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Herr Klaus Schmidt-Corsitto
E-Mail: klaus.schmidt-corsitto@giz.de

Klimawandel und Biodiversität – Schutz und Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Klimawandel und Biodiversität – Schutz und Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mongolei
Politischer Träger: Ministerium für Natur, Umwelt und Tourismus
Gesamtlaufzeit: 2005 bis 2011

Ausgangssituation

Steppen und Wälder sind die wichtigsten Ökosysteme der Mongolei. Sie sind zwar an extreme Klimabedingungen angepasst, jedoch auch anfällig gegenüber klimatischen Veränderungen. Die bisher beobachteten und prognostizierten Klimaveränderungen, vor allem der Temperaturanstieg und die abnehmenden Niederschläge, haben dramatische Auswirkungen auf die Ökosysteme und deren Artenvielfalt (Biodiversität). Zunehmende Brände, schädliche Insekten, Massenerkrankungen und Wasserstress sind entscheidende Zerstörungsfaktoren.

Der Erhalt der Ökosysteme und ihrer Biodiversität ist nicht nur von ökologischer, sondern auch von ökonomischer Bedeutung. Rund ein Drittel der Mongolen lebt als Nomaden von der Viehzucht. Der Rückgang der Steppe, der von den Klimaveränderungen ausgelöst wird, bedroht ihre Existenz. Durch die klimabedingte Abnahme von Waldflächen ist auch in der Forstwirtschaft mit ökonomischen Einbußen zu rechnen.

Aktuelle Strategien staatlicher und nichtstaatlicher Akteure zur Nutzung und Erhaltung der Biodiversität in der Mongolei sind nicht ausreichend, um den schnellen Verlust der Biodiversität aufzuhalten. Sie berücksichtigen den Klimawandel nicht in angemessener Weise.

Ziel

Der Erhalt der durch den Klimawandel gefährdeten Biodiversität in mongolischen Wald- und Steppengebieten wird nachhaltig unterstützt.

Vorgehensweise

Zielgruppe des Programms ist die ländliche Bevölkerung der Mongolei, die vom Erhalt und der nachhaltigen Nutzung der natürlicher Ressourcen und der Biodiversität abhängt und vom Klimawandel stark betroffen ist.

Das Programm berät nationale Ministerien bei der Entwicklung einer an den Klimawandel angepassten Umweltpolitik sowie bei der Verbesserung der politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen zur nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen. Die Beratung konzentriert sich insbesondere auf den Erhalt der Biodiversität und die Anpassung an den Klimawandel.

Direkt Begünstigte sind ländliche Familien in den Regionen Khangai und Khentii mit insgesamt etwa 210.000 Einwohnern. Die institutionellen und rechtlichen Voraussetzungen werden geschaffen, um natürliche Ressourcen im Hinblick auf die neuen Herausforderungen nachhaltig zu bewirtschaften. Das bezieht sich insbesondere auf ein effizientes Weidemanagement und eine nachhaltige Holznutzung.

Umweltkommunikation und Umweltbildung sind ein weiteres Standbein des Programms. Umweltinformationszentren werden aufgebaut und Lehrpläne für Schulen und Universitäten eingeführt, damit die Bevölkerung die Ressourcennutzung stärker am Erhalt der Biodiversität ausrichtet. Die Programmkomponente wird durch einen finanziellen Beitrag der Regierung der Niederlande unterstützt.

Mit einem breit angelegten Ausbildungsprogramm werden Umweltinspektoren fortgebildet und Verfahren zur Verfolgung von Umweltdelikten eingeführt, um die illegale Holznutzung einzudämmen.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat dabei mitgewirkt, im Bereich Klimawandel eine neue Dynamik im mongolischen Umweltministerium zu initiieren. Das „Center for Climate - Environment Research“ wurde gegründet, ein Sonderbotschafter für Klimafragen benannt und ein Büro zur Koordinierung von Klimafragen („Climate Coordination Office“) eingeführt.

Nach den Änderungen im Umweltschutzgesetz wurde im Juni 2007 ein mit Hilfe des Vorhabens neu gestaltetes Waldgesetz durch das mongolische Parlament verabschiedet. Dieses fördert die Dezentralisierung des Managements natürlicher Ressourcen und legt den Grundstein für eine flächendeckende Ressourcenverwaltung. Durch die zwei Regionalkomponenten in Khangai und Khentii wurden verschiedene Instrumente und Modelle zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen entwickelt und umgesetzt. In der Region West Khentii nutzen inzwischen 20 Gruppen ihre Wälder nachhaltig. Jährlich werden etwa 5000 Kubikmeter Holz legal und nachhaltig genutzt und vermarktet. Zusätzliche Einnahmen stehen der ärmeren ländlichen Bevölkerung zur Verfügung. In der Region Khangai haben sich Bauern zu Genossenschaften zusammengeschlossen und beweiden Steppengebiete gemeinsam. Die gemeinsame Vermarktung von Milch- und Fleischprodukten schafft zusätzliches Einkommen.

Viele Medien greifen die Umweltbildung und Umwelterziehung auf und berichten regelmäßig darüber. Die neu erstellten Lehrpläne der Schulen beinhalten Umweltbildung als wichtigen Bestandteil des Ausbildungssystems auf Basis des bekannten Erziehungskonzeptes ESD („Education for sustainable Development“).

Es ist gelungen, die von Deutschland und der Europäischen Union geförderten Prozesse zum Forest Law Enforcement and Governance (FLEG) in der Mongolei zu etablieren. Dieses Engagement soll in Zukunft zu erhöhter legaler Nutzung der Wälder in der Mongolei führen.

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