.


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