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Krisenprävention und Friedenssicherung im Südwesten der Côte d’Ivoire

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Krisenprävention und Friedenssicherung im Südwesten der Côte d’Ivoire
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Côte d’Ivoire
Politischer Träger: Ministerium für Nationale Aussöhnung
Gesamtlaufzeit: 2006 bis März 2009

Ausgangssituation

Cote d'Ivoire; Krisenprävention und Friedenssicherung: Tanzvorführung während einer Veranstaltung. © GTZ

Der Südwesten der Côte d’Ivoire war wiederholt Schauplatz gewaltsamer Auseinandersetzungen auf lokaler Ebene. Hauptursache dafür sind die über Jahrzehnte gewachsenen, komplexen Bodenbesitzverhältnisse. Bei der heutigen Landknappheit erhält die Konkurrenz um Landreserven zusätzlich eine ethnische Dimension, die in der Krisensituation politisch instrumentalisiert wurde. Dies hat die Lage weiter verschärft.

Jugendliche sind beim Zugang zu Land und bei der Teilnahme am wirtschaftlichen Leben benachteiligt. In ihrer ökonomischen Perspektivlosigkeit können sie durch vereinfachende, fremdenfeindliche Parolen leicht für radikale politische Positionen gewonnen werden.

Für den Interessensausgleich sozialer Gruppen wirkten in der Vergangenheit, und auch heute noch in zahlreichen Dörfern, traditionelle Entscheidungsstrukturen als effiziente Instrumente zur Konfliktregelung. Während der Krise haben sie jedoch an Autorität und Einfluss verloren. Gleichzeitig konnten sich die Instrumente der modernen Verwaltung nicht die nötige Verbindlichkeit verschaffen, um bei Konflikten aller Art erfolgreich zu vermitteln.

Ziel

Traditionelle und moderne Lösungssysteme für gesellschaftliche und wirtschaftliche Konflikte sind gestärkt. Lokale Strukturen der friedlichen Konfliktbearbeitung sind aufgebaut und werden von der Bevölkerung anerkannt und genutzt.

Vorgehensweise

Cote d'Ivoire; Krisenprävention und Friedenssicherung: Frauenfussballturnier. © GTZ

Für die Krisenprävention ist es notwendig, auf lokaler Ebene Lösungen für wirtschaftliche und soziale Probleme zu finden und die traditionellen Entscheidungssysteme darin einzubinden. Auf allen Verwaltungsebenen werden Komitees für Versöhnung und Frieden eingerichtet, in denen Repräsentanten der traditionellen und modernen Autoritäten sowie aller sozialen und kulturellen Gruppen vertreten sind. Die Komitees vermitteln, treffen Entscheidungen und sind für die Umsetzung von einkommensschaffenden Kleinprojekten verantwortlich.

Die wichtigsten Konfliktpotenziale Landknappheit und Mangel an Einkommensalternativen sollen entschärft werden. Hierzu werden alternative Handlungsoptionen für die beteiligten Konfliktparteien entwickelt. Besonders die Landjugend wird berücksichtigt. Möglichkeiten alternativen Landzugangs sowie einkommensschaffende landwirtschaftliche und außerlandwirtschaftliche Kleinprojekte sind hier von Bedeutung.

Das Projekt organisiert zudem kulturelle und sportliche Aktivitäten, die das friedliche Zusammenleben fördern und unterstützt lokale Radioanstalten und andere Kommunikationskanäle für die Öffentlichkeitsarbeit für Frieden und Entwicklung.

Außer der Jugend sind Frauen eine besondere Zielgruppe, die nicht nur ökonomisch durch Kleinvorhaben stärker integriert wird. Die Frauen spielen eine besondere Rolle als Garanten der Nahrungsmittelproduktion und als ausgleichender sozialer Faktor zwischen den verschiedenen Gemeinschaften.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Die Komitees für Frieden und Versöhnung wurden im Laufe des Jahres 2007 eingerichtet, geschult und ausgestattet und haben ihre Arbeit aufgenommen. Zahlreiche einkommensschaffende Kleinvorhaben wurden für die Finanzierung ausgewählt. Fußballturniere und kulturelle Veranstaltungen haben einen Beitrag zur Annäherung der ethnischen Gruppen und zum sozialen Zusammenhalt geleistet. Im Jahr 2009 wurde beschlossen, die Friedenskomitees in die ivorische Verantwortung zu übergeben und die Kleinvorhaben in das Programm ländliche Wirtschaftentwicklung einzugliedern, wo sie weiterbetreut werden. Das Vorhaben wurde im September 2009 abgeschlossen.

Cote d'Ivoire; Krisenprävention und Friedenssicherung: Versöhnungskommitee auf Dorfebene. © GTZ

Foto: Versöhnungskommitee auf Dorfebene. © GTZ

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