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Projekte > Kurzbeschreibungen > Zentrum für Kooperation mit dem Privatsektor (CCPS)

Ansprechpartner


Frau Doris Popp
E-Mail: doris.popp@giz.de

Unternehmerische Verantwortung für nachhaltige Entwicklung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Zentrum für Kooperation mit dem Privatsektor (CCPS)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Sitz in Südafrika mit Fokus auf Afrika südlich der Sahara
Partner: African Institute for Corporate Citizenship (AICC), Ethics Institute South Africa (EthicSA), University of Pretoria (UP), University of Cape Town (UCT), University of Ghana Business School (UGBS)
Gesamtlaufzeit: 2002 bis 2010

Ausgangssituation

Privatunternehmen spielen in der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung eine zentrale Rolle. Jede ihrer Maßnahmen beeinflusst das Wirtschaftswachstum und wirkt sich gleichzeitig auf das Wohlergehen der Menschen aus. Privatunternehmen sind dafür verantwortlich wie sie ihre Ressourcen einkaufen und nutzen, ihre Produktionsmittel einsetzen und wie sich das auf die Gesellschaft und die Umwelt auswirkt. Das gilt für die Gemeinden, in denen sie ihre Standorte haben, für die Regionen, aus denen sie ihre Rohstoffe beziehen, und für die Bestimmungsorte der fertigen Erzeugnisse. Die Unternehmen beginnen zu verstehen, dass ihre wirtschaftliche Zukunft von einem verantwortungsvollen Umgang mit Menschen und Umwelt abhängt.

Ziel

Das Projekt zielt darauf ab, Manager in Privatunternehmen dabei zu unterstützen, allgemein gültige Grundsätze für Nachhaltigkeit in ihre Entscheidungsprozesse und in ihr Kerngeschäft zu integrieren und Partnerschaften einzugehen, die dazu beitragen, die Millenniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen zu erreichen.

Vorgehensweise

Die GTZ fördert weltweit komplexe Reform- und Veränderungsprozesse. Seit 2002 unterstützt sie nachdrücklich verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln. Aus diesem Grund eröffnete das Zentrum für Kooperation mit dem Privatsektor (Centre for Cooperation with the Private Sector – CCPS) 2005 ein Büro in Pretoria. CCPS beschäftigt sich mit Fragen unternehmerischer Verantwortung (Corporate Social Responsibility – CSR), die für Afrika südlich der Sahara von Bedeutung sind. Begonnen hat CCPS seine Arbeit als United Nations Global Compact Learning Forum. In dieser Funktion hat es Global-Compact-Netzwerke in acht verschiedenen Ländern initiiert.

Global Compact ist eine weltweite Allianz zwischen den Vereinten Nationen und der Privatwirtschaft für ein „sozialeres Gesicht des Globalisierungsprozesses“. Initiiert wurde sie 1999 vom damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

CCPS hat Mitgliedsunternehmen bei der Einführung der Global-Compact-Grundsätze zu Menschen- und Arbeitsrechten, Umwelt und Korruptionsbekämpfung unterstützt. Seit 2007 arbeitet CCPS unabhängig vom Global Compact Learning Forum, ist aber weiterhin im bestehenden Netzwerk tätig.

CCPS unterstützt andere freiwillige Initiativen der Wirtschaft zu unternehmerischer Verantwortung gemäß international anerkannten Prinzipien und Richtlinien. Es fördert sozial und ökologisch verantwortliches Handeln bei strategischen Entscheidungen privatwirtschaftlicher Unternehmen, weil damit die Lebensbedingungen für die Menschen an den Firmenstandorten und die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter verbessert werden können.

Das Zentrum für Kooperation mit dem Privatsektor (CCPS)

  • unterstützt private Unternehmen dabei, relevante Bereiche für verantwortungsbewusstes unternehmerisches Engagement und die benötigte Unterstützung zu ermitteln,
  • unterstützt private Unternehmen dabei, Faktoren, die unternehmerischer Verantwortung entgegenstehen, zu analysieren und zu überwinden,
  • unterstützt Unternehmen darin, ihre Networking-Fähigkeiten zu entwickeln,
  • verlinkt Unternehmen mit anderen Netzwerk-Initiativen, damit sie voneinander lernen können,
  • ermittelt und vermittelt systematisch relevante Informationen und Wissen.

Neben den privaten Unternehmen arbeitet CCPS auch mit lokalen wissenschaftlichen Einrichtungen, Multistakeholder-Netzen und Nichtregierungsorganisationen zusammen, die sich für dieselben Grundsätze wie CCPS einsetzen.

Der Wirkungsbereich des Zentrums für Kooperation mit dem Privatsektor (CCPS) ist nicht festgelegt, vielmehr werden relevante Themen gemeinsam mit dem jeweiligen Partnern identifiziert. Solche Themen sind derzeit zum Beispiel das kollektive Vorgehen gegen Korruption, nachhaltige Wasserwirtschaft, oder die ‚personal financial wellness‘ (das finanzielle Wohlergehen) von Mitarbeitern. Weitere Themen sind verantwortungsvolle Geschäftsinvestitionen in Postkonfliktgebieten, Ernährungssicherheit, verantwortungsvoller Führungsstil, Menschenrechte und Energieeffizienz. In Zusammenarbeit mit dem Public Private Partnership-/PPP-Büro der GTZ hat das CCPS an der Implementierung von Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft in Südafrika mitgewirkt, die beispielhaft für den Umgang mit unternehmerischer Verantwortung sind.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

CCPS hat die Global-Compact-Netzwerke finanziell dabei unterstützt, die erforderlichen Lenkungsstrukturen zu schaffen und dabei beraten, sie nachhaltig zu etablieren. Dadurch konnten die Netzwerke ihre eigene „Corporate Social Responsibility“-Strategie entwickeln. Ein Beispiel ist die 2005 in Malawi gegründete Initiative „Business Action Against Corruption“. Bis heute haben 35 Organisationen den Verhaltenskodex übernommen. Genau fest gelegte Wege zur Umsetzung von Strukturen und Strategien zur Korruptionsbekämpfung werden gemeinsam mit der Regierung erarbeitet.

Das Projekt „Finanzielles Wohlergehen von Angestellten“ ist ein Beispiel für eine Public-Private-Partnership. Eine Untersuchung im südafrikanischen Automobilsektor 2001 zeigte, dass rund ein Drittel der Mitarbeiter überschuldet waren. In einer dreijährigen Partnerschaft mit BMW Südafrika wurde ein ganzheitliches Arbeitsplatzprogramm gemeinsam mit nationalen Hochschulen, öffentlichen Institutionen und internationalen Beratern entwickelt und umgesetzt. Das Programm umfasste Schuldner- und psychosoziale Beratung, Schuldenverwaltung, die Entwicklung von Finanzkompetenz und Aufklärungskampagnen. BMW konnte die Gesamtverschuldung ihrer Angestellten insgesamt um mehr als die Hälfte reduzieren. Arbeiter, die am Projekt teilnahmen, lernten, ihre Finanzen erfolgreich zu verwalten. Die Zahl der Gerichtsverfahren gegen Angestellte reduzierte sich um ein Drittel. Für BMW Südafrika bedeutete das geringere Fehlzeiten, für die Mitarbeiter mehr Wohlstand.

Das Zentrum für Kooperation mit dem Privatsektor (CCPS) ist zum Thema verantwortungsvoller Führungsstil eine Partnerschaft mit der Universität Pretoria in Südafrika eingegangen und zum Thema unternehmerische Verantwortung mit der Business School der Universität Ghana. An diesen Universitäten wurden Kompetenzzentren eingerichtet. Die internationale Erfahrung wird dort auf lokale Gegebenheiten übertragen. Zudem wurden Stipendien für interdisziplinäre Diplom- und Doktorarbeiten vergeben. Politische Runde Tische für die Zivilgesellschaft die private Wirtschaft und den öffentlichen Sektor werden organisiert, um herauszuarbeiten, welche Faktoren unternehmerischer Verantwortung entgegenstehen und welche Möglichkeiten es gibt, diese Hindernisse zu überwinden. Um wissenschaftliche Forschung in diesen Bereichen zu verbessern, übernimmt CCPS neben der finanziellen und fachlichen Unterstützung eine Brückenfunktion. Durch Ausbildung und Forschung analysiert die Wissenschaft die Bedürfnisse von Unternehmen und berät auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse.

Weiterführende Informationen


Aktuelles

Erste Internationale Konferenz zu “Responsible Leadership” in Afrika
Das Centre for Responsible Leadership der Universität Pretoria richtet die Konferenz mit der GTZ vom 18.- 20. Mai 2010 aus.
Verantwortungsbewusstes Investieren und unternehmerisches Handeln
‘Corporate Responsibility Forum Liberia’ neu gegründet

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