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Herr Sven Ernedal
E-Mail: sven.ernedal@giz.de

Energieeffizienz in der netzgebundenen Energieversorgung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Energieeffizienz in der netzgebundenen Energieversorgung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mongolei
Politischer Träger: Ministerium für mineralische Rohstoffe und Energie
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2013

Ausgangssituation

In der Mongolei herrschen extreme Klimabedingungen mit kurzen Sommern und langen, sehr kalten Wintern. Die Verstädterung und ein Boom im Bergbausektor führen zu steigendem Energiebedarf, der heute zum größten Teil durch Kohle gedeckt wird. Doch die alten russischen Kraftwerke können in Kürze den Bedarf nicht mehr decken, was zu Strom- und Heizenergieausfällen („Blackouts“) führen könnte. Bei Spitzenlasten am Abend muss teurer Strom aus Russland importiert werden. Kraftwerke und Stromnetze arbeiten mit hohen Verlusten, während bei den Endverbrauchern noch ein hohes Einsparpotential liegt. Die mongolische Regierung verfügt weder über ein Rahmenwerk noch über Strategien und Anreizmechanismen für Energieeffizienz und Energieeinsparung. Die Akteure im Energiesektor, relevante Großverbraucher und Haushaltsverbraucher sind sich zum Großteil über die Einspar- und Effizienzmöglichkeiten nicht bewusst.

Ziel

Die Voraussetzungen für nationale und strategiebasierte Investitionsentscheidungen im Bereich Energieeffizienz und deren Umsetzung im Kraftwerksbereich sind verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt seine Partner, die Energy Authority (EA) und das Ministerium für mineralische Rohstoffe und Energie,  Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz im Kraftwerksbereich und auf der Nachfrageseite zu planen und umzusetzen. Dabei sollen sich die Maßnahmen in eine konsistente Strategie zur Förderung der Energieeffizienz einbetten. Das Vorhaben berät die Partner bei der Erarbeitung dieser Strategie. Mit der Strategie wird angestrebt, die derzeit häufig isoliert getroffenen Entscheidungen über (Betriebs-) Verbesserungen und Investitionen  auf eine breitere und systematischere Basis zu stellen.

Im Kraftwerkssektor wird eine Analyse des Gesamtsystems der Stromerzeugung durchgeführt, um darauf aufbauend Effizienzpotenziale identifizieren zu können. Im Bereich der nachfrageseitigen Energieeffizienz werden die Potenziale zur Reduzierung von Verbrauchsspitzen und zur Verbesserung der Lastverteilung identifiziert und Finanzierungsoptionen für investive Maßnahmen erarbeitet.

Flankierend werden Trainings- und Schulungsmaßnahmen im Kraftwerkssektor fortgeführt, da es angesichts der ambitionierten mittelfristigen Ausbauplanung in Zukunft einen hohen Bedarf an qualifiziertem Personal geben wird. Ziel ist es, die Managementfähigkeiten der Fach- und Führungskräfte in Kraftwerken und anderen Institutionen zu stärken. Die Zusammenarbeit mit Fachverbänden, Institutionen und Unternehmen in Europa ermöglicht mongolischem Fachpersonal und Institutionen den Zugang zu Fachwissen und modernen Technologien und trägt zum Reformprozess im mongolischen Energiesektor bei.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Unter Mitwirkung einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der privaten und staatlichen Behörden, Unternehmen und Organisationen des Sektors und des Projekts wurde eine Verordnung über die "Maßnahmen im Energie- und Brennstoffsektor" vom Parlament verabschiedet. Durch diese Reform werden die Kraftwerke ab 2014 kostendeckend arbeiten können und der Sektor wird attraktiver für Neuinvestitionen.

Ein Konzept zur Verbesserung des normativen Rahmenwerkes im Energiesektor wurde entwickelt und vom Partner als Grundlage für weitere Verbesserungen des gesamten Standardwerkes im Energiesektor der Mongolei übernommen. Beispielhaft wurde die Umsetzung von vier europäischen Normen aus dem Energiebereich gemeinsam mit dem Partner in Angriff genommen.

Bei den Führungskräften des Energiesektors macht sich zunehmend eine Bewusstseinsänderung bemerkbar. Die mongolische Seite finanziert umfangreiche Trainingsmaßnahmen mit dem in Europa technologisch führenden Kraftwerks-Verband VGB Powertech und der Kraftwerksschule Essen. Manager/innen und Ingenieure/innen der Kraftwerks- und Netzbetreiber können heute Möglichkeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz selbstständig erkennen und Vorschläge für nachhaltige betriebliche Maßnahmen ausarbeiten. Damit können Betriebsausfälle von Kraftwerken und Umspannwerken sowie Verluste bei der Stromübertragung und -verteilung durch Optimierungsmaßnahmen deutlich reduziert sowie Schwachstellen identifiziert werden.

Drei Studien zur Energieeinsparung im Kraftwerk-4, das anteilig 70 Prozent der gesamten Energie der Mongolei produziert, werden im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit im Jahr 2011 umgesetzt. Durch diese Maßnahmen werden die Brennstoffkosten um 300.000 Euro und der CO2-Ausstoss um 130.000 Tonnen pro Jahr reduziert.

Auf der Basis der vom Projekt durchgeführten Messungen und Analysen an Kraftwerkskesseln hat das Heizkraftwerk Darkhan die Ausmauerung eines Kessels im Rahmen einer PPP-Maßnahme mit einer deutschen mittelständischen Firma durchgeführt und dabei mehrere mongolische Ausmauerungsfachleute in der einschlägigen Technik ausgebildet. Der Kessel ist fertiggestellt und die Ergebnisse der Messungen nach der Ausmauerung zeigen eine Effizienzsteigerung des Kessels von etwa 5 Prozent an.


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