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Herr Peter Witthaut
E-Mail: peter.witthaut@giz.de

Wiederherstellung und Stabilisierung der Lebensgrundlagen von Flüchtlingen und Ortsansässigen in der Region Uvira

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Wiederherstellung und Stabilisierung der Lebensgrundlagen von Flüchtlingen und Ortsansässigen in der Region Uvira, DR Kongo
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Demokratische Republik Kongo
Politischer Träger: Provinzregierung (Gouverneur) von Süd-Kivu
Gesamtlaufzeit: 2009 bis 2012

Ausgangssituation

DR Kongo. Vermehrungsflächen von Feldbohnen. © GIZ

Der Osten der Demokratischen Republik Kongo ist seit Jahrzehnten Austragungsort blutiger Auseinandersetzungen um Land, Ressourcen und Identität. In den Kriegen der seit 1996 wurde insbesondere die Zivilbevölkerung attackiert und dadurch die existierenden Differenzen und Vorurteile weiter verstärkt. Wenn die ökonomischen Wurzeln dieser Konflikte nicht beachtet und keine Alternativen zur Gewaltökonomie geschaffen werden, kann die Situation jederzeit wieder eskalieren.

In der Region (Territoire) Uvira stagniert die Wiederbelebung der Wirtschaftskreisläufe aufgrund der zerstörten Infrastruktur und des schwach ausgeprägten Dienstleistungssektors. Staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure sind schlecht ausgestattet und haben nur geringe Kenntnisse in den Bereichen Planung, Management und Konfliktbearbeitung. Die Gemeindestrukturen sind fragil und mit der Integration von ehemaligen Kämpfern und Vertriebenen völlig überfordert. Frauen sind zwar wichtige Akteure für die lokale Ökonomie und zur friedlichen Konfliktlösung, haben aber besonders unter der Verletzung ihrer Rechte und unter gewalttätigen Übergriffen zu leiden.

Durch soziopolitische Spannungen, mangelnde Basisinfrastruktur, unangepasste Anbaumethoden (inklusive Saatgutproduktion), sowie fehlende landwirtschaftliche Produktionsmitteln und Dienstleistungen in den vor- und nachgelagerten Produktionsbereichen, kommt es zu geringen Ernteerträgen. Diese wiederum sind Ursache der unzureichenden Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung und der geringen Wirtschaftsdynamik der Region Uvira.

Ziel

Die unterstützte Bevölkerung in der Region Uvira hat ihre Produktionsgrundlagen verbessert und soziale Gruppen auf Gemeindeebene friedlich integriert.

Vorgehensweise

DR Kongo. Instandsetzung eines Bewässerungskanals. © GIZ

Das Vorhaben setzt die drei Arbeitsbereiche (Nahrungssicherung, Infrastruktur und Konflikttransformation) integral um. Durch Rehabilitierung von Verwaltungsgebäuden sowie den Bau kommunaler Infrastruktur (Straßen, Brücken, Märkte etc.) werden die Maßnahmen zur Steigerung der Agrarproduktion verstärkt. Zusätzliches Einkommen und mehr Toleranz wirken wiederum positiv auf die lokalen Konfliktdynamiken.

Staatliche und zivilgesellschaftliche Partner werden im Sinne der Nachhaltigkeit durch Fortbildungen, Organisationsberatung und Ausstattung konsequent gefördert und an der Umsetzung aller Prozesse beteiligt.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Durch angepasste landwirtschaftliche Produktionsmethoden werden Versorgungs- und Nahrungsengpässe aufgefangen. In Zusammenarbeit mit allen Schlüsselakteuren des Saatgutsektors wurde eine partizipative Saatgutvermehrung initiiert, um mittelfristig 20.000 Haushalte mit Qualitätssaatgut zu versorgen und die private und dezentrale Vermehrung durch Bauern zu sichern. Durch die so gesteigerten Agrarerträge und damit verbundenen kommerziellen Aktivitäten wird das Haushaltseinkommen erhöht.

Sensibilisierte zivilgesellschaftliche und staatliche Strukturen fördern Dialog und Kooperation zwischen Rückkehrern und ansässiger Bevölkerung. Durch Restrukturierung und Ausbildung von 130 lokalen Konfliktkomitees können Interessenkonflikte effektiver gelöst werden. Dies ermöglicht eine friedvolle Wiedereingliederung von Rückkehrern und Ex-Kombattanten sowie bessere soziale Kohärenz zwischen allen gesellschaftlichen Gruppen.

DR Kongo. Teilnehmer eines Jugendfestivals aus Burundi, Ruanda und der DR Kongo. © GIZ


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