GIZ - Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit

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GIZ Weltweit > Afrika südlich der Sahara > Ghana > Schwerpunkte > Landwirtschaft

Verbesserung der Wettbewerbskraft landwirtschaftlicher Produzenten

Ghanas landwirtschaftlicher Sektor spielt für Armutsminderung und Wirtschaftswachstum eine herausragende Rolle. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft. Eines der wesentlichen Ziele der ghanaischen Entwicklungsstrategie (Ghana Shared Growth and Development Agenda 2010–2013) ist es, Ghana bis 2015 in ein Land des Mittelstandes zu verwandeln. Die Landwirtschaft soll durch einen dynamischen und wettbewerbsfähigen Privatsektor modernisiert werden, um ein schnelleres Wirtschaftswachstum zu erreichen.

Der Beitrag der Agrarwirtschaft zur Sicherung von Ernährung, Einkommen und Beschäftigung und damit zur Minderung der Armut der ländlichen Bevölkerung bleibt zurzeit weit hinter seinem Potenzial zurück. Die geringe Produktivität ist dabei die größte Herausforderung für die Entwicklung des Sektors. Die Gründe dafür sind vielfältig: Produzenten haben nur schwer Zugang zu Finanzressourcen und modernen Technologien. Ihre Organisationsstruktur ist schwach. Unsichere Landnutzungsrechte verhindern längerfristige Investitionen. Wegen fehlender Technologie und Infrastruktur, besonders im ländlichen Raum, ist der Umfang der Veredlung von Primärprodukten gering und es treten hohe Nachernteverluste auf. Kleinbauern sind außerdem oft nicht in der Lage, ihre Produkte auf lokalen und anspruchsvollen internationalen Märkten zu vertreiben.

Die Sektorstrategie des Landwirtschaftsministeriums versucht, das Wachstum des Agrarsektors durch politische und institutionelle Reformen sowie ein umfassendes Investitionsprogramm anzukurbeln.

Die GIZ führt ein Programm zur Förderung marktorientierter Landwirtschaft durch. Effiziente Beratungsdienste und Zugang zu anderen Dienstleistungen sollen Bauern dabei unterstützen, ihre Produktionsmethoden zu verbessern, um Erträge und Einkommen zu steigern. Diese Förderung von Wertschöpfungsketten verknüpft die Intensivierung und Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion mit Maßnahmen zur Verbesserung von Verarbeitung und Vermarktung. Die Maßnahmen dienen auch der institutionellen Stärkung und Organisationsentwicklung staatlicher und privater Unterstützungsstrukturen. Die agrarpolitische Beratung konzentriert sich besonders auf die Formulierung und Umsetzung handelsrelevanter Qualitätsstandards.

Die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor spielt eine herausragende Rolle. Ghanas Agrobusiness-Sektor kann Kleinbauern die Anbindung an regionale und internationale Märkte erleichtern. Partnerschaften zwischen Agrobusinessfirmen und Kleinbauern in Form von Vertragsanbau (Outgrower Schemes) werden deshalb besonders unterstützt. Die KfW Entwicklungsbank unterstützt die Ausdehnung des Gummianbaus durch Vertragsanbau. Sie stellt einen Fond zur Förderung solcher Beziehungen in Wertschöpfungsketten bereit, der Kleinbauern den Anschluss an die Entwicklung ermöglicht.

In zwei von der Bill & Melinda Gates Foundation kofinanzierten Regionalprojekten werden Cashew- und Kakaoanbau gefördert.

  • Die Afrikanische Cashew-Initiative verbessert die Wettbewerbsfähigkeit der afrikanischen Cashewproduktion in Benin, Burkina Faso, Côte d‘Ivoire, Ghana und Mosambik. Zu den Aktivitäten gehören Schulungsangebote für Cashewfarmer zur Verbesserung ihrer Anbaumethoden sowie Aufbau und Förderung der lokalen Weiterverarbeitungsindustrie, Organisation der Bauern und deren Anbindung an den internationalen Markt.
  • Im Rahmen des Cocoa Livelihoods Program führt die GIZ eine Komponente zur nachhaltigen Kakaowirtschaft durch. 170.000 Kakaoproduzentinnen und -produzenten, 46.000 davon in Ghana, werden unternehmerisch ausgebildet. Privatunternehmen werden beim Aufbau von neuen Geschäftsdienstleistungen unterstützt. Ziele sind Einkommensdiversifizierung und nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt.

Im Kakaosektor gibt es außerdem zwei Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft (Public Private Partnership – PPP): Das Projekt iMPACT (Mars Partnership for African Cocoa Communities of Tomorrow) zur Einkommensverbesserung und Gesundheitsförderung der Kakaobauern sowie das Programm Certification Capacity Enhancement (CCE), das den nachhaltigen Kakaoanbau durch Einführung von Umwelt- und Sozialstandards fördert.


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