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Herr Dr. Ulf Metzger
E-Mail: ulf.metzger@giz.de

Friedenserziehung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Friedenserziehung in Sri Lanka (Education for Social Cohesion, ESC)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ); United Nations Children’s Fund (UNICEF)
Land: Sri Lanka
Politischer Träger: Ministry of Education (MoE)
Gesamtlaufzeit: 2005 bis 2012

Ausgangssituation

Der Bildungssektor in Sri Lanka zeichnet sich durch eine geringe Lehrqualität aus. Außerdem bestehen signifikante Unterschiede im Bildungszugang - sowohl zwischen urbanen und ländlichen Regionen als auch aufgrund ethnischer und sprachlicher Zugehörigkeit. Vor allem in den ehemaligen Bürgerkriegsgebieten im Norden und Osten herrscht ein erhöhter Bildungsbedarf, da viele Kinder zu Zeiten des Konfliktes nur begrenzt am Schulunterricht teilnehmen konnten. Hinzu kommt, dass insbesondere Kinder und Frauen unter den ökonomischen, sozialen und psychischen Folgen der Kriegs- und Fluchtsituation leiden. Wie im Bildungssystem besteht auch im Gesundheitssystem der Bedarf an verbesserten Dienstleistungen, zum Beispiel für die Betreuung von Frauen und Kindern, die unter dem Konflikt besonders stark gelitten haben.

Ziel

Schüler und Jugendliche, ihre Familien und Gemeinden sind durch Bildungsmaßnahmen und psychosoziale Unterstützung zu einem friedlichen Zusammenleben in einer multiethnischen und mehrsprachigen Gesellschaft befähigt.

Vorgehensweise

Das Vorhaben ESC setzt auf drei Ebenen an: Auf der Makroebene berät es das nationale Bildungsministerium und das nationale Bildungsinstitut in Fragen der Bildungspolitik, der Lehrplanentwicklung und Lehrerausbildung. Hinzu kommen die Beratung des Gesundheitsministeriums beim Aufbau von psychosozialen Betreuungseinheiten und die Stärkung der Kooperation mit dem Bildungsministerium in diesem Bereich. Auf der Provinzebene (Mesoebene) arbeitet das Vorhaben mit den Provinzbildungsministerien, den 17 pädagogischen Hochschulen und den 92 lokalen Zentren für Lehrerfortbildung. Auf Schulebene (Mikroebene) wird die Wirkung der neuen Lehrmaterialien auf die Lehr- und Lernresultate in 200 Pilotschulen gemessen.

Bildungskomponente: ESC berät das nationale Bildungsministerium und das nationale Bildungsinstitut in Fragen der Bildungspolitik, der Lehrplanentwicklung und Lehrerausbildung. Ziel ist es, ein kohärentes und konsistentes Konzept und eine Strategie zur nachhaltigen Verbesserung der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften sowie nationale Strategien, Lehr- und Lernmaterialien in den Bereichen Friedens- und Werteerziehung, Spracherziehung und Katastrophenvorsorge zu entwickeln.

Psychosoziale Betreuungskomponente: ESC unterstützt den Aufbau eines gemeindebasierten Netzwerks zur psychosozialen Unterstützung und Betreuung von Menschen mit psychischen Erkrankungen unter Einbindung von Schulen, sozialen Dienstleistern und des Gesundheitssystems.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Eine nationale Friedenserziehungsrichtlinie (National Policy on Education for Social Cohesion and Peace), die die Rolle des nationalen Bildungsministeriums und der nachgeordneten Bildungsinstitutionen in der Friedensförderung definiert, wurde verabschiedet. Kinder lernen, in einer multiethnischen und multilingualen Gesellschaft friedlich zusammenzuleben.

Lehrpläne und Lehrmaterial sowie Lehrerausbildungsprogramme für die beiden Nationalsprachen (Tamil und Sinhala) als Zweitsprachen wurden entwickelt. Diese Unterstützung ermöglicht die Umsetzung der nationalen Politik zu Zweisprachigkeit und trägt zur Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit von Lehrern und Schülern bei.

Nationale Standards zur Schulsicherheit, die landesweit in allen Schulen umgesetzt werden und zur Katastrophenvorsorge beitragen, wurden entwickelt.

Der neue nationale Lehrplan hat die Konzepte der Friedenserziehung und Katastrophenvorsorge integriert. Dies trägt zu einer qualitativen Verbesserung des Unterrichts und des Lernens bei.

In den 17 Pädagogischen Hochschulen für Lehrerausbildung und den 92 lokalen Zentren für Lehrerfortbildung wurden Schulungen in den Bereichen Katastrophenvorsorge und Sicherheit an Schulen, Friedens- und Werteerziehung, Zweitspracherziehung und Förderunterricht vor allem für benachteiligte Schüler durchgeführt.

Ein verbessertes Betreuungsangebot für Kinder, ihre Familien und Lehrer durch 70 psychosoziale Beratungsstellen und ausgebildete Betreuungslehrer an 380 Schulen in konfliktbetroffenen Regionen wurde geschaffen.

Über 1.000 Kinder, die aufgrund des Konflikts und der Armut ihrer Familien die Schulausbildung abgebrochen haben, nehmen an informellen Bildungsangeboten teil („Open Schools“) und können so ihre Schulausbildung beenden sowie ihren Zugang zu Berufsausbildung verbessern.

Fast 10.000 Schüler, die in Camps für ehemalige Kombattanten leben, wurden in der Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen durch die Entwicklung von Lernmaterialien und die Ausbildung von Lehrern unterstützt. Diese Maßnahmen erhöhen ihre Chancen auf weitere Bildung und Beschäftigung.

Über 5.000 Schüler und Lehreranwärter haben an Friedensprogrammen wie zum Beispiel Austauschprogrammen zwischen den einzelnen Schulen („Pals of two Cities“) oder pädagogischen Hochschulen für Lehrerausbildung, an kulturellen Programmen und Friedenstagen teilgenommen. Dieser Austausch zwischen Kindern und Jugendlichen der einzelnen Bevölkerungsgruppen hat sich langfristig positiv auf die Teilnehmer ausgewirkt.

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