Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
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Berufliche Bildung für mehr BeschäftigungProgrammkurzbeschreibung
Bezeichnung: Programm für Beschäftigung und berufliche Bildung
Ausgangssituation
16 Jahre nach den ersten demokratischen Wahlen 1994 steht Südafrika noch immer vor vielen Herausforderungen. Die Apartheidpolitik verwehrte der Bevölkerungsmehrheit den Zugang zu qualifizierten Lernangeboten und beruflicher Bildung. Dadurch ist in der Wirtschaft eine Zweiteilung entstanden, in der ein formeller, entwickelter Sektor neben einem unterentwickelten informellen Sektor, einer sogenannten Second Economy besteht. Südafrika hat daher nach wie vor mit hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Hinzu kommt, dass vielen Menschen die nötige Qualifikation fehlt, um Arbeit zu finden oder sich selbstständig zu machen, um wirtschaftlich aktiv zu werden und zum Wirtschaftswachstum beizutragen. Die südafrikanische Regierung verfolgt bei der beruflichen Bildung vorrangig drei Strategien, die miteinander vernetzt sind:
Ziele sind, den Mangel an geeigneten Fachkräften insbesondere dort zu überwinden, wo der größte Mangel an Fachwissen herrscht, und Fertigkeiten zu vermitteln, die nachhaltiges Wachstum, Entwicklung und Gleichberechtigung gewährleisten. ZielDas Programm unterstützt die südafrikanische Regierung beim Aufbau eines arbeitsmarktorientierten Berufsbildungssystems, das die Aussicht auf Beschäftigung oder Selbstständigkeit von Arbeitslosen, Angestellten und Jungunternehmern verbessert und zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum beitragen kann. Vorgehensweise
1995 einigten sich die südafrikanische und die deutsche Regierung darauf, das zersplitterte Berufsbildungssystem aus der Apartheidsära umzugestalten und mit deutscher Unterstützung neu zu gestalten. Die GTZ (jetzt GIZ) wurde in einer strategischen Partnerschaft mit südafrikanischen Organisationen beauftragt, diesen Prozess zu unterstützen. In einem ganzheitlichen Mehrebenenansatz zielt die Unterstützung durch die GIZ darauf, Kompetenzen, Potenziale und Fähigkeiten (Capacity Development) der lokalen Partnerorganisationen zu fördern, ein neues Berufsbildungssystem zu gestalten, zu implementieren und anschließend zu begleiten, um die Qualität und die Zahl der Auszubildenden zu erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die verantwortlichen Ministerien für Arbeit, für Hochschulbildung und Ausbildung sowie für Wissenschaft und Technologie politisch-strategisch unterstützt. Die GTZ (jetzt GIZ) hat die südafrikanische Regierung bei der Einrichtung der Sektoralen Bildungs- und Ausbildungsbehörden (SETA) beraten, die als Institutionen der Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern eingerichtet wurden. Gleichzeitig wurden auf der Umsetzungsebene Organisationen unterstützt, die an der beruflichen Bildung beteiligt sind, um ihre Kompetenz und Leistungsfähigkeit zu steigern. Das ESDS-Programm umfasst drei Projekte:
Während der letzten zehn Jahre hat die GTZ (seit Januar 2011 GIZ) die Einrichtung von Systemen, Strukturen und Prozessen unterstützt, die erforderlich sind, um die „Qualifikationsrevolution“ voranzutreiben. Dazu zählen zum Beispiel Gesetze und Verordnungen, die dieses System regeln, einschließlich des Bildungsabgabensystems, durch das Regierung, Arbeitgeber und Arbeitnehmer Mittel für die berufliche Bildung erhalten. Die GTZ (jetzt GIZ) war an der Einrichtung des nationalen Qualifizierungsrahmens und an seiner Überprüfung beteiligt. Daraus resultierten wesentlichen Änderungen im Berufsbildungssystem, was wiederum Änderungen des Berufsbildungsgesetzes und die Verabschiedung des Gesetzes über den nationalen Qualifizierungsrahmen zur Folge hatte. Außerdem wurden Vermittlungs- und Durchführungsinstitutionen unterstützt, die eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der nationalen Berufsbildungsstrategie spielen, wie etwa die sektoralen Bildungs- und Schulungsbehörden, der nationale Berufsbildungsfonds sowie öffentliche und private Bildungs- und Ausbildungsträger. In der aktuellen, dritten Phase des Programms hat sich der Schwerpunkt auf die qualitative und quantitative Verbesserung und die Vereinfachung des Berufsbildungssystems verlagert. Wirkung – Was bisher erreicht wurdeSeit Einführung der zweiten nationalen Berufsbildungsstrategie 2005 wurden über 320.000 Arbeitslose erfolgreich geschult und fast 70 Prozent in eine bezahlte Beschäftigung oder in eine weitere Ausbildung vermittelt. Im Durchschnitt sind in den Lerngruppen 93 Prozent Schwarze, 54 Prozent Frauen und 2 Prozent Menschen mit körperlichen Behinderungen vertreten. Die Gleichstellungsziele der südafrikanischen Regierung sind damit annähernd erreicht. Absolventen stark auf arbeitsplatzbezogenes Lernen und Arbeitsbereitschaft ausgerichteter Lernprogramme erzielen auf dem offiziellen Arbeitsmarkt deutlich höhere Einkommen und verzeichnen damit einen Zugewinn an Lebensqualität. Eine unabhängige Untersuchung unter Absolventen von Lernprogrammen durch den Human Science Research Council zeigt, dass das Einkommen von 97 Prozent der angestellten Absolventen deutlich über der Armutsgrenze von zwei US-Dollar pro Tag liegt. Zahlen unabhängiger Untersuchungen in der Bau- und Metallbranche bestätigen dieses positive Bild: Ungefähr 76 Prozent der Absolventen in der Baubranche und 67 Prozent in der Metallbranche haben nach ihrer Ausbildung eine Beschäftigung gefunden.
Weiterführende Informationen
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