Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
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Unterstützung alternativer Konzepte zur KonfliktbearbeitungProjektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Unterstützung alternativer Konzepte zur Konfliktbearbeitung in Timor-Leste
AusgangssituationTimor Leste ist ein Postkonfliktland, dessen Wiederaufbau seit der Unabhängigkeit 2002 immer wieder von gewaltsamen Auseinandersetzungen erschüttert wird. So führte die politische Krise im März 2006 zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Streitkräften, Polizei und verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Das staatliche Rechtssystem befindet sich im Aufbau. Es entspricht nicht den traditionellen timoresischen Wertvorstellungen, die auf Austausch, Ausgleich und funktionierende Beziehungsgeflechte in den Gemeinden ausgerichtet sind. Die meisten Konflikte werden nach traditionellem Recht von lokalen Autoritäten entschieden. Staatlichem und traditionellem System fehlen Mechanismen, in denen die Konfliktparteien konstruktiv miteinander kommunizieren, unterschiedliche Sichtweisen zulassen und sich eigenverantwortlich für tragfähige Lösungen entscheiden können. Dies wirkt sich vor allem auf jüngere Bevölkerungsgruppen negativ aus. Sie haben die Zerstörungen und Massaker von 1999 erlebt und sehen Gewalt als legitimes Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen an. Dies bedeutet eine große Herausforderung für die politische und sozioökonomische Entwicklung des Landes. ZielDie Bevölkerung übernimmt Verantwortung für ihr Handeln und löst ihre Konflikte gewaltfrei und konstruktiv. Das Konfliktlösungspotenzial zivilgesellschaftlicher Akteure zur zivilen Konfliktbearbeitung ist verbessert. VorgehensweiseDas Projekt ist in den Distrikten Covalima und Viqueque tätig, die hohes Konfliktpotenzial aufweisen. Ein landesweit anwendbares Model der Konfliktbearbeitung im Einklang mit der timoresischen Kultur und Tradition wurde entwickelt. In Covalima und Viqueque wurden 568 Mediatoren in Konfliktmanagement, Mediation, Verhandlungsführung und gewaltfreier Kommunikation ausgebildet. Informationen zum nationalen Rechtssystem und rechtliche Hintergründe zu Landkonflikten gehörten ebenfalls zur Ausbildung. Das Projekt hat insgesamt 284 sogenannte Mediationspanels eingerichtet. Das sind neutrale Orte, an denen Mediationen mit geschultem Personal stattfinden. 77 dieser Zentren wurden in Zusammenarbeit mit den Gemeinden neu errichtet und mit Sachmitteln ausgestattet. Die GTZ berät die timoresische Regierung bei der Erstellung einer Gesetzesvorlage zu Mediation sowie bei der Definition von Ausbildungsstandards für Mediatoren. Wirkung – Was bisher erreicht wurdeDie Mediationen tragen zur eigenständigen, gewaltfreien, zeitnahen und kostengünstigen Lösung von Konflikten bei. Spannungen und Konflikte innerhalb der Gemeinden werden reduziert. Der Zugang der Bevölkerung zu Recht ist verbessert und vom traditionellen Rechtssystem bisher ausgeschlossene Gruppen nutzen das Mediationskonzept. Das Projekt vertritt einen prozess-und lösungsorientierten Mediationsansatz. Er ist fokussiert auf gewaltfreie Kommunikation und deshalb geeignet, individuelle Verhaltensänderungen anzustoßen, die für den friedlichen Aufbau des Landes notwendig sind. |
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