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Unterstützung der Friedensarbeit in Mindanao

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der Friedensarbeit in Mindanao
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Land: Philippinen
Politischer Träger: Planungsministerium NEDA (National Economic Development Authority)
Partner: Nichtregierungsorganisationen, lokale Behörden und Bürgerbewegungen
Gesamtlaufzeit: Januar 2005 bis Juni 2009

Ausgangssituation

Konflikte in Mindanao sind in erster Linie historisch gewachsen, bedingt durch die ungleiche Verteilung von Ressourcen und den Zugang zu ihnen. Außerdem hat die philippinische Zentralregierung Mindanao Jahrzehnte lang vernachlässigt. Insgesamt verursachen mehrere Konfliktsituationen und –dynamiken Gewalt und bewaffnete Auseinandersetzungen. So fordern zum Beispiel verschiedene muslimische Gruppen (in erster Linie die Moro Islamic Liberation Front (MILF), aber auch die Moro National Liberation Front (MNLF)) in unterschiedlicher Intensität eine Autonomie und/oder Unabhängigkeit der muslimischen Gebiete in Mindanao. Die Politik der Regierung, christliche Filipinos aus dem Norden des Landes in Mindanao anzusiedeln, hat die Situation zusätzlich verschärft. Auch die ins Abseits gedrängten Ureinwohner Mindanaos (unter dem Begriff Indigenous people zusammengefasst) fordern zunehmend ihre Rechte ein. Die seit Jahrzehnten mitunter bürgerkriegsähnlichen Zustände haben Mindanao in seiner Entwicklung nachhaltig gehemmt, sodass die Region heute zu den ärmsten des Landes zählt. Überdies haben die bewaffneten Konflikte die Gesellschaft radikalisiert und brutalisiert. Dies gilt insbesondere für junge Menschen. In den letzten Jahren nehmen zudem terroristisch orientierte Bewegungen zu, wie zum Beispiel die Abu Sayyaf Gruppe. Dieser werden Verbindungen zum internationalen Terrorismus nachgesagt sowie direkte Kontakte zum Al-Qaida-Netzwerk.

Ziel

Ausgewählte Nichtregierungsorganisationen und Regierungsorganisationen verbessern ihre Dienstleistungen und Fördermaßnahmen in den Bereichen Konflikttransformation, Friedensentwicklung und Armutsminderung in krisengefährdeten Gebieten Mindanaos.

Vorgehensweise

Mit einem eigens eingerichteten Fonds für Kleinprojekte werden in ausgewählten Gebieten Mindanaos konfliktgefährdete Zielgruppen in ihren Bestrebungen unterstützt, die Armut zu mindern und Konflikte zu bewältigen. Seit dem Projektbeginn wurden 25 Partnerschaften mit Nichtregierungsorganisationen und lokalen Gebietskörperschaften geschlossen. Typische Projekte sind die Weiterbildung von Friedensaktivisten, die Betreuung von traumatisierten Kindern, der Aufbau von Lebensgrundlagen für ehemalige Guerillakämpfer oder deren Witwen sowie die Unterstützung von Frauen innerhalb des Friedensprozesses.

Zu den Kleinprojekten, die im Jahr 2007 neu gestartet sind, zählen zum Beispiel:

  • Addressing Clan-Based Violence at the Community Level Utilizing Culture-Sensitive Ways of Resolving Conflict – Umgang mit klanbedingter Gewalt auf Gemeindeebene mittels kultursensibler Wege der Konfliktlösung,
  • Enabling the Indigenous Peoples and the Youth to Articulate their Agenda for Peace – Förderung der Fähigkeit einheimischer Völker und der Jugend, ihren Friedensfahrplan zur formulieren,
  • Building Peace among Higaunons & Increasing their social capital towards greater self-determination – Friedensbildung unter den Higaunons und Verstärkung ihres sozialen Kapitals mit dem Ziel einer besseren Selbstbestimmung.

Die insgesamt in der Umsetzung gewonnenen  Erkenntnisse werden in Arbeitsgruppen und Foren vertieft und ausgetauscht. Um die Wirkung des Projektes zu erhöhen, bestehen Kontakte zu anderen bilateralen und multilateralen Projekten in Mindanao.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Die in das GTZ-Projekt einbezogenen Partnerorganisationen berichten, dass sie zwischenzeitlich zielorientierter arbeiten und ihre vorhandenen Ressourcen wesentlich effektiver einsetzen. Die gewonnenen Fähigkeiten werden zunehmend in Aktivitäten außerhalb der von der GTZ unterstützten Projekte angewendet. Daneben erzeugen die einzelnen unterstützten Kleinprojekten jeweils für sich positive Effekte für die angesprochenen Bevölkerungsteile. Weiterhin hat das Projekt seit 2006 mit dem Welternährungsprogramm kooperiert und in zwei Provinzen und insgesamt 90 Dörfern 8000 t Nahrungsmittel verteilt, und begleitende Arbeiten durchgeführt wie zum Beispiel Basishygiene für Schulkinder und Anlage von Schulgärten. Ausgewählte Partner nehmen an Fortbildungen zu den Themen Projektplanung, Überwachung der Finanzen, Wirkungsbeobachtung und konfliktsensitive Planung teil. So ist zum Beispiel die Zusammenarbeit mit Gemeinden beim Thema Friedensförderung und Armutsminderung für diese ein neuer und innovativer Ansatz, da Gemeinden kaum beziehungsweise gar nicht in diesem Bereich tätig sind. Zudem wurde das Instrument Sports for Peace weiter vertieft. Diese Kombination von Sportveranstaltungen und Spielen, Wettbewerben und Vorlesungen zum Thema Frieden und Konflikt bringt Kinder, Eltern und Lehrer verschiedener Ethnien und Religionen zusammen.


Aktuelles

Fußball und Entwicklungszusammenarbeit: Sport für den Frieden
Philippinen: Schulkinder verschiedener Ethnien und Religionen werden zu Teamkollegen und Freunden – trotz eines jahrzehntealten bewaffneten Konfliktes

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