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Frau Brigitte Koller
E-Mail: brigitte.koller@giz.de

Unterstützung der Armutsbekämpfung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der Armutsbekämpfung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Sozialistische Republik Vietnam
Politischer Träger: Ministerium für Arbeit, Versehrte und Soziale Angelegenheiten (MoLISA)
Gesamtlaufzeit: 2006 bis 2012 (2 Phasen)

Ausgangssituation

Bei der Bekämpfung der Armut konnte Vietnam in den letzten Jahren beachtliche Fortschritte erzielen. Die Armutsrate ging von 78 Prozent im Jahre 1986 auf rund 12 Prozent in 2009 zurück. Armutsminderung besitzt nach wie vor hohe Priorität bei der vietnamesischen Regierung. Im neuen Sozioökonomischen Entwicklungsplan (2011-2015) wird eine weitere Reduzierung der Armut im Land auf unter 10 Prozent und die Verringerung der Disparitäten zwischen Stadt und Land, ethnischen Minoritäten und besonders anfälligen Bevölkerungsgruppen angestrebt. Ein Drittel der Bevölkerung lebt weiterhin an der Armutsgrenze. Seit 2004 verlangsamt sich die ländliche Armutsreduzierung speziell bei ethnischen Minoritäten und in Berggegenden. Die regionale Ungleichheit wächst. Vietnam steht vor der Herausforderung, das zunehmende Stadt-Land-Wohlstandsgefälle und die wachsende soziale Kluft im städtischen Raum zu verringern. Darüber hinaus müssen die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise für die Armen und Gruppen mit niedrigen Einkommen abgemildert werden.

Ziel

Die Lebenssituation armer Haushalte hat sich in den Pilotregionen verbessert. Erprobte Ansätze werden in den nationalen Armutsminderungsprogrammen und in sozialpolitische Maßnahmen eingeführt.

Vorgehensweise

Das Projekt unterstützte zunächst die lokalen Partner in den Provinzen Hoah Binh, Dak Lak und Thanh Hoa bei der Entwicklung von Ansätzen für lokale Wirtschaftsentwicklung, soziale Sicherung und lokales Armutsmonitoring. Seit März 2009 konzentriert das Projekt seine Aktivitäten auf die Reform des sozialen Sicherungssystems und die wirksame und effiziente Umsetzung nationaler Armutsbekämpfungsprogramme in den ärmsten Distrikten.

Die beiden Interventionsfelder lauten:

  • Soziale Sicherung
  • Kompetenzentwicklung für armutsorientierte Distriktentwicklung

Neben der Politikberatung zur sozialen Sicherung, speziell Grundsicherung auf nationaler Ebene, konzentriert sich das Projekt regional auf die sieben ärmsten Distrikte der Provinz Thanh Hoa. Hier werden Durchführungsstrukturen verschiedener Interessensvertreter gestärkt, Distriktverwaltungen beraten Planungs-, Steuerungs- und Monitoringkompetenzen (lokales Armutsmonitoring) aufgebaut und partizipative Dialogforen eingeführt. Örtliche Zuschüsse für Instrumente zur Verbesserung der Einkommenssituation und sozialen Absicherung (soziale Risikofunds) werden vergeben. Einzelne zu Beginn des Projekts begonnene Maßnahmen in Hoa Binh und Dak Lak werden nachbetreut.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Die Anwendung der entwickelten Analysemethoden zur Identifizierung von wirtschaftlichen Potenzialen für arme Bevölkerungsgruppen hat dazu geführt, dass die Qualität und Vermarktung lokaler Produkte wie traditionelle Besen und Wildbienenhonig verbessert wurde und somit zur Einkommenssteigerung bei den Produzenten beigetragen hat.

Das seit Januar 2008 erprobte Modell für Risikopooling in Form eines gemeindebasierten, sozialen Risikofonds trägt in vier Gemeinden zu einer Verbesserung des Risikomanagement der beitragszahlenden Haushalte bei und führt die ländliche Bevölkerung an Versicherungen heran.

Ein transparentes, partizipatives lokales Armutsmonitoringsystem hilft lokalen Entscheidungsträgern zu erkennen und zu entscheiden, wie Ressourcen am besten armutsmindernd verteilt werden können und wird für die Verbreitung auf nationaler Ebene vorbereitet.

Die Erprobung weiterer partizipativer Planungs-, Dialog- und Monitoringinstrumente verbessert die Teilhabe der Bevölkerung an Maßnahmen zur Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse und am Entwicklungsfortschritt.Die Partner nutzen die praxisnahen Fachbeiträge, Prozessberatung und Fortbildungsmaßnahmen des Projekts für die Entwicklung der kommenden Zehnjahresstrategie zur sozialen Sicherung und zur Ausgestaltung eines zukunftsfähigen Grundsicherungssystems.

Eine Studienreise nach Deutschland zum Thema Politik für Niedrigeinkommensgruppen beförderte die Entwicklung neuer Ideen und verstärkte das Interesse an deutscher Beratung zur sozialen Sicherung.

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