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Herr Dr. Jürgen Hess
E-Mail: juergen.hess@giz.de

Umweltschutz und Management natürlicher Ressourcen in der Provinz Dak Nong

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Umweltschutz und Management natürlicher Ressourcen in der Provinz Dak Nong
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Sozialistische Republik Vietnam
Politischer Träger: Volkskomitee der Provinz Dak Nong (PPC)
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2011

Ausgangssituation

Die Provinz Dak Nong, im südlichen zentralen Hochland gelegen, hat etwa 480.000 Einwohner. Rund 58 Prozent der Fläche von 6.500 Quadratkilometer sind bewaldet. Dies liegt über dem Durchschnitt des zentralen Hochlands; auch die Bevölkerungsdichte ist mit nur 74 Einwohnern pro Quadratkilometer relativ gering.

Der Druck auf die landwirtschaftlichen und forstlichen Flächen verstärkte sich, als die Kaffeepreise Mitte der 1990er-Jahre stark anstiegen. Heute ist die Region Dak Lak / Dak Nong der wichtigste Lieferant für vietnamesischen Kaffee. Neben der Anpflanzung von Kaffee wurde die Einführung weiterer Kulturen wie Kautschuk, Pfeffer und Cashewnuss gefördert, was zu einer verstärkten Umwandlung vorhandener Waldflächen führt.

Insbesondere den ethnischen Minderheiten fällt es schwer, mit deutlich stärker profitorientierten Zuwanderern mitzuhalten. Vielfach sprechen die Angehörigen der ethnischen Minderheiten die vietnamesische Sprache nur unzureichend und sehen sich einer soziokulturellen Entwicklung ausgesetzt, die ihren traditionellen Werten entgegensteht. In der Folge ziehen sie sich zunehmend auf marginale Standorte zurück und profitieren kaum von der wirtschaftlichen Entwicklung in der Provinz.

Dies trifft insbesondere die ärmeren Gruppen unter den Minderheiten, die mangels Alternativen ihre traditionellen, auf Brandrodungen basierenden Bewirtschaftungsformen fortführen. Ungeklärte Landnutzungsrechte, die schwache Stellung der Minderheiten bei der staatlichen Landnutzungsplanung und Landvergabe sowie der infolge der Preisentwicklungen für agroindustrielle Produkte wie Kaffee, Kautschuk und Pfeffer steigende Flächendruck, führen zu direkten Konflikten vor Ort und zu Konflikten mit der staatlichen Verwaltung.

Ziel

Die Teilhabe der armen ländlichen Bevölkerung, insbesondere der Angehörigen ethnischer Minderheiten, an der wirtschaftlichen Entwicklung der Provinz Dak Nong ist verbessert.

Vorgehensweise

Das Projekt arbeitet auf drei Feldern:

  • Dezentrale Entwicklungsplanung und Mittelallokation
  • Kommunale Waldbewirtschaftung, Landnutzungsplanung und Forstlandallokation
  • Hochlagenlandwirtschaft

Aufbauend auf den Vorarbeiten eines Projektes in der Nachbarprovinz Dak Lak werden in zwei Distrikten technische und administrative Verfahren und Planungsansätze erprobt und an die Situation in der Provinz Dak Nong angepasst. Auf dieser Basis entwickelt das Projekt Modelle in der Land- und Forstwirtschaft sowie technische und administrative Richtlinien und Regelwerke zur provinzweiten Verbreitung.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Dezentrale Entwicklungsplanung und Mittelallokation
Die Steuerung der staatlichen Entwicklungsförderung für ethnische Minderheiten wird durch die Einführung partizipativer Planungsmethoden und bedarfsorientierter Verfahren zur Vergabe öffentlicher Mittel verbessert. Das Durchführungskonzept dieser Komponente baut auf umfangreichen Vorarbeiten und Erfahrungen des Projekts „Rural Development Dak Lak (RDDL)“ in der Nachbarprovinz auf.Mitarbeiter auf Provinz- und Distriktebene übernahmen nach einem entsprechenden Training die Verantwortung für die Dorf- und Kommunalplanung, die von Februar bis Juli 2009 durchgeführt wurde.

Kommunale Waldbewirtschaftung, Landnutzungsplanung und Forstlandallokation
Mit einem Forest Inventory Training wurde in die Grundlagen der kommunalen Waldbewirtschaftung und Forstlandallokation im Pilotdistrikt Dak Song eingeführt.

Erreicht werden sollte die Befähigung der Partnerinstitutionen, das Forest Inventory, also die Erfassung relevanter Daten, durchzuführen und ein verbessertes Verständnis des Waldzustandes in einer ausgewählten Kommune zu erhalten.

Im zweiten Pilotdistrikt Tuy Duc unterstützt das Projekt die Waldlandvergabe an eine Gemeinde. Insgesamt wurden 1.198,5 Hektar Waldland mit einem temporären Bewirtschaftungsplan im Juni 2009 an die Gemeinde verteilt. Momentan unterstützt das Projekt, in Zusammenarbeit mit der Forstabteilung der Tay Nguyen University, die Erstellung eines detaillierten Fünfjahresplans. Auf einer Studienreise in die Nachbarprovinz (RDDL-Projekt) diskutierten die neuen Waldbesitzer mit der dortigen Waldbesitzergemeinde über die Auswahl des zukünftigen Benefit-Sharing-Modells, das die Verteilung des Erlöses aus Rohstoffverkäufen festlegen soll.

In einer weiteren Gemeinde in Tuy Duc, in der das Projekt ein Benefit-Sharing-Modell unterstützt, wird eine Analyse der Holzvermarktung anhand eines Einschlages von 700 Kubikmetern auf der kommunalen Waldfläche von 1.016 Hektar durchgeführt, verbunden mit der Überarbeitung eines Waldmanagementplans für den Zeitraum 2010 bis 2014.

Der Holzsektor ist als eine der Wertschöpfungsketten ausgewählt worden, in denen das Projekt zukünftig arbeiten wird.

Hochlandlandwirtschaft und Förderung ausgewählter Wertschöpfungsketten
Während des Planungsworkshops wurde eine Reihe armutsrelevanter Wertschöpfungsketten ermittelt, die durch das Projekt unterstützt werden sollen. Dieser Auswahlprozess wurde durch einen PACA-Prozess (Participatory Appraisal of Competitive Advantages) intensiviert, mit allen wichtigen Akteuren der beiden Pilotdistrikte und der Provinz, wie Regierungsbehörden, Interessensverbände, Privatsektor, Produzenten und Händler.

In Kooperation mit dem Programm zur Unterstützung der Armutsbekämpfung, dessen Partner das Arbeitsministerium (Ministry of Labour, Invalids and Social Affairs – MoLISA) ist, wurden Methoden und Umsetzungsrichtlinien entwickelt, die armutsrelevante Maßnahmen in der lokalen Wirtschaftsförderung ermitteln (pro-poor PACA).

Prozessbegleitend wurde ein Dokumentarfilm produziert, der das Ministerium und seine Provinz- und Distriktdepartments dabei unterstützt, eigenständig armutsbezogene Wirtschaftsförderungsmaßnahmen zu ermitteln, zu planen und umzusetzen.

Die in diesem Prozess ausgewählten Wertschöpfungsketten, Süßkartoffel, Holzverarbeitung und -vermarktung sowie Kaffee, werden durch das Projekt in Dak Nong zukünftig gezielt unterstützt.

Basierend auf diesen Erkenntnissen wurde im Mai 2009, in Zusammenarbeit mit allen relevanten Departments und der Privatwirtschaft, für jede Wertschöpfungskette eine Strategie für die nächsten fünf Jahre erarbeitet.


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