Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
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FinanzsystementwicklungProgrammkurzbeschreibung
Bezeichnung: Finanzsystementwicklung
AusgangssituationDer Finanzsektor Ugandas hat sich in den letzten Jahren durch beträchtliches Wachstum und große Fortschritte im regulatorischen Bereich ausgezeichnet. Im März 2010 gab es in Uganda 28 regulierte Finanzinstitute, die das Land über 488 zugelassene Filialen mit Finanzdienstleistungen versorgten, gegenüber nur circa 270 Filialen Ende 2006. Trotz dieser Erfolge haben über 70 Prozent der Ugander (im Vergleich zu 82 Prozent 2007), insbesondere arme Menschen und die Bevölkerung der ländlichen Gebiete, keinen Zugang zu formalen Finanzdienstleistungen. Der unzureichende Zugang zu elementaren Finanzdienstleistungen, wie Sparen, Kredit oder Zahlungsverkehr, ist ein Hauptproblem für die ökonomische Entwicklung und die Armutsminderung. Betroffen sind insbesondere Frauen und Kleinbauern im ländlichen Raum. Informelle Mikrofinanzinstitutionen, vor allem die von der ugandischen Regierung stark geförderten Spar- und Kreditgenossenschaften (SACCOs), könnten als Alternative für diese Bevölkerungsgruppen eine wichtige Rolle spielen. Ihr Potenzial ist jedoch durch unzureichende Qualifizierung sowie fehlende Sektorregulierung und -aufsicht gehemmt. ZielVor allem die ärmere Bevölkerung Ugandas hat Zugang zu nachhaltigen Finanzdienstleistungen. Die finanzielle Teilhabe trägt zur Verwirklichung des nationalen Entwicklungsplans (National Development Plan – NDP) bei. VorgehensweiseDas Programm unterstützt die Entwicklung des ugandischen Finanzsystems. Es analysiert Engpässe im Finanzsektor, um daraus Ideen für armutsorientierte Maßnahmen abzuleiten. Durch die fachliche Beratung der ugandischen Zentralbank (Bank of Uganda, BoU) unterstützt das Programm die Verbesserung der Rahmenbdingungen für eine Ausweitung des Zugangs zu sicheren und nachhaltigen Finanzdienstleistungen. Zudem fördert das Programm den Informationsaustausch mit politischen Entscheidungsträgern im Bereich Agrarfinanzierung und untersützt Finanzdienstleister bei der Entwicklung von Finanzprodukten für den Agrarsektor. Schließlich berät und qualifiziert das Programm auf Mikroebene landesweit Mikrofinanzinstitutionen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf dem nördlichen Uganda. Neben der engen Kooperation mit der KfW Entwicklungsbank arbeitet das Programm mit seinem wichtigsten Partner, der ugandischen Zentralbank (BoU), zusammen, sowie mit dem Ministerium für Finanzen, Planung und wirtschaftliche Entwicklung (MoFPED), dem „Plan zur Modernisierung der Landwirtschaft“ (PMA), dem Mikrofinanzverband Ugandas (Association of Microfinance Institutions of Uganda – AMFIU), der Uganda Martyrs University, sowie privaten Firmen, Geschäftsbanken, Mikrofinanzsinstitutionen (MFI) und Spar- und Kreditgenossenschaften (SACCOs). Auf internationaler Ebene besteht ein reger Austausch mit der Finanzsektorplattform Making Finance Work for Africa (MFW4A) sowie mit der Alliance for Financial Inclusion (AFI). Wirkung – Was bisher erreicht wurdeVerbesserung der Rahmenbedingung des Finanzsektors Das Programm und die KfW Entwicklungsbank fördern den Aufbau einer Kreditauskunftei (Credit Reference Bureau – CRB), eine der ersten in Ostafrika (2008). Ähnlich wie die deutsche SCHUFA ist das CRB eine Einrichtung, die die angeschlossenen Finanzinstitutionen vor Kreditausfällen schützen soll und dadurch mittel- bis langfristige Verbesserungen in Effizienz, Zinssätzen und Zugang zu Finanzdienstleistungen mit sich bringt. Inzwischen sind alle Filialen der von der BoU regulierten Finanzinstitutionen mit dem Finanzkartensystem ausgestattet und an die Kreditauskunftei angeschlossen Von Dezember 2008 bis September 2010 konnten damit mehr als 400,000 Kundendatensätze erfasst werden. Vor allem ärmeren Kunden ohne Sicherheiten erleichtert das CRB den Zugang zu Krediten, da sie eine positive Kredithistorie aufbauen können. Die erwähnten Maßnahmen wurden mit anderen Maßnahmen der Technischen Zusammenarbeit gekoppelt, die die Aufsicht über Mikrofinanzinstitutionen und herkömmliche Banken verstärkt und die Stabilität und Sicherheit des Finanzsektors verbessert haben. Durch den verbesserten Rechtsrahmen und moderne Techniken wie elektronischen Zahlungsverkehr und Echtzeit-Brutto-Abwicklungssystem sind Zahlungsvorgänge schneller und sicherer geworden. Dies hatte als direkte Folge einen Anstieg der bargeldlosen Zahlungen (Anstieg des elektronischen Zahlungsverkehrs von 9.480 Überweisungen pro Monat im Juli 2005 auf 176.169 im Juli 2010). Entwicklung von Kompetenzen und Leistungsfähigkeit der Mikrofinanzinstitutionen Spar- und Kreditgenossenschaften (SACCOs) haben Modelllösungen übernommen und sich einer Due-Diligence-Prüfung (Sorgfältigkeitsprüfung) unterzogen. Zwölf Modell-SACCOs, acht davon aus dem Norden Ugandas, haben von Fördermaßnahmen profitiert, die fachliche Effizienz und institutionelle Transparenz stärken. Im Mittelpunkt steht die Einführung eines Managementinformationssystems (MIS) unter Verwendung der von der Welternährungsorganisation (FAO) und der GTZ (seit Januar 2011 GIZ) gemeinsam entwickelten Bankensoftware MBWin. Die eingeführte Hardware ist auf die Bedingungen der Nutzer vor Ort abgestimmt. So wird zum Beispiel der Strom zum Betrieb des Systems durch Solarzellen erzeugt. Durch die Zusammenarbeit mit den SACCOs werden voraussichtlich insgesamt 40.000 Mitglieder von den verbesserten Leistungen ihrer Genossenschaften profitieren. Einige SACCOs haben bereits das Verfahren zur Zinsberechnung angepasst und gleichzeitig ihre Zinssätze gesenkt. Für die Mitglieder verringern sich dadurch die Darlehenskosten beträchtlich. An der Uganda Martyrs University wurde ein Studiengang Mikrofinanzwesen eingerichtet. Durchschnittlich 80 Studierende pro Jahr machen ihren Abschluss und übernehmen Aufgaben im Mikrofinanzsektor. Ländliches und landwirtschaftliches Finanzwesen Zusammen mit dem „Plan zur Modernisierung der Landwirtschaft“ und der Bank of Uganda erarbeitete das Programm 2008 das erste Agricultural Finance Year Book Ugandas. Darin werden Erkenntnisse, Erfolge und Herausforderungen der Agrarfinanzierung in Uganda disktutiert und in den Sektordialog eingespeist. Inzwischen sind zwei weitere Auflagen erschienen und trafen auf immer größer werdendes Interesse der Politik und Privatwirtschaft. Schließlich hat das Programm Finanzinstitutionen dabei unterstützt, ihr operatives Geschäft auf ländliche Regionen auszudehnen und Finanzprodukte zu entwickeln, die den Erfordernissen spezifischer landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten gerecht werden. So wurde zum Beispiel gemeinsam mit dem lokalen Partner Centenary Bank eine erfolgreiche Zugtierkreditlinie entwickelt, die vor allem verarmten Bauern im Norden Ugandas zu Gute kommt. |
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