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E-Mail: johannes.franz@giz.de

Regionale Wirtschaftsförderung

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Regionale Wirtschaftsförderung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mongolei
Politischer Träger: National Development Innovation Committee (NDIC)
Gesamtlaufzeit: 2006 bis 2013

Ausgangssituation

Insbesondere in den ländlichen Gebieten führte der seit Beginn der 1990er Jahre in der Mongolei stattfindende Transformationsprozess zu einem drastischen Niedergang der gewerblichen Wirtschaft sowie der öffentlichen und sozialen Dienste. Die lokal vorhandenen Ressourcen der regionalen Wirtschaft wurden im Vergleich zu den städtischen Zentren unter den marktwirtschaftlichen Bedingungen bisher nur unzureichend für regionale Wertschöpfungsprozesse genutzt. Zudem sind die entwickelten Produkte häufig nicht wettbewerbsfähig. Den Kammern und Verbänden, die für die Unternehmen Informations- und Beratungsleistungen erbringen sollen, fehlt es an angemessenem fachlichem Managementwissen. Dringend benötigte Investitionen in die technische Ausstattung scheitern an der mangelnden Verfügbarkeit von Finanzdienstleistungen. Im politischen und administrativen Bereich stellen fehlende Orientierungen, Konzepte und Methoden für die Förderung der regionalen Wirtschaft sowie die unzureichende Qualifikation des Personals Hindernisse für die Entwicklung dar.

Ziel

Die Bedingungen für eine Dynamisierung der regionalen Wirtschaft bei nachhaltiger Nutzung lokaler Ressourcen in den Programmregionen sind verbessert.

Vorgehensweise

Das Programm fördert Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen (KKMU) sowie Finanzdienstleistungen für diese Betriebsgrößen. Das Vorhaben konzentriert sich auf den Aufbau von Wertschöpfungsketten im Bereich der Produktion, Verarbeitung und Vermarktung von regionalen Ressourcen und Produkten. Neben Weiterbildungsmaßnahmen für Finanzdienstleister ist die Bereitstellung von langfristigen Refinanzierungsmitteln von zentraler Bedeutung. Das Programm hat dazu als neues Finanzinstrument einen Ausfallbürgschaftsfonds eingerichtet. Businessplan-Wettbewerbe stimulieren unternehmerische Aktivitäten. Des Weiteren wird die regionale Wirtschaftspolitik mit dem Ziel unterstützt, die Planung und Steuerung der regionalen Wirtschaftsentwicklung sowie Verfahren und Instrumente öffentlicher Wirtschaftsförderung zu verbessern.

Zudem werden wirtschafts- und handelspolitische sowie administrative Probleme von Unternehmen in Zusammenarbeit mit den zuständigen Gremien und Verwaltungen gelöst. Im Mittelpunkt steht die Schaffung eines unternehmerfreundlichen Umfelds vor allem in ländlichen Gebieten. So hat das Programm Bürgerbüros in den Lokalverwaltungen eingerichtet, die auch die Belange der lokalen Wirtschaft wahrnehmen.

Das Vorhaben wurde 2006 bis 2008 durch eine Kofinanzierung der Regierung der Niederlande unterstützt.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Durch die Programmaktivitäten ist das Dienstleistungsangebot der lokalen Dienstleister nicht nur umfangreicher, sondern auch qualitativ hochwertiger geworden. Von den Unternehmen wird es deshalb stärker nachgefragt. Bis Ende 2010 wurden insgesamt 3240 Dienstleistungen in Anspruch genommen – mehr als doppelt so viele als im Vorjahr.

Aufgrund der Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für Unternehmer sowie der Businessplan-Wettbewerbe sind etwa 400 neue langfristige Arbeitsplätze in den Programmregionen entstanden.

Der Ausfallbürgschaftsfonds hat den Zugang zu Finanzen für lokale Unternehmen deutlich verbessert: Der Anteil von KKMU-Krediten am Gesamtkreditportfolio der Banken stieg von 5 Prozent zu Programmbeginn auf 20 Prozent im Jahr 2010. Insgesamt wurden 132 Kredite mit einer Kreditsumme von insgesamt 1,4 Millionen Euro garantiert. Fast die Hälfte der Kredite wurden an Frauen vergeben. Im Januar 2011 wurde zusammen mit weiteren Gebern, der mongolischen Regierung und den mongolischen Banken der „Credit Guarantee Fund“ gegründet, um den Ausfallbürgschaftsfonds nachhaltig abzusichern.

Nicht zuletzt durch die Einführung der Bürgerbüros und der Geschäftsschalter für die Betriebe ist die Kundenzufriedenheit mit öffentlichen Dienstleistungen von 45 Prozent zu Beginn des Programms auf 85 Prozent gestiegen.


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