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Herr Dr. Dieter Köcher
E-Mail: dieter.koecher@giz.de

Nachhaltige Strukturen für das Gesundheitswesen

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nachhaltige Strukturen für das Gesundheitswesen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Malawi
Politischer Träger: Ministry of Health (MoH)
Gesamtlaufzeit: 2009 bis 2015

Ausgangssituation

Malawi. Gewichtskontrolle bei einem 5-jährigen Kind im Dedza Hospital. © GIZ

Das malawische Gesundheitswesen ist nicht ausreichend leistungsfähig. Sehr hohe Mütter- und Kindersterblichkeit, weit verbreitete Malaria, Tuberkulose und HIV/Aids sind die Folgen. Wesentliche Ursachen sind eklatanter Personalmangel, schwache Infrastruktur und unzureichende Ausstattung der Gesundheitseinrichtungen. Das Management der Gesundheitsdienste auf zentraler Ebene und in den Distrikten ist ineffektiv und ineffizient. Begrenzte Leistungsfähigkeit, Motivationsprobleme, unklare Kompetenzzuweisungen, mangelnde Aufsichtsfunktionen innerhalb des öffentlichen Dienstes und eine schwache demokratische Kontrolle spielen eine zentrale Rolle.

Ziel

Die Versorgung der Bevölkerung mit grundlegenden Gesundheitsdiensten ist verbessert.

Vorgehensweise

Malawi. Beratung einer Mutter nach der Entbindung im Nkhoma Hospital. © GIZ

Ein gemeinsames Programm der malawischen Regierung mit bilateralen und multinationalen Partnerorganisationen (sector wide approach – SWAp) soll die Verfügbarkeit von Gesundheitsdiensten sicherstellen und eine ausreichende Grundversorgung für die Bevölkerung gewährleisten. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt dieses Reformprogramm durch Beratung des Gesundheitsministeriums, Verbesserung des medizinischen Angebots und Personalentwicklung.

Unterstützung der Dezentralisierung im Gesundheitssektor
Durch Verlagerung von Verantwortung und Entscheidungskompetenzen auf die lokale Ebene verbessert sich die Qualität der Gesundheitsdienstleistungen. Das Gesundheitsministerium wird bei der Entwicklung entsprechender Organisationsstrukturen und Abläufe im Dezentralisierungsprozess beraten. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit der beiden Programme für Gesundheit und demokratische Dezentralisierung. Dezentrale Institutionen werden organisatorisch und personell verstärkt. Distriktgesundheitspläne ermöglichen eine bessere Planung und Bereitstellung von Ressourcen. Die Distrikte werden in die Lage versetzt, ihre Gesundheitsbudgets effektiv zu verwalten.

Regionale Gesundheitsbüros (Zonal Health Support Offices – ZHSO) wurden als Bindeglied zwischen politischer und ausführender Ebene geschaffen.

Zusammenarbeit mit privaten und kirchlichen Gesundheitsorganisationen
Die Kooperationen zwischen staatlichen und privaten Einrichtungen sind in ein abgestimmtes Regelwerk eingebunden. Auch nichtstaatliche Gesundheitsdienste erhalten auf dieser Grundlage staatliche Zuschüsse. Sie können so einen Beitrag zur kostenlosen Grundversorgung leisten, die insbesondere der armen Bevölkerung in ländlichen Gebieten dient.

Personalentwicklung
Aufgrund des gravierenden Personalmangels im malawischen Gesundheitswesen unterstützt das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) seit vielen Jahren das malawische Gesundheitsministerium. Gegenwärtig sind 16 Fachkräfte an das Gesundheitsministerium und die medizinische Fakultät vermittelt. Sie nehmen zum Teil leitende Positionen in Krankenhäusern ein und unterstützen die Ausbildung von Ärzten und weiterem medizinischem Personal (clinical officers). Letztere können bestimmte medizinische Tätigkeiten eigenverantwortlich durchführen und damit erheblich zur Sicherstellung der Basisversorgung beitragen. Die Ausbildungsmöglichkeiten für Ärzte und anderes Gesundheitspersonal an den Universitäten werden verstärkt. Das Programm berät die Personalabteilung des Gesundheitsministeriums bei der Einführung moderner Verfahren der Personalentwicklung. Durch die Förderung von medizinischen Berufsverbänden kann sich das Gesundheitspersonal aktiv in politische Debatten einbringen und sich für verbesserte Arbeitsbedingungen einsetzen.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Die Gesundheitsbüros leisten wertvolle Beiträge zur Qualitätssicherung in den nachgeordneten Gesundheitseinrichtungen und Managementstrukturen.

Über die Hälfte des Gesundheitsetats geht direkt an die Distrikte. Die Gelder werden in Verantwortung der Gebietskörperschaften von den Distriktmanagementteams bewirtschaftet. Lokale Lösungen für Gesundheitsprobleme können so mit effizienterem Mitteleinsatz entwickelt und umgesetzt werden.

Seit 2006 werden Dienstleistungsverträge zwischen kirchlichen und einigen privaten Gesundheitsinstitutionen einerseits und den Distriktverwaltungen andererseits abgeschlossen. Bisher sind über 60 Kooperationen entstanden. Die gesundheitliche Betreuung von Kindern, Schwangeren und jungen Müttern erfolgt seitdem in den beteiligten Gesundheitszentren und Krankenhäusern kostenlos. Finanziert wird dies durch den gemeinsamen Fonds von Gesundheitsministerium und Gebern. Die Bevölkerung Malawis hat so verbesserten Zugang zu Basisgesundheitsdiensten. Messbar ist dies unter anderem an der steigenden Anzahl fachlich betreuter Entbindungen, die 2009 bei mehr als 50 Prozent lag.

An den medizinischen Fakultäten der Universitäten hat sich die Zahl der Absolventinnen und Absolventen zwischen 2002 und 2008 verdreifacht. Ähnliches gilt für Krankenschwestern, Hebammen und anderes medizinisches Personal. Die Anzahl der Neueinstellungen im öffentlichen Dienst nahm 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent zu. Hierdurch konnte der Personalmangel leicht abgebaut werden.

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