Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
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Saubere Energie für SüdafrikaProjektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Grundenergieversorgung und Anpassung an den Klimawandel
Ausgangssituation
Die Energienutzung in Südafrika ist genauso vielfältig wie seine Wirtschaft: Es gibt entwickelte und sich noch entwickelnde Bereiche. Im entwickelten Sektor beziehen Haushalte und Unternehmen ihren Strom aus Kohle, während im sich entwickelnden Sektor Biomasse und Paraffin für den täglichen Energiebedarf verwendet werden. Letztere tragen jedoch wesentlich zu den Treibhausgasemissionen des Landes bei. Ungefähr vier Millionen Haushalte nutzen Biomasse und Paraffin für ihren täglichen Energiebedarf und verbrauchen dabei im Jahr 11 Millionen Tonnen Biomasse und über 500 Millionen Liter Paraffin. Energieeffizienz im Haushalt oder umweltfreundliche Technologien werden bislang wenig gefördert. Viele Verbraucher kennen die technologischen Möglichkeiten gar nicht, für andere sind sie unzugänglich oder zu teuer. Über Jahrzehnte hat Südafrika die niedrigsten Strompreise in der Welt gehabt und sie als Standortanreiz für energieintensive Industrien wie Stahlproduktion und Aluminiumschmelzen genutzt. Gegenwärtig werden massive Preiserhöhungen diskutiert, da Eskom, der staatliche Stromerzeuger, in neue Kapazitäten investieren will, um den aktuellen und zukünftigen Bedarf zu decken. Die Strompreiserhöhung wird voraussichtlich zu einer noch größeren Abhängigkeit von Biomasse und Paraffinprodukten beim Kochen und Heizen führen. ZielDas Programm hat das Ziel, die CO2-Emissionen durch die Vermarktung von energieeffizienten und erneuerbaren Energieprodukten an Haushalte zu verringern und damit zur Gesundheit der Bevölkerung und zur Sicherheit in Haushalten mit geringem Einkommen und in Kleinunternehmen beizutragen. Eine Kohlenstoff-Einheit (Carbon Facility) soll eingerichtet werden, um Einkommen aus den so eingesparten Emissionen zu generieren. Vorgehensweise
Das Programm „Grundenergieversorgung und Anpassung an den Klimawandel“ (Basic Energy and Climate Change Adaptation Programme – BECCAP) ist eine in Südafrika verankerte Initiative, die von der GTZ im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) durchgeführt wird. BECCAP wurde 2008 gestartet und ist die gezielte Ausweitung des „Programme for Basic Energy Conservation“ (ProBEC) auf Südafrika. Es unterstützt und berät unterschiedliche südafrikanische Partnerorganisationen, wie die Universität Johannesburg, den Zentralen Energiefonds (CEF) und den südafrikanischen Verband für Paraffinsicherheit (PASASA). BECCAP arbeitet gegenwärtig gemeinsam mit dem Zentralen Energiefonds und dem Verband für Paraffinsicherheit in zwei Initiativen, die darauf zielen, 240.000 Haushalte und 5.000 klein- und mittelständische Unternehmen über Möglichkeiten der sparsamen Energienutzung und über Sicherheitsmaßnahmen zu informieren und zu schulen. Die Universität Johannesburg und BECCAP haben mit ProBEC eine Absichtserklärung zur gemeinschaftlichen Einrichtung des Prüfungs- und Forschungszentrums für nachhaltige Energietechnologie unterzeichnet. Qualität und Design von energieeffizienten Geräten sollen verbessert werden, um die Vermarktung sehr viel effizienterer Grundenergietechnologien zu fördern, anfangs hauptsächlich zum Kochen. Die neuen Geräte sollten erschwinglich sein und den Energiebedarf von Haushalten und Gemeinden der zumeist einkommensschwachen Bevölkerung Südafrikas decken In einem Pilotprojekt hat BECCAP einen holzbefeuerten Herd für Abnehmer in ländlichen Gebieten ausgewählt und getestet. Mit dem Herd können die Nutzer bis zu 50 Prozent Energie im Vergleich zum aktuellen Energieverbrauch sparen. Das Pilotprojekt zielt darauf ab, einen Markt für diese Herde zu entwickeln. Dafür werden die Herde auf Sicherheit und Energieeffizienz (Emissionen) getestet, Bedarf und Nachfrage werden geprüft und potenzielle Unternehmer gesucht. BECCAP hilft außerdem bei der Planung und beim Aufbau unterschiedlicher Vertriebsmodelle, beim Verkauf von Emissionsgutschriften und bei einer möglichen finanziellen Beteiligung durch semi-staatliche Körperschaften. 2.000 dieser prämierten Herde wurden in Südafrika und der südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) auf dem Markt getestet. Das Ziel ist, sie in mindestens 150.000 Haushalten einzusetzen, die mit Holz feuern. Die Marketinginitiative hat den Bekanntheitsgrad des Produkts gesteigert und Kleinunternehmen dazu angeregt, sich an der Markteinführung zu beteiligen, und eine Wertschöpfungskette im Markt aufzubauen. Wirkung – Was bisher erreicht wurdeBECCAP baut auf der zehnjährigen Erfahrung von ProBEC auf, um eine Kohlenstoff-Einheit (Carbon Facility) einzurichten und seine energieeffizienten Geräte auf dem Kohlenstoffmarkt zu platzieren. Ein Businessplan soll die Kosten für den Aufbau einer solchen Carbon Facility, mögliche Einnahmen und den Zeitrahmen aufzeigen und Empfehlungen dazu geben, wie die Einheit entwickelt und umgesetzt werden könnte. Die Carbon Facility wird die Treibhausgasemissionen vermarkten, die BECCAP durch seine Aktivitäten eingespart hat. Das Prüfungs- und Forschungszentrum für nachhaltige Energietechnologie, das auch eine Verbrennungstestanlage unterhält, wurde eingerichtet, um qualitativ hochwertige Geräte zu gewährleisten und afrikanische Energiewissenschaftler und -techniker zusammenzubringen. Durch ein „People’s Energy Network“ für akademischen Austausch und Partnerschaften unterstützt das Zentrum formelle Beziehungen zwischen Universitäten in der südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft. Über ein Pilotprojekt in KwaZulu-Natal hat BECCAP einen Großhändler gefunden, der bereit ist, einen Container energieeffizienter Herde für den Weiterverkauf zu importieren. So wird der Privatsektor einbezogen und leistet einen positiven Entwicklungsbeitrag mit direktem Einfluss auf die CO2-Reduzierung. Nach BECCAP-Berechnungen können selbst dann 75.000 Tonnen CO2 eingespart werden, wenn nur zehn Prozent der zwei Millionen Haushalte diese Herde kaufen und verwenden. Weitere 185.000 Tonnen CO2 können indirekt eingespart werden. Weiterführende Informationen
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