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Schwerpunkte im Tschad

Tschad: Markthalle in der Gegend von Abeché. © GTZ

Dezentrale ländliche Entwicklung in den Regionen
von Mayo-Kebbi und Ouaddaï/Biltine

Die Landwirtschaft ist unabhängig von  der beginnenden Ölförderung die Lebensgrundlage für 80 Prozent der Bevölkerung im Tschad. Zentrales Problem der ackerbaulichen und viehwirtschaftlichen Produktion ist ihre niedrige Produktivität. Unzuverlässige Niederschläge betreffen besonders die Betriebssysteme im Norden. Im Süden erleichtern günstigere Klimabedingungen zwar die Produktion, aber hier führt der hohe Bevölkerungsdruck bei extensiver Wirtschaftsweise zu einer zunehmenden Degradierung der natürlichen Ressourcen. Hinzu kommen mangelnde öffentliche Dienstleistungen zur Versorgung der Bevölkerung. Dies trägt neben zahlreichen anderen Defiziten dazu bei, dass über 50 Prozent der ländlichen Bevölkerung unter der Armutsschwelle leben.

Die tschadische Regierung formulierte 1999 eine nationale Politik für die ländliche Entwicklung. Ziel ist Reduzierung der Armut, Ernährungssicherung und nachhaltige Produktionssteigerung bei Erhaltung der Produktivkraft der Standorte und der Biodiversität.

In Übereinstimmung mit dieser Zielsetzung stellten die deutsche und die tschadische Regierung die Armutsbekämpfung im ländlichen Raum in den Mittelpunkt ihrer 2002 vereinbarten Schwerpunktstrategie „Ländliche Entwicklung in den Regionen von Mayo-Kebbi und Ouaddaï/Biltine“. Sie wird auf nationaler Ebene sowie durch das Kooperationsvorhaben der Technischen und Finanziellen Zusammenarbeit sowie in Zusammenarbeit mit dem DED in den beiden Schwerpunktregionen umgesetzt.

Konkrete Ansatzpunkte der Unterstützung sind:

  • Beratung bei der Erstellung von lokalen Entwicklungsplänen und deren Umsetzung durch Bereitstellung von sozioökonomischer Infrastruktur, ko-finanziert aus einem dezentralen Entwicklungsfonds (Finanzielle Zusammenarbeit).
  • Erarbeitung von Betreibermodellen für alle Typen zu fördernder Infrastruktur und entsprechende Ausbildung der Betreiber/Nutzer.
  • nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen durch Diversifizierung, boden- und wasserkonservierende Maßnahmen und die Erarbeitung von lokalen Nutzungsvereinbarungen sowie Qualifizierung von Selbsthilfeorganisationen zu ihrer Umsetzung  beziehungsweise Überwachung.
  • Entwicklung und Test von Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität und der Inwertsetzung eines Schutzgebiets durch und für die Anrainer (Jagd und Naturtourismus).
  • Information und Ausbildung aller Akteure für die im Rahmen der tschadischen Dezentralisierungspolitik vorgesehene Einrichtung der lokalen Selbstverwaltung.

Erfolge der deutsch-tschadischen Zusammenarbeit werden bereits dadurch deutlich, dass Inhalte und Vorgehensweisen aus Vorläuferprojekten, die in dem Programmansatz weiterentwickelt  wurden, von anderen Geberorganisation bei der Formulierung ihrer Projekte übernommen werden.

Tschad: Fischer am Lac Léré. © GTZ

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