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Herr Dr. Pascal Lopez
E-Mail: pascal.lopez@giz.de

Deutsch-madagassisches Umweltprogramm

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-madagassisches Umweltprogramm
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Madagaskar
Politischer Träger: Ministère de l’Environnement et des Forêts (MEF)
Gesamtlaufzeit: 2005 bis 2013

Ausgangssituation

Aufforstungsflächen dienen auch zum Schutz gegen extreme Formen der Bodenerosion. © GTZ

Madagaskar verfügt über großen Reichtum an natürlichen Ressourcen und enorme biologische Vielfalt. Seit Jahrzehnten anhaltender Raubbau bedroht diese Ressourcen zunehmend und führt zu ihrem Verlust sowie zu Folgeschäden, wie Bodenerosion und Verlust von Ackerflächen. Vor allem die Landbevölkerung ist betroffen, für die eine intakte Natur die Lebensgrundlage ist. Schwache Akteure und Defizite in den Rechtsvorschriften und ihrer Anwendung erschweren die Problemlösung.

Ziel

In ausgewählten Regionen Madagaskars sind Schutz und nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen verbessert.

Vorgehensweise

Das Umweltprogramm wird gemeinsam von GIZ und KfW Entwicklungsbank durchgeführt. Es umfasst drei Komponenten:

  • Sektorpolitikberatung: Die GIZ berät staatliche und nicht staatliche Akteure und vermittelt Wissen und Methoden zu den Themen gute Regierungsführung, nachhaltiges Ressourcenmanagement, Naturschutz, Klimaschutz und Wirkungsmonitoring. Ziele sind die Verbesserung der Rahmenbedingungen des Sektors sowie die Stärkung der relevanten Akteure für eine kohärente Umsetzung der nationalen Umweltpolitik.
  • Dezentralisiertes Management natürlicher Ressourcen: Die Themen der Politikberatung werden aufgenommen. Akteure wie das Umweltministerium, Gemeinden, Nichtregierungsorganisationen und die ländliche Bevölkerung werden bei der Umsetzung auf regionaler und lokaler Ebene beraten und unterstützt. Gemeinsam werden nachhaltige Lösungen erarbeitet, die den Verbrauch an natürlichen Ressourcen reduzieren, etwa durch Einführung effizienterer Holzkohlemeiler. Alternativen zur Ausbeutung von Wäldern werden entwickelt, beispielsweise durch die Förderung nachhaltiger Forstwirtschaft. Die Nutzung der Ressourcen wird koordiniert, zum Beispiel durch Landnutzungsplanung.
    Die GIZ hat die Firma Eco Consult, Oberaula mit dem Ausbau der Wertschöpfungskette für Holzenergie beauftragt.
  • Nachhaltiger Naturschutz: In ausgewiesenen Naturschutzgebieten und deren Randzonen berät die GIZ verantwortliche Akteure und ansässige Bevölkerung beim Ressourcen- und Naturschutz. Privatwirtschaftliche, touristische Aktivitäten werden gefördert, um Einkommensalternativen für die Bevölkerung der Randzonen zu schaffen. Dies ergänzt die von der KfW Entwicklungsbank finanzierten Maßnahmen zum nachhaltigen Management der Schutzgebiete durch Madagascar National Parks (MNP).

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Die GIZ hat ein Konzept zur individuellen Aufforstung entwickelt, welches sich bereits in der Praxis bewährt hat. Die beteiligte Landbevölkerung erhält Eigentums- und Nutzungsrechte an den aufgeforsteten Flächen. Diese „Energiewälder“ tragen dazu bei, dass die in Städten verbrauchte Holzkohle zunehmend aus nachhaltiger Produktion stammt. Insgesamt wurden knapp 7.000 Hektar aufgeforstet, aus denen mehr als eintausend Familien ein dauerhaftes Einkommen erzielen. Der Ansatz wird von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren nachgefragt und anderenorts angewendet.

Das Ziel der Regierung Madagaskars, die Fläche der Naturschutzgebiete auf sechs Millionen Hektar zu verdreifachen, bedarf eines neuen Gesetzes. Mithilfe der GIZ wurde dieses erarbeitet. Eine wesentliche Neuerung ist die Beteiligung der Bevölkerung und der Privatwirtschaft an Unterhalt und Bewirtschaftung von Schutzgebieten auf vertraglicher Grundlage.

Im Rahmen der internationalen Umweltkonventionen werden die Kapazitäten der madagassischen Akteure für eine wirkungsvollere Teilnahme an den internationalen Verhandlungen und der Umsetzung umweltrelevanter Konventionen im eigenen Land gestärkt.

Das Umweltministerium wird bei der Vorbereitung eines SWAp (sector wide approach) unterstützt, sodass es seine Eigenverantwortung für Politik-, und Strategieformulierung besser wahrnehmen kann.

Aufforstung von Energieholzwäldern in Eigenregie durch ansässige Bauernfamilien. © GTZ


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