Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
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HIV/AIDS: Darüber zu sprechen hilft Infizierten und GesundenProjektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Unterstützung der Nelson-Mandela-Stiftung (NMF) bei der HIV/AIDS-Bekämpfung
Ausgangssituation
Seit Anfang der 1980er-Jahre sind weltweit fast 25 Millionen Menschen an AIDS gestorben. HIV/AIDS führt zu schwerer Invalidität und frühzeitigem Tod von Menschen, die sich auf der Höhe ihrer Leistungsfähigkeit und Schaffenskraft befinden. Die Krankheit hat Familien und ganze Gesellschaften stark getroffen, sodass die Bekämpfung von Armut und Bemühungen, die Gesundheitslage zu verbessern und die Entwicklung zu fördern, erschwert werden. Die erkrankten Menschen sind kaum noch oder gar nicht mehr in der Lage, ihre Familien zu unterstützen und zu ernähren. Die Auswirkungen der verringerten Leistungsfähigkeit sind im ganzen Land zu spüren. Gleichzeitig verschlingen die Behandlungs- und Pflegekosten das Einkommen der privaten Haushalte und belasten die Ressourcen der Gemeinschaft – Krankenhäuser, Sozialdienste, Schulen und Unternehmen. Die Kombination aus reduziertem Einkommen und gesteigerten Kosten treibt Einzelpersonen und Familien in die Armut. Über 40 Millionen Menschen leben weltweit mit dem Virus, mehr als 60 Prozent davon im südlichen Afrika. 2,4 der 3,1 Millionen Menschen, die nach Schätzungen allein 2005 an AIDS starben, lebten in Afrika. Diesen alarmierenden Trend will der ehemalige südafrikanische Präsident Nelson Mandela durch die gleichnamige Stiftung aufhalten und umkehren. ZielDas Projekt zielt darauf ab, die Nelson-Mandela-Stiftung bei innovativen und beispielhaften Maßnahmen zur HIV/AIDS-Prävention zu unterstützen und die Auswirkungen der Krankheit abzumildern. VorgehensweiseSeit 2001 unterstützt die GTZ die Nelson-Mandela-Stiftung dabei, ein modernes, effektives Finanzmanagements mit einer starken Organisationsstruktur aufzubauen und berät sie bei der Durchführung von Aufklärungskampagnen. Gemeinsam mit der GTZ hat die Stiftung den Kampf gegen HIV/AIDS in Südafrika aufgenommen. Die Stiftung fördert angewandte Forschung und hat eine große Grundlagenstudie zu HIV/AIDS initiiert. Die GTZ bringt ihre langjährige Erfahrung in der Organisationsentwicklung und im Kampf gegen die Epidemie in Entwicklungsländern ein. Aus Anlass des 90. Geburtstags von Nelson Mandela am 18. Juli 2008 hat die GTZ mit der Nelson-Mandela-Stiftung eine Finanzierungsvereinbarung unterzeichnet, um ein neues Projekt im Rahmen ihrer HIV/AIDS-Aktivitäten zu unterstützen, das erfolgreiche HIV/AIDS-Präventionsprogramm der Stiftung „Community Dialogues and Community Empowerment“. Die Gemeindedialoge basieren auf der „Community Capacity Enhancement“-Methode des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen. Gemeinden lernen damit, eigene Lösungen für Probleme zu finden, die sie zuvor selbst ermittelt haben. Einstellungsänderungen und der respektvolle Umgang miteinander sind die Basis. Die Methode zielt darauf ab, eine Umgebung zu schaffen, in der eine Gemeinde einen offenen, unbefangenen Dialog führen kann, in dem jeder Einzelne angstfrei seine Meinung sagen kann. In den Gemeindedialogen kommen die tieferen Ursachen für HIV/AIDS zur Sprache, seien es Machtverhältnisse, Genderfragen, Stigmatisierung oder Diskriminierung. Der Schwerpunkt liegt auf einem interaktiven Dialog über die Ursachen der Epidemie und über daraus folgende Entscheidungen und Maßnahmen der Gemeinde im Rahmen eines moderierten Prozesses. Die Dialoge bieten Gemeinden einen geschützten Raum, um Fragen offen anzusprechen, und auf dieser Basis über Maßnahmen zu entscheiden, die auf ihre spezielle Situation zugeschnitten sind. Die moderierten Dialoge folgen einem klaren Konzept, zu dem die Auswahl lokaler Partner innerhalb der Gemeinden als Moderatoren, Follow-up-Besuche, Monitoring und Evaluierung gehören. Statt Bürger und Gemeinden in ihren Präventionsbemühungen zu bevormunden, legt das Projekt die Verantwortung in die Hände jedes Einzelnen und in die der Gemeinde. Die Gemeindedialoge nutzen Kunst, Theater und die Medien, um insbesondere junge Menschen anzusprechen. Als Teil jeder Dialogveranstaltung werden Jugendliche in den Gemeinden ermutigt, Wandzeichnungen mit Botschaften zu malen, die für ihr Leben von Bedeutung sind. Die lokalen Radiosender informieren die Gemeinden über die Dialogveranstaltungen. In der Gemeinde KwaMakhutha in KwaZulu Natal kursiert der Mythos, dass Geschlechtsverkehr mit einer Jungfrau HIV/AIDS heilen könne. Die Folge sind häufiger Missbrauch von Frauen und Kindern. Alkoholismus ist weit verbreitet, weil ältere Menschen für ihre Trinkgewohnheiten nicht zur Verantwortung gezogen werden. Die Nelson-Mandela-Stiftung initiierte einen Gemeindedialog in KwaMakhutha und moderierte das Treffen in der Phumelele-Gemeindehalle, in der sich mehr als 850 Menschen drängten. Wirkung – Was bisher erreicht wurdeDie Nelson-Mandela-Stiftung hat beim Gemeindedialog in KwaMakhutha mit der südafrikanischen Polizei und der nationalen Vereinigung von Menschen mit HIV/AIDS zusammen gearbeitet. Drei Personen bekannten sich öffentlich zu ihrer HIV-Infektion, eine Frau, die offenbarte, dass sie vergewaltigt worden war, wurde beraten. Junge Menschen im Publikum bekundeten, dass sie über Lösungen sprechen und sich dem Druck Gleichaltriger nicht beugen wollen. Die Gemeinde verpflichtete sich, ein Netzwerk von Unterstützungsstrukturen aufzubauen, damit die Jugendlichen über Lösungen für ihre speziellen Probleme diskutieren können, wie zum Beispiel über Alkoholismus, eine der Hauptursachen für unverantwortliches Verhalten, durch das sich HIV in der Gemeinde schnell verbreitet. Die Stiftung hat erreicht, dass das Tabuthema HIV/AIDS immer offener diskutiert werden kann; auch ältere Menschen werden ermutigt, über die Epidemie zu sprechen. Insgesamt wurden rund 60 Moderatoren geschult und vier Gemeindedialogprojekte initiiert. Weitere vier Projekte sind in Vorbereitung. Das öffentliche Interesse an HIV/AIDS aufrechtzuerhalten, ist besonders wichtig, um immer mehr Einzelpersonen und Organisationen zu motivieren, Betroffenen und Infizierten zu helfen. Weiterführende Informationen
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