Die Mongolei ist rund viereinhalb Mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland und zählt mit ca. 2,7 Millionen Einwohnern und einer Bevölkerungsdichte von 1,5 Personen pro Quadratkilometer zu den am dünnsten besiedelten Ländern der Welt. Als Binnenland ohne Zugang zum Meer und mit extremen klimatischen Bedingungen ist das Land von schwierigen natürlichen Verhältnissen geprägt. Knapp die Hälfte der Bevölkerung lebt auf dem Land, zum Teil als sesshafte und zum Teil als nomadisierende Viehhalter.
Die mongolische Regierung verfolgt einen wirtschaftlichen und politischen Transformationsprozess von einer zentral verwalteten Planwirtschaft hin zu einer sozial orientierten Marktwirtschaft mit demokratischen Strukturen. Der friedliche und demokratisch gestaltete Wandel ist ein entscheidender positiver Standortfaktor für die Mongolei. Das Land zählt mit einem jährlichen Bruttoinlandsprodukt von 1.610 US$ pro Kopf (2009) jedoch weiterhin zu den so genannten low income countries. 36 Prozent der Bevölkerung haben pro Tag weniger als 2 US$ zur Verfügung. Die isolierte geographische Lage verbunden mit der Abhängigkeit von den Märkten zweier großflächiger Wirtschaftsmächte, der Russischen Föderation und der Volksrepublik China, macht die mongolische Wirtschaft bei gleichzeitiger Ausrichtung auf einige wenige Exportprodukte aus dem Rohstoffbereich besonders anfällig. Die Wirtschaftsentwicklung wird zudem durch eine extrem schwache Infrastruktur im Energie- und Transportsektor behindert.
Vor diesem Hintergrund vereinbarten sich die mongolische Regierung und die Bundesregierung auf Programme mit folgenden Schwerpunkten: Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Umweltpolitik einschließlich Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. Das Ziel beider Schwerpunkte ist es, zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und damit indirekt zur Armutsbekämpfung beizutragen. Bei den letzten Regierungsverhandlungen unterstrichen beide Regierungen die Grundwerte einer sozialen und ökologischen Marktwirtschaft als Basis für die weitere Zusammenarbeit.
Von großer Bedeutung sind auch die vielfältigen Kooperationen mit anderen Gebern vor Ort. Neben multilateralen Institutionen wie Weltbank, Asian Development Bank, Internationaler Währungsfond, EU und UNDP werden auch mit der amerikanischen USAID und der japanischen JICA Projekt-Konzepte oder die gemeinsame Finanzierung von Maßnahmen abgestimmt.
Darüber hinaus kooperiert die GTZ eng mit anderen Institutionen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, wie dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED), der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), der Hans-Seidel-Stiftung (HSS), InWEnt -Internationale Weiterbildung und Entwicklung gem. GmbH, dem Zentrum für Internationale Migration und Entwicklung (CIM), dem Senior-Expert-Service (SES) und der Bundesanstalt für Geologie und Rohstoffe (BGR).
Die GTZ ist seit 1998 mit einem Büro in Ulan Bator vertreten, seit 2006 gibt es ein „Deutsche Haus“, die örtliche Zusammenführung von GTZ, DED und KfW Entwicklungsbank.