Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
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Agrarreform in AfrikaProjektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Panafrikanische Reformprozesse im Bereich Agrarwirtschaftsförderung (CAADP)
Ausgangssituation
Der Agrarsektor spielt für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der überwiegend landwirtschaftlich geprägten afrikanischen Volkswirtschaften eine entscheidende Rolle. Er bietet für rund 60 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung des Kontinents eine Existenzgrundlage und trägt mit 17 Prozent zum afrikanischen Bruttoinlandsprodukt bei. Die Landwirtschaft ist nach wie vor eine tragende Säule der regionalen Marktintegration und entscheidend für die Bekämpfung von Armut und die Sicherung der Ernährung. Ungeachtet dieser Schlüsselstellung fließen durchschnittlich nur drei Prozent der nationalen Haushaltsmittel in die Landwirtschaft, und gleichzeitig ist die internationale Entwicklungshilfe für diesen Bereich seit 1980 um 75 Prozent zurückgegangen. Zwischen 2007 und 2008 sind die Lebensmittelpreise weltweit dramatisch gestiegen. Das hat dazu beigetragen, dass inzwischen rund eine Milliarde Menschen als chronisch unterernährt eingestuft sind. Afrikas Staats- und Regierungschefs verstärken ihre Bemühungen, um Hunger, Armut und steigende Lebensmittelpreise nachhaltig zu bekämpfen. ZielDas Projekt zielt darauf ab, ausgewählte Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union und regionale Wirtschaftsgemeinschaften dabei zu unterstützen, eine regional abgestimmte, kohärente Agrarpolitik zu verfolgen. Durch die Entwicklung der Landwirtschaft sollen ein höheres Wirtschaftswachstum erzielt und das Exportvolumen gesteigert und so die Versorgung mit Lebensmitteln und die Ernährung gesichert und Hunger und Armut gemindert werden. VorgehensweiseDas Landwirtschaftliche Entwicklungsprogramm für Afrika (Comprehensive Africa Agriculture Development Programme – CAADP) ist eine Vision und Strategie für die Zukunft der Landwirtschaft in Afrika, gemeinsam entwickelt von der Afrikanischen Union (AU) und der Neuen Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (New Partnership for Africa’s Development – NEPAD). Die zentralen Ziele sind:
CAADP ist keine Ansammlung nationaler Programme mit vergleichbarem Ziel, sondern stellt vielmehr einen gemeinsamen Rahmen mit Grundprinzipien und -zielen, die von afrikanischen Staatsoberhäuptern gemeinsam definiert und festgelegt wurden. Länderstrategien und Investitionsprogramme sollen so gelenkt, regionales Peer-Learning und Überprüfung ermöglicht und eine größere Abstimmung und Harmonisierung der Entwicklungsanstrengungen erreicht werden. Die GIZ (damals GTZ) unterstützt das Sekretariat der Neuen Partnerschaft für Afrikas Entwicklung seit 2008 in seiner Funktion als Koordinator und Implementierungsagentur der afrikaweiten Reformagenda. Die GIZ fördert den Wissenstransfer zwischen führenden Entscheidungsträgern und Praktikern afrikanischer Länder und stärkt die individuellen und institutionellen Kompetenzen und die Leistungsfähigkeit durch Trainingsinitiativen. Durch die gemeinsame strategische Planung bei der Umsetzung der afrikanischen Agenda werden die zentralen Rollen der Kommission der Afrikanischen Union und der NEPAD-CAADP-Einheit gestärkt. Die GIZ vermittelt, wie Wertschöpfungsketten entwickelt werden, wie ländliche Finanzierungsmodelle funktionieren und welche Techniken zur Verfügung stehen, um die Qualität von landwirtschaftlichen Programmen zu steigern und ihren Wirkungsgrad zu erhöhen. Die GIZ hat darüber hinaus ein Kommunikationsprogramm aufgelegt, um die Außendarstellung von CAADP zu verbessern und das Bewusstsein für die Notwendigkeit landwirtschaftlicher Entwicklungsprogramme zu schärfen. Schwerpunkt der Unterstützung des Landwirtschaftlichen Entwicklungsprogramms durch die GIZ ist die internationale Zusammenarbeit bei politischen Reformen, beim Aufbau von Kompetenzen und Leistungsfähigkeit (Capacity Building) und bei Investitionsprogrammen in der gesamten Prozessstruktur. Durch das eingebrachte Fachwissen konnten Partnerschaften und Koalitionsbildung gestärkt werden. Die afrikanischen Netzwerke wurden ins Leben gerufen, um den Staaten technische Hilfe im Reformprozess der nationalen und regionalen Landwirtschaftspolitiken und -strategien zu gewähren und Wirtschaftswachstum durch landwirtschaftliche Entwicklung zu erreichen. Die GIZ unterstützt die Akteure in den unterschiedlichen Bereichen und hat dazu beigetragen, afrikanischen Parlamentariern die Kernpunkte des Reformprozesses zu vermitteln. Wirkung – Was bisher erreicht wurdeSeit der Einführung des Landwirtschaftlichen Entwicklungsprogramms für Afrika als Agenda unter afrikanischer Regie hat die internationale Gemeinschaft Afrikas unmittelbaren Bedarf an weiteren Investitionen in die Landwirtschaft anerkannt und zusätzliche 20 Milliarden US-Dollar bereitgestellt. Bis heute haben sich 13 afrikanische Länder dazu verpflichtet, ihre Ausgaben für den landwirtschaftlichen Sektor zu steigern. In diesen Ländern hat die Reform zu Veränderungen in den Sektorstrategien geführt. In Ruanda hat sich beispielsweise der Schwerpunkt von der Förderung von Exportgetreide auf die Produktion von Grundnahrungsmitteln in den nördlichen, von Hunger geplagten Gebieten verlagert. Ghana hat Anbauflächen im Süden vergrößert, um die Landwirtschaft stärker modernisieren und marktorientierte Wertschöpfungsketten entwickeln zu können. Das Landwirtschaftliche Entwicklungsprogramm für Afrika bietet dem Kontinent und der internationalen Gemeinschaft einen einheitlichen Rahmen für Planung und Umsetzung von Programmen im landwirtschaftlichen Sektor. Die gestiegenen Nahrungsmittelpreise hatten höchste Priorität auf der Tagesordnung der Sitzung der Afrikanischen Union und der Neuen Partnerschaft für Afrikas Entwicklung in 2008. Durch das gut etablierte CAADP-Netzwerk ist der Kontinent heute besser als zuvor in der Lage, die umfangreichen Finanzmitteln zu mobilisieren und zu koordinieren, die für bedürftige Länder zur Verfügung stehen. Die technische Hilfe, welche die GIZ und andere Geberorganisationen CAADP zur Verfügung gestellt haben, um den effektiven und effizienten Rahmen zu schaffen, hat es Afrika ermöglicht, schnell auf die drastisch gestiegenen Lebensmittelpreise zu reagieren und den Ärmsten der Armen zu helfen.
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