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Frau Ulrike Gantzer-Sommer
E-Mail: ulrike.gantzer-sommer@giz.de

Aufbau einer Berufsakademie an der Universität Durres

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Aufbau einer Berufsakademie an der Universität Durres
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Albanien
Politischer Träger: Ministerium für Bildung und Wissenschaft
Gesamtlaufzeit: Juli 2007 bis Dezember 2009

Ausgangssituation

Einer der großen Engpässe Albaniens ist die berufliche Qualifikation der Menschen. Das albanische Berufsbildungssystem wird aufgrund geringer Arbeitsmarktorientierung den Erfordernissen des Marktes nicht gerecht. Das gilt sowohl für die sekundäre als auch für die universitäre Bildung. Das Lehrangebot der Universitäten ist sehr theoretisch und wenig praxisbezogen. Eine postsekundäre berufliche Bildung, vergleichbar mit Berufsakademien in Deutschland, die eine wissenschaftliche Ausbildung mit praktischen Erfahrungen in einem Betrieb kombiniert, gibt es in Albanien nicht. Die Bildungseinrichtungen können für die Bewältigung verantwortungsvoller Managementaufgaben in den Unternehmen nicht ausreichend Fachkräfte bereitstellen. Das Wachstums- und Modernisierungspotenzial der Wirtschaft ist durch dieses Defizit eingeschränkt.

Ziel

Absolventinnen und Absolventen der Berufsakademie an der Universität in Durres entsprechen den Qualifikationsanforderungen des Arbeitsmarktes. Durch die Bereitstellung qualifizierten Fachpersonals für mittlere und gehobene Positionen wird die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen verbessert.

Vorgehensweise

Die GTZ berät Regierung und Universität im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bei der Etablierung einer autonomen Berufsakademie, zunächst für die Fachrichtungen Banken- und Bauwirtschaft sowie Tourismus. Gemeinsam mit Vertretern der Wirtschaft werden Curricula entwickelt; die Qualifizierung des Lehrpersonals gehört ebenfalls zu den Aufgaben. Unternehmen, Kammern und Verbände werden inhaltlich und organisatorisch über die praktischen Ausbildungsabschnitte informiert. Die Berufsakademie ermittelt zunächst geeignete Betriebe, um sie für die neue Form der höheren beruflichen Ausbildung zu gewinnen. GTZ und Berufsakademie entwickeln ein Modell für die Finanzierung der Berufsakademie, einschließlich rechtlicher Regelungen für das gemeinsame Agieren von Staat und Privatwirtschaft bei der Ausbildung.

Die Ausbildung an der Berufsakademie schließt mit dem Bachelor ab. Vorbild sind die baden-württembergischen Berufsakademien. Der Abschluss soll in Albanien und in Deutschland anerkannt sein. Dies erfordert ein sehr hohes Ausbildungsniveau. Neben albanischen sollen daher anfangs auch internationale Dozenten unterrichten. Ein Teil der Lehrkräfte kommt aus der Wirtschaft.

Zum Projektteam gehören eine intermittierend eingesetzte Langzeitfachkraft, eine albanische Fachkraft sowie internationale Kurzzeitfachkräfte für spezifische Aufgaben.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Alle behördlichen Genehmigungen und ein Budget der Berufsakademie liegen vor. Ein Dekan ist ernannt, ein Fakultätsrat eingesetzt. Im Oktober 2008 hat die Ausbildung mit einem Einführungsseminar und einem Praxisabschnitt in einer beteiligten albanischen Bank begonnen.


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