Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
www.giz.de.
![]() |
|
Ansprechpartner |
Nachhaltiges WassereinzugsgebietsmanagementProjektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Nachhaltiges Wassereinzugsgebietsmanagement im unteren Mekong-Becken
AusgangssituationIm unteren Mekong-Becken sind über 80 Prozent der Bevölkerung von den natürlichen Ressourcen des Flusssystems abhängig. Außerdem werden rund 300 Millionen Menschen direkt aus dieser Region mit Nahrungsmitteln versorgt. Dabei entspricht die Bewirtschaftung der Wassereinzugsgebiete nicht den Grundsätzen der Nachhaltigkeit. Die unkoordinierte Bewirtschaftung und konkurrierende Nutzungsansprüche führen zu anhaltender Waldzerstörung, Bodendegradierung, verringerter Bodenfruchtbarkeit sowie tiefgreifenden Störungen des Wasserhaushaltes. Häufiger auftretende Überflutungen und Überschwemmungen einerseits und anhaltende Niedrigwasserperioden und Wassermangel andererseits sind die Folgen. Die schwierige Aufgabe, einen Ausgleich der Nutzungsansprüche über nationale Grenzen hinaus zu unterstützen, ist Sache der Mekong River Commission (MRC), die 1995 von den Anrainerstaaten des unteren Mekong-Beckens gegründet wurde und seither von der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und einer Reihe internationaler Geber unterstützt wird. ZielPlanung und Koordination einer nachhaltigen Ressourcenbewirtschaftung in Wassereinzugsgebieten durch Organisationen der vier Anrainerstaaten des unteren Mekong sind auf nationaler und regionaler Ebene verbessert. VorgehensweiseDas Vorhaben unterstützt nationale Arbeitsgruppen, die sich aus Vertretern der zuständigen Ministerien zusammensetzen, auf fachlicher, organisatorischer und logistischer Ebene. Die Unterstützung bezieht sich unter anderem auf die Erarbeitung des politischen und rechtlichen Rahmens für ein nachhaltiges Management der Wassereinzugsgebiete sowie die Klärung der Rollen und Verantwortungsbereiche zwischen nationaler, Provinz- und Distriktebene. Das Vorhaben bietet Fortbildungen zur langfristigen Finanzierung des Managements von Wassereinzugsgebieten an und leistet direkte Strategie- und Prozessberatung beim Sekretariat der MRC. Auf regionaler Ebene fördert es Erfahrungsaustausch, Kooperation und Koordination. Für exemplarische Probleme des Wassereinzugsgebietes werden in allen vier Ländern gemeinsam mit Experten verschiedener Behörden angepasste Lösungsstrategien entwickelt und angewandt. Die Erfahrungen hieraus werden zunehmend auch anderen Entwicklungspartnern der MRC wie der Asian Development Bank zugänglich gemacht, die diese für ihre eigenen Programme nutzen. Wirkung – Was bisher erreicht wurdeNationale Arbeitsgruppen und Wassereinzugsgebietskomitees betreiben das Wassereinzugsgebietsmanagement bereits weitgehend selbstständig und aktiv. In Kambodscha hat die nationale Arbeitsgruppe Fragen der Zuständigkeit und Koordination von Aufgaben in Wassereinzugsgebieten in einer nationalen Verordnung (Code of Conduct) geregelt. In den Pilot-Wassereinzugsgebieten in Laos, Vietnam und Kambodscha unterstützten die zuständigen Komitees Initiativen zur Lösung von Wassernutzungskonflikten, Überflutungsproblemen und illegalem Sandabbau in Flussbetten. Eine Verordnung für die nachhaltige Finanzierung des Managements von Wassereinzugsgebieten durch Zahlungen der Wassernutzer wurde in Kambodscha vom Vizegouverneur der zuständigen Provinz, der gleichzeitig Vorsitzender des Wassereinzugsgebietskomitees ist, entwickelt. In diesen Ansätzen spiegelt sich auch die erhöhte Koordinations- und Kooperationsbereitschaft der beteiligten Fachministerien wider. Durch regionalen Austausch hat sich ein gemeinsames Verständnis von Wassereinzugsgebietsmanagement herausgebildet, das von der Mekong River Commission getragen und weiterentwickelt wird. Wassereinzugsgebiete bzw. entsprechende ‚sub-river basins‘ werden inzwischen als kleinste Organisationseinheit unter den übergeordneten Flussgebietssystemen anerkannt und sowohl im strategischen Fünfjahresplan (2011–2015) als auch in der Strategie zur Flussgebietsentwicklung der MRC explizit erwähnt. Die gewonnenen, gelungenen Beispiele werden auch von anderen Akteuren im Umfeld der MRC genutzt. Insbesondere die partizipativen Methoden zur Identifizierung und Lösung von Problemen in Wassereinzugsgebieten werden in Vietnam durch Action Aid, in Laos durch Helvetas und in Kambodscha durch die Asian Development Bank angewandt. Darüber hinaus nutzt die internationale Nichtregierungsorganisation Wild Life Alliance in Kambodscha das vom Vorhaben unterstützte Komitee eines Pilot-Wassereinzugsgebiets zur institutionellen Verankerung ihres Vorhabens. |