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E-Mail: elisabeth.girrbach@giz.de

Primäre Gesundheitsversorgung und HIV/Aids-Bekämpfung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Primäre Gesundheitsversorgung und HIV/Aids-Bekämpfung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ruanda
Politischer Träger: Ministère de la Santé (MINISANTE)
Gesamtlaufzeit: 2004 bis 2010

Ausgangssituation

Ruanda, und besonders die arme Bevölkerung des Landes, leidet stark unter den für das subsaharische Afrika charakteristischen Problemen im Gesundheitsbereich: hohe Säuglings- und Müttersterblichkeit, unzureichende Familienplanung, Belastung durch HIV/Aids und andere Infektionskrankheiten sowie Mangel an gut ausgebildetem Personal. In den letzten Jahren konnten zwar deutliche Fortschritte erzielt werden, die genannten Probleme haben jedoch noch das gleiche Ausmaß wie kurz vor dem Genozid 1994. Maßgeblich verantwortlich für diesen Zustand sind die mangelnde Qualität von Gesundheitseinrichtungen sowie der beschränkte Zugang zu den Gesundheitsdiensten. Trotz landesweiter Einführung eines Krankenversicherungssystems sind die schwierigen geografischen Bedingungen und vor allem die Kosten der Gesundheitsdienste eine hohe Belastung speziell für die arme Bevölkerung.

Ziel

Der Gesundheitszustand der armen Bevölkerung in den Distrikten Nyaruguru, Huye, Gisagara, Musanze und Gicumbi ist verbessert.

Vorgehensweise

Das Programm unterstützt die Verbesserung der Qualität des Gesundheitssystems, es fördert den Zugang zu den Diensten und ihre Akzeptanz. Zum Programm gehören drei Komponenten: Gesundheitssystementwicklung, sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie Personalentwicklung im Gesundheitssektor. Folgende Ansätze werden verfolgt:

  • Der Partner wird in allen Fragen der reproduktiven Gesundheit unterstützt, beispielsweise bei der Gesundheit von Mutter und Kind, HIV-Kontrolle, Familienplanung.
  • Der Zugang zu den Gesundheitsdiensten wird unter anderem über die Unterstützung des gemeindegetragenen Versicherungssystems (Mutuelles) gefördert. Durch leistungsgebundene Verträge (Performance Based Financing) mit Gesundheitseinrichtungen sollen die Motivation der Mitarbeiter und die Qualität der Dienste verbessert werden.
  • Fort- und Weiterbildung des Gesundheitspersonals werden kontinuierlich angeboten. In Kooperation mit dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED) und InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH sowie in enger Anlehnung an örtliche Träger wie die Nationale Universität Butare.
  • Neben der Beschaffung von medizinischem Equipment wird die Entwicklung eines nationalen integrierten Systems für seine Wartung unterstützt.

Die Erfahrungen aus den Partnerdistrikten werden in die nationale Politikgestaltung eingebracht.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) trägt maßgeblich zur Koordinierung der Aktivitäten der verschiedenen Geber im Gesundheitswesen im Rahmen eines sogenannten sektorweiten Ansatzes bei (Sector wide Approach – SWAp). Zudem hat die EZ 2007 mit Sektorbudgethilfe begonnen, einem direkten Zuschuss zum Haushalt des Gesundheitsministeriums im Partnerland.

Das Programm fördert die Querschnittsthemen Gender und Mainstreaming von HIV/Aids, das heißt die Berücksichtigung von HIV/Aids bei allen Aktivitäten der Entwicklungszusammenarbeit.

Die GTZ arbeitet außer mit DED und InWEnt auch mit der KfW Entwicklungsbank und dem Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) zusammen.
In Zusammenarbeit mit der internationalen Nichtregierungsorganisation Population Services International (PSI) wurden mit vier ruandischen Firmen Entwicklungspartnerschaften (Public Private Partnership – PPP) zum Schutz des Personals vor HIV/Aids abgeschlossen.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Die Gesundheitsdienste in den Partnerdistrikten des Programms sind verbessert und werden vermehrt genutzt. Die rasche Entwicklung des Krankenversicherungswesens und die konstante Fortbildung des deutlich motivierteren Personals sind Anzeichen einer Festigung des Gesundheitssystems. Auch bei Familienplanung, sachgerechter Betreuung von Geburten sowie HIV-Beratung und -Testung sind substanzielle Fortschritte zu verzeichnen.

Daten des Demographic and Health Survey (DHS) von 2005 belegen:

  • Stabilisierung der Verbreitung von HIV bei 3 Prozent in der Gesamtbevölkerung
  • Senkung der Kindersterblichkeitsrate auf 86 bei 1.000 Lebendgeburten

Die Resultate einer limitierten Auflage der gleichen Erhebung (MINI DHS, 2008) zeigen weitere Erfolge im Vergleich zu 2005:

  • Anstieg der Geburten mit professioneller Betreuung von 39 Prozent auf 52 Prozent
  • Mehr als eine Verdoppelung bei der Nutzung von modernen Verhütungsmitteln von 10 Prozent auf 27 Prozent

Ruanda hat mit seinen Entwicklungspartnern die ersten Meilensteine gesetzt, um die Millenniumsentwicklungsziele im Gesundheitswesen zu erreichen: Kindersterblichkeit verringern (4), Gesundheit der Mütter verbessern (5), HIV/AIDS, Malaria und andere übertragbare Krankheiten bekämpfen (6).


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