GIZ - Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit

GTZ ist jetzt die GIZ - Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
www.giz.de.

Suche 
Projekte > Kurzbeschreibungen > Privatsektorförderung in der Landwirtschaft

Ansprechpartner


Herr Reimund Hoffmann
E-Mail: reimund.hoffmann@giz.de

Privatsektorförderung in der Landwirtschaft

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Privatsektorförderung in der Landwirtschaft
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kenia
Politischer Träger: Ministerium für Landwirtschaft
Gesamtlaufzeit: Januar 2003 bis Dezember 2013

Ausgangssituation

Die Landwirtschaft ist der wichtigste Sektor der kenianischen Wirtschaft. Sie ist geprägt durch kleine und mittlere Farmen und Verarbeitungsbetriebe. Etwa Dreiviertel der Bevölkerung leben in ländlichen Regionen, für sie sind diese Betriebe der wichtigste Arbeitgeber. Zusammengenommen erwirtschaften die Farmen und die verarbeitende Agro-Industrie rund die Hälfte des kenianischen Bruttosozialprodukts, einen großen Teil davon durch Ausfuhren. Die wichtigsten Exportprodukte sind Tee, Gemüse, Schnittblumen und Kaffee.

Das jährliche Wachstum im landwirtschaftlichen Sektor ist inzwischen von vorher etwa zwei auf 6,7 Prozent gestiegen. Der Anteil der ländlichen Bevölkerung, die unterhalb der absoluten Armutsgrenze lebt, beträgt 49 Prozent. Das sind fünf Prozent weniger als noch im Jahr 2003. Trotz dieser positiven Entwicklung ist die Gesamtsituation für die Bevölkerung weiterhin alarmierend. Das Wachstum im landwirtschaftlichen Sektor könnte weitaus höher sein, doch den Bäuerinnen und Bauern fehlt es an Kenntnissen über Mechanismen und Möglichkeiten, die regionale und internationale Märkte bieten. Dazu kommt noch das hohe Bevölkerungswachstum, das den Druck auf die natürlichen Ressourcen erhöht. Die Folgen sind abnehmende Bodenfruchtbarkeit, fortschreitende Entwaldung, weil immer mehr Feuerholz gebraucht wird, und zunehmende Erosion. Die Nutzung ressourcenschonender Technologien in der Landwirtschaft ist weitgehend unbekannt, das Potenzial der vorhandenen erneuerbaren Energien wird bislang kaum genutzt.

Ziel

Im Agrarsektor sollen die Rahmenbedingungen verbessert und der private Sektor so gefördert werden, dass mehr Arbeitsplätze entstehen und die Einkommen kleiner und mittlerer Betriebe steigen, ebenso das ihrer Beschäftigten. Um dies zu erreichen, soll die landwirtschaftliche Produktion durch geeignete, ökologisch nachhaltige Anbau- und Verarbeitungsmethoden gesteigert und der Zugang zu den regionalen und internationalen Märkten verbessert werden.

Vorgehensweise

Gemeinsam mit KfW Entwicklungsbank und Deutschem Entwicklungsdienst (DED) setzt das Programm das kenianisch-deutsche Schwerpunktstrategiepapier „Privatsektorförderung in der Landwirtschaft“ um. Es leistet Politikberatung und unterstützt privatwirtschaftliche Akteure dabei, sich stärker an Politikformulierung und deren Umsetzung durch staatliche Institutionen zu beteiligen. Die Aktivitäten des Programms werden nach dem Wertschöpfungskettenansatz ausgestaltet: Der marktorientierte, ganzheitliche Entwicklungsansatz betrachtet alle Akteure, Waren- und Dienstleistungsströme einer Wertschöpfungskette. Schwachstellen, an denen Förderstrategien ansetzen können, werden so ersichtlich. Dienstleister und Interessenverbände sowie die Regierung und andere Institutionen werden kontinuierlich in Dialogprozesse eingebunden.

Des Weiteren fördert das Programm Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft (Public Private Partnerships – PPP), die zur Stärkung der Akteure entlang von Wertschöpfungsketten beitragen.

  • Seit 2006 arbeitet das Programm mit Kevian K Ltd., einer privaten Fruchtverarbeitungsfirma, zusammen, um die hohen Ernteverluste bei Mangos zu mindern. 
  • Eine Entwicklungspartnerschaft mit Unilever Tea Kenya Ltd. bekämpft HIV/Aids unter Anrainern, Teepflückern, auch anderer Firmen, und Teebauern im unmittelbaren Umfeld der Unilever-Teeproduktion.

Weitere öffentlich-private Partnerschaften des Programms:

  • Bayer East Africa Ltd.: Förderung von Qualität und Sicherheit bei Pflanzenschutzmitteln 
  • Genetics Technologies International Ltd. und Internationales Kartoffelforschungsinstitut: Kartoffelpflanzgutvermehrung 
  • Verband der Frischgemüseproduzenten und -exporteure: Verbesserung des Qualitätsstandards von Gemüse.

Das Programm zur Privatsektorförderung in der Landwirtschaft will die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten landwirtschaftlichen Beratungsdiensten vertiefen und Dienstleistungsangebote von Interessensverbänden der Produzenten und Verarbeiter verbessern.

Für eine verstärkte Anwendung umweltfreundlicher Technologien unterstützt das Programm die Nutzung von Biogas und brennholzsparenden Herden.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Die Beratung durch das PSDA hat dazu beigetragen, dass die kenianische Regierung und die anderen Geber die Umsetzung der landwirtschaftlichen Sektorstrategie mittragen. Dabei werden die kenianische Regierung und der Privatsektor durch Projekte unterstützt. Die Regierung steht inzwischen voll hinter der Reform des Agrarsektors, die Geberharmonisierung hat sich verbessert, das machte die Maßnahmen effizienter.

Kartoffeln, Mangos, Passionsfrüchte, Süßkartoffeln, Milchziegen, Rindfleisch, Geflügel und Fisch sind die Produkte, die für die Förderung mittels Wertschöpfungsketten ausgewählt wurden. Marktverbesserung und Beratung führten zu erheblichen Produktivitätssteigerungen bei gleichzeitiger Senkung der Produktions- und Transportkosten. Die begleitende Förderung von ländlichen Dienstleistern und privatwirtschaftlichen Zusammenschlüssen machte die Betriebe effizienter und wettbewerbsfähiger. So konnten beispielsweise die Kartoffelbauern ihre Einnahmen durch höhere Erträge und bessere Preise um bis zu 400 Prozent steigern.

Durch die Entwicklungspartnerschaft mit der Fruchtverarbeitungsfirma Kevian K Ltd. hat sich für 450 kleinbäuerliche Mangoproduzenten die Vermarktungssituation verbessert. Früher konnten sie während der Hochsaison nur 25 bis 40 Prozent ihrer Früchte verkaufen, heute sind es 60 Prozent. Die Zusammenarbeit mit Bayer East Africa Ltd. hat den Umgang der Händler mit Pflanzenschutzmitteln sicherer gemacht und mehr umweltfreundliche Produkte in die Verkaufsregale gebracht. Zusätzlich wurden die Händler betriebswirtschaftlich geschult. Der Bekämpfung von HIV/Aids widmet sich ein gemeinsames PPP-Projekt mit Unilever Tea Kenya. Inzwischen haben bereits 20 Betriebe entsprechende Aufklärungs- und Vorsorgemaßnahmen für ihre Arbeiterinnen und Arbeiter fest in ihr Unternehmen integriert.

Die Nutzung verbesserter Herde führte zu einem Rückgang des Holzeinschlags und damit auch zu einem Rückgang der Waldzerstörung und weniger Bodenerosion. Weil die neuen Herde deutlich weniger Rauch entwickeln, gingen die Atemwegserkrankungen der ländlichen Bevölkerung um 40 Prozent zurück. Innerhalb von zwei Jahren wurden 80 000 brennholzsparende Herde für Haushalte und 200 für Institutionen und Unternehmen produziert und verkauft. Das bedeutet eine Einsparung von rund 112 000 Tonnen Feuerholz oder gut 6000 Hektar Wald pro Jahr. Die starke Nachfrage bescherte den etwa 1000 Herdproduzenten und -installateuren Einkommenssteigerungen von bis zu 500 Prozent. Und statt wie früher auf dem Müll zu landen beziehungsweise ungeklärt in angrenzende Gewässer eingeleitet zu werden, werden heute Abfälle wie Tierexkremente oder Schlachthofrückstände und  abwässer in Biogasanlagen zu Gas und hochwertigem Dünger umgewandelt. Mit den bisher installierten 120 Anlagen werden pro Jahr 252 Tonnen Feuerholz eingespart.

Kenya. Kartoffelmarkt in Meru. © GIZ


GIZ-Weltweit

Ansprechpartner


Herr Reimund Hoffmann
E-Mail: reimund.hoffmann@giz.de
© © Copyright by GIZ. Alle Rechte vorbehalten.
Jobs und Karriere | Publikationen | Newsletter | Ausschreibungen | Presse | Kontakt | Sitemap | Login