GIZ - Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit

GTZ ist jetzt die GIZ - Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
www.giz.de.

Suche 
Projekte > Kurzbeschreibungen > Förderung der Wirtschaft und der Beschäftigung

Ansprechpartner


Herr Thomas Bedenbecker
E-Mail: thomas.bedenbecker@giz.de

Förderung der Wirtschaft und der Beschäftigung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der Wirtschaft und der Beschäftigung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ruanda
Politischer Träger: Ministere des Finances et de la Planification Economique (MINECOFIN)
Gesamtlaufzeit: 2004 bis 2013

Ausgangssituation

Ruanda bleibt trotz der globalen Finanzkrise ein wirtschaftlich dynamisches Land und bewahrt in einem schwierigen regionalen Umfeld politische Stabilität. Ohne nennenswerte Rohstoffe und ohne Zugang zum Meer, mit dichter Besiedelung und ungenügend qualifizierten und damit gering beschäftigungsfähigen Personalressourcen sind wirtschaftliche Erfolge nur möglich, weil die Regierung ausdrücklich entwicklungsorientiert ist. Mit der Veröffentlichung seiner verbesserten Ergebnisse beim Investitionsklima im ‚Doing Business Index 2010‘ der Weltbank erlangte Ruanda 2009 weltweit Aufmerksamkeit.

Dieser Erfolg ist auf die große Reformdynamik in Ruanda zurückzuführen. Die beachtliche Leistung sollte allerdings nicht dazu führen, die bestehenden Strukturdefizite der ruandischen Wirtschaft zu übersehen. Den Unternehmen fehlt weiterhin qualifiziertes Personal. Häufig entscheiden sie sich auf Grund von überzogener Steuerbelastung und einem Übermaß an Regulation gegen ein weiteres Wachstum, das heißt gegen das Schaffen von mehr Beschäftigung.

Ziel

Die Wirtschaftskraft kleinster, kleiner und mittlerer Unternehmen (KKMU) sowie die Beschäftigungsmöglichkeiten außerhalb der Landwirtschaft sind verbessert.

Vorgehensweise

Das Programm fördert auf allen Ebenen und sektorübergreifend Kompetenzen und Leistungsfähigkeit von Menschen und Organisationen (Capacity Development). Es umfasst zwei Komponenten:

  • Geschäfts- und Investitionsklima
  • Berufliche Bildung und Arbeitsmarkt

Das Zusammenwirken der Komponenten vertieft das gegenseitige Verständnis der Fach- und Führungskräfte in Wirtschaft und Bildung für die Anforderungen nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung und verstärkt politische Wirkungen. Die Förderleistungen werden durch Fach-, Organisations- und Prozessberatung, Fortbildung, Sachleistungen, Finanzierungen und örtliche Zuschüsse umgesetzt.

Capacity Development steht im Vordergrund. Das Industrie- und Handelsministerium wird in Zusammenarbeit mit dem Privatsektor bei der Umsetzung wirtschaftspolitischer Sektorstrategien in Aktionsprogramme unterstützt. Ein Fokus liegt auf sektoralen und regionalen Wertschöpfungsketten. Dieser Interventionsbereich wird federführend von einem Unterauftragnehmer, dem Konsortium bestehend aus den Consultingfirmen GFA und COMO, durchgeführt. Strukturen für einen konstruktiven Dialog zwischen Staat und Privatwirtschaft sowie für regionale Entwicklungspartnerschaften werden geschaffen. Parallel dazu wird die Berufsbildungsstrategie für auszuwählende Branchen, spezialisierte Dienstleistungen und die Förderung der nationalen Agentur für Berufsbildung ausgearbeitet. Parallel werden eine Berufsbildungsstrategie für auszuwählende Branchen und spezialisierte Dienstleistungen sowie eine Förderstrategie für die nationale Agentur für Berufsbildung ausgearbeitet.

Durch das Schaffen förderlicher Rahmenbedingungen, den Abbau von Hindernissen für das Unternehmenswachstum, die sektorale und regionale Wertschöpfung sowie die Einführung neuer nachfrage- und praxisorientierter Qualifizierungsangebote können zum einen neue Arbeitsplätze geschaffen und diese zum anderen qualifizierter besetzt werden. Der Übergang vieler Menschen von der Subsistenzlandwirtschaft ins Handwerk und in Dienstleistungstätigkeiten ist ein wesentlicher Beitrag zur Armutsreduzierung.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Geschäfts- und Investitionsklima. Die Rahmenbedingungen des privaten Sektors wurden durch wirtschaftspolitische Beratung des Handels- und Industrieministeriums (Ministry of Trade and Industry – MINICOM) verbessert. Die Organe der Privatwirtschaft und spezialisierter Intermediärorganisationen (Private Sector Federation, Rwanda Development Board und seine Mitglieder, Rwanda Bureau of Standards) wurden gestärkt. Transaktionskosten der Wirtschaftsunternehmen wurden durch eine Verringerung der staatlichen Bürokratie sowie durch Leistungsverbesserung der Intermediärorganisationen reduziert. Der Dialog der Regierung mit der Wirtschaft (Public-Private-Dialogue) wurde mit geeigneten Instrumenten verbessert (Business Climate Survey, Red Tape Study).

Im Rahmen von Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft (Public Private Partnerships – PPP) wurden drei ausgewählte Firmen stellvertretend für die Branchen Textil- und Seidenproduktion (UTEXRWA), lederverarbeitende Industrie (Rwanda Leather Industry), sowie Gemüseanbau und -verarbeitung (Rwanda Flora) gefördert. Durch Erweiterung und Diversifizierung der Produktpaletten sowie durch Qualitätssteigerungen wurde der Absatz dieser Partnerfirmen deutlich erhöht.

Berufliche Bildung und Arbeitsmarkt. Basierend auf der 2007 erstmalig formulierten Berufsbildungspolitik wurde das gesamte Berufsbildungswesen dem Erziehungsministerium unterstellt. Die 2008 gegründete Agentur für Berufsbildung wurde daraufhin zu einer arbeits- und umsetzungsfähigen Institution entwickelt, mit hoher Personalerweiterung und deutlich erhöhten Budgets. Wesentliche Daten zu Bedarfen der ruandischen Wirtschaft und dem Angebot an Arbeitskräften werden im seit 2008 eingerichteten Arbeitsmarktinformationssystem erfasst und zunehmend veröffentlicht. Für eine komplementäre Erfassung der Bedarfe zur Beschäftigungsförderung wird derzeit eine Erhebung von Arbeitskräften (Manpower Survey) vorbereitet. Mit dem Arbeitsministerium wird zudem das Konzept einer Beschäftigungsagentur ausgearbeitet.

Durch die Unterstützung des 2007 gegründeten Berufsschulverbands TEVSA profitieren Berufsschüler in den geförderten Ausbildungsgängen der Mitgliedsschulen seit Beginn 2009 von bedarfsgerecht aktualisierten Lehrplänen und modernisierten Lehrmaterialien. Dadurch bekommen sie verbesserte Einstiegschancen in den nationalen Arbeitsmarkt. Das Programm unterstützt den Privatsektor in seiner Entwicklung und bei der Umsetzung von Weiterbildungsmaßnahmen sowie bei der Einrichtung industrieller Praktika für Berufsschulabsolventen.


GIZ-Weltweit

Ansprechpartner


Herr Thomas Bedenbecker
E-Mail: thomas.bedenbecker@giz.de
© © Copyright by GIZ. Alle Rechte vorbehalten.
Jobs und Karriere | Publikationen | Newsletter | Ausschreibungen | Presse | Kontakt | Sitemap | Login