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Herr Dr. Günter Dietz
E-Mail: guenter.dietz@giz.de

HIV/Aids-Bekämpfung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Kooperationsvorhaben Multisektorale HIV/Aids-Bekämpfung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mosambik
Politischer Träger: Ministério da Saúde (MISAU)
Gesamtlaufzeit: November 2001 bis September 2010

Ausgangssituation

Das Spiel mit Puppen erlaubt, tabuisierte Themen öffentlich zur Sprache zu bringen. © GTZ

Mosambik hat eine der höchsten HIV/Aids-Infektionsraten in Afrika. 1998 waren etwas mehr als acht Prozent der Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 49 Jahren als HIV-positiv bekannt, bis zum Jahr 2004 verdoppelte sich diese Zahl. Eine Umkehr des Trends ist noch nicht erkennbar. Frauen und Mädchen sind besonders betroffen, jede fünfte Frau trägt den HI-Virus.

Die mosambikanische Regierung hat im nationalen Plan zur Armutsbekämpfung das Vorgehen gegen HIV/Aids als nationalen Notstand bezeichnet. Im Mai 2000 wurde der Nationale Aids-Rat Conselho Nacional de Combate ao SIDA (CNCS) gegründet. Alle relevanten Ministerien, Glaubensgemeinschaften und nationalen Nichtregierungsorganisationen (NRO) sind darin vertreten. Der jährlich aktualisierte nationale Operationsplan wird jedoch nur zögernd umgesetzt. Es mangelt an Kompetenzen und Personal, Verfahren sind ineffizient, die unterschiedlichen Ebenen kommunizieren schlecht. Der private Sektor und Nichtregierungsorganisationen sind nur schwach organisiert.

Das traditionelle, gesellschaftliche Rollenverständnis zwischen den Geschlechtern verschlimmert die Situation für Frauen und Mädchen. Die gesetzlich vorgegebenen staatlichen Gesundheitsdienstleistungen sind nicht kundenorientiert. Die ländliche Bevölkerung hat kaum Kenntnisse über die Infektion und Möglichkeiten ihrer Vermeidung.

Ziel

Verbesserte HIV/Aids-Strategien werden auf allen gesellschaftlichen Ebenen umgesetzt. Qualifizierte Dienstleistungen für präventive und kurative Versorgung sowie Betreuungsangebote für HIV-Infizierte stehen zur Verfügung. Die besonderen Bedürfnisse von Frauen und Mädchen werden berücksichtigt.

Vorgehensweise

  • HIV/Aids-Prävention über Fach- und Behördengrenzen hinweg (Mainstreaming)
    Das Programm unterstützt Ministerien, wie das Bildungs-, Gesundheits-, Landwirtschaftsministerium und das Ministerium für Frauen und Soziales, sowie ihre dezentralen Einrichtungen bei einer verbesserten und effizienten Umsetzung der nationalen HIV/Aids-Politik. Durch Bestandsaufnahmen werden Defizite identifiziert. Fortbildungen qualifizieren das Personal und das nationale Programm wird effizienter. Das Programm arbeitet nicht nur mit Vertretern verschiedener Fachrichtungen und Ministerien zusammen, sondern auch mit Bürgerinnen und Bürgern, Mittlern und Entscheidungsträgern.
    In Grundschulen werden HIV/Aids-Prävention und Sexualkundeunterricht in den Lehrplan aufgenommen. Neue, landwirtschaftliche Anbaumethoden werden entwickelt, um Infizierten die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu versorgen. In Selbsthilfegruppen soll ihnen Raum für gegenseitige Fürsorge und zum Austausch gegeben werden. Das Gesundheitspersonal wird bei Modellmaßnahmen mit dem Schutz vor HIV-Infektionen am Arbeitsplatz vertraut gemacht.

  • Kommunikation durch den Nationalen Aids-Rat (CNCS)
    Die Provinzdelegationen des nationalen AIDS-Rates koordinieren die unterschiedlichen Aktivitäten zusammen mit NRO und der Zivilgesellschaft. Der Informationsstand über HIV/Aids wird landesweit umfassend verbessert, Aufklärungskampagnen zur Prävention werden durchgeführt.
    Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) unterstützt den CNCS in den drei Schwerpunktprovinzen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) Inhambane, Sofala, Manica und führt individuelle Fortbildungen mit Vertretern der Verwaltungen und des CNCS durch.
    Der CNCS wird intensivere Verbindung mit den nationalen Ministerien aufnehmen, um seine Pläne und Maßnahmen verbessert umzusetzen.

  • Kunden- und genderorientierte Dienstleistungen für Frauen und Mädchen
    Ein Programmschwerpunkt ist die Orientierung an den speziellen Bedürfnissen von Frauen und Mädchen beim Thema HIV/Aids. Die Maßnahmen des Programms werden daraufhin überprüft, ob sie die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau fördern. Kampagnen gegen Gewalt und Diskriminierung sowie zur sozialen Kompetenz beim Thema Gleichberechtigung von Mann und Frau werden in Schulen durchgeführt. Eingesetzt wird auch der Mitmachparcours, eine Mischung aus partizipativer und interaktiver Ausstellung und Lehrveranstaltung. Er wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) übernommen und angepasst.
    Ansätze, um die wirtschaftlichen Überlebenschancen verwitweter Frauen zu stärken, werden erarbeitet. Ein eigenes Einkommen und das Recht auf Besitz sollen zum selbstbestimmten Leben von Frauen und Mädchen beitragen und zum gesellschaftlichen Umdenken führen.

  • Koordination der Zusammenarbeit mit anderen Gebern
    Ein Finanzierungsbeitrag sichert die deutsche Beteiligung am politischen Dialog in bilateralen und multilateralen Arbeitsgruppen zum nationalen Reformprozess. Diese Maßnahme berücksichtigt die Vorgaben der Pariser Deklaration (2005) zu Geberharmonisierung und Zusammenarbeit mit dem Ziel, die Effizienz der Geberunterstützung zu verbessern. Die deutsche EZ unterstützt den gemeinsamen Fonds durch finanzielle Mittel. Das Programmteam berät den CNCS bei der Ausweitung, Planung und Mobilisierung dieses Fundo Commum.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

In der Programmregion verlangsamt sich die Zunahme von HIV-Infektionen (Plateaubildung), während die Infektionsrate im Landesdurchschnitt noch immer ansteigt. Jugendliche in diesem Gebiet haben inzwischen verbesserte Kenntnisse über HIV/Aids. Mehr Wissen führt zu bewussterem Verhalten, was sich in der zunehmenden Hinwendung zu freiwilligen HIV-Tests und im Gebrauch von Verhütungsmitteln zeigt.

Durch Fortbildungen konnten die Mitarbeiter in den Verwaltungen die administrativen Prozesse verbessern. Verantwortlichkeiten werden stärker wahrgenommen. Kompetenzen konnten auch in den Delegationen von CNCS und in NRO gesteigert werden. Die nationale HIV/Aids-Politik kann zunehmend erfolgreich umgesetzt werden, auch in angestrebten Netzwerkverbindungen der Bereiche Landwirtschaft und Bildung.

Aufklärungsbroschüren und Videofilme konnten produziert und für Schulen bereitgestellt werden. So lernt vor allem die junge Generation zeitgemäße Geschlechterrollen kennen. Mit den Kampagnen zum sozialen Lernen konnte weite Teile der Zivilgesellschaft in der Programmregion erreichet werden.

Durch die finanzielle Beteiligung am Fundo Commum ist die deutsche EZ an maßgeblichen Planungs- und Entscheidungsprozessen auf nationaler Ebene beteiligt. Dort kann das Programm die Erfahrungen aus den Provinzen bei Planungs- und Entscheidungsprozessen des nationalen Aids-Rates einbringen.

Der Mitmachparcours (im Bild ein Puzzle zu Freundschaft und Liebe) fördert das soziale Lernen der jungen Generation

Der Mitmachparcours (im Bild ein Puzzle zu Freundschaft und Liebe) fördert das soziale Lernen der jungen Generation. © GTZ


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