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Claudia Neuenburg, GIZ IS Eschborn
Tel.: +49 6196 79-2139
Fax: +49 6196 79-802193
E-Mail: claudia.neuenburg@giz.de

HIV/AIDS-Projekt an der Transportroute Abidjan – Lagos

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: HIV/AIDS-Projekt an der Transportroute Abidjan – Lagos
Auftraggeber: Weltbank
Finanzier: Weltbank
Land: Benin, Togo, Nigeria, Côte d’Ivoire, Ghana
Gesamtlaufzeit: Februar 2004 bis Juli 2007

Ausgangssituation

Internationale Studien belegen, dass sich HIV/AIDS entlang der Transportrouten des Personen- und Güterfernverkehrs besonders intensiv ausbreitet. Die hohe Mobilität der im Fernverkehr Tätigen begünstigt den häufigen Wechsel von Sexualpartnern – und damit die Ausbreitung von HIV/AIDS. Das Abidjan-Lagos-Korridor Projekt, in dem GTZ International Services seit Februar 2004 im Auftrag der Weltbank tätig ist, versucht als eines der ersten Projekte im westafrikanischen Raum über einen regionalen Ansatz die Verbreitung von HIV/AIDS deutlich einzudämmen.

Ziel

Ziel des Projekts ist es, der weiteren Ausbreitung von HIV/AIDS am Abidjan-Lagos-Transport-Korridor entgegenzuwirken – vor allem durch verbesserte Aufklärung und Prävention. Die Basisversorgung und der Zugang zu Beratung und Betreuung sollen sich insbesondere für gefährdete Personengruppen verbessern: Prostituierte, Arbeitnehmer im Transportsektor sowie die lokale Bevölkerung entlang des Korridors und an den staatlichen Grenzübergangseinrichtungen von Zoll und Polizei sind die Hauptzielgruppen der Maßnahmen.

Vorgehensweise

Das Abidjan-Lagos-Korridor Projekt ist länder- und sektorübergreifend konzipiert.

Die verschiedenen Ministerien in den Ländern entlang des Transportkorridors arbeiten eng mit Vertretern der Gesundheitseinrichtungen und Nichtregierungsorganisationen zusammen. Auf nationaler Ebene sind die Transport-, Gesundheits- und Finanzministerien aus den fünf Ländern beteiligt. Das Programm genießt einen hohen Bekanntheitsgrad und wird von der nationalen bis hin zur kommunalen Ebene engagiert vorangetrieben.

GTZ International Services stärkt sowohl die Leistungsfähigkeit des übergreifenden Managements als auch die Umsetzung auf lokaler Ebene: Die GTZ trägt die Verantwortung für den Aufbau eines Management-Informations-Systems (MIS), ist für die Einrichtung eines Buchhaltungssystems zuständig und baut ein Beschaffungssystem auf, das Jahrespläne und alle wichtigen Schritte des Beschaffungswesens abbilden kann. Darüber hinaus führt die GTZ ein System für Datenerhebung, Monitoring und Evaluation ein und entwickelt eine Strategie zur Bereitstellung von Daten auf zentraler und lokaler Ebene. In Zusammenarbeit mit den zuständigen Ministerien werden Anträge lokaler Organisationen beurteilt, finanzielle Mittel bereitgestellt und die Umsetzung konkreter Maßnahmen betreut – beispielsweise der Ausbau von Aufklärungszentren oder die Organisation kommunaler Informationsveranstaltungen. In allen genannten Komponenten werden die Mitarbeiter der Partner geschult und so in die Lage versetzt, selbst wesentliche Aufgaben zu übernehmen.

In dem Projekt wird großer Wert darauf gelegt, dass die betroffenen Bevölkerungsgruppen nachhaltig in ihrem sozialen und gesundheitlichen Wohlbefinden unterstützt und in den gesamten Projektprozess miteinbezogen werden: Zusammen mit der Bevölkerung wurden zu Projektbeginn vor allem in Grenzregionen Komitees für den Kampf gegen HIV/AIDS gebildet, denen Vertreter aller betroffenen Gruppen angehören. Darüber hinaus arbeiten alle Zielgruppen aktiv in einem länderübergreifenden Beratungskomitee mit. Insgesamt ist somit sichergestellt, dass alle Beteiligten direkt oder indirekt in die Vorgehensweise miteinbezogen sind.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Maßgeblich verbessert hat sich bereits der Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen: In jeder Grenzstadt wurden HIV/AIDS-Testzentren eingerichtet, die zunehmend von der Bevölkerung genutzt werden und denen auch wachsendes Vertrauen und Akzeptanz entgegengebracht wird. So haben sich in den insgesamt elf Testzentren bis Februar 2006 rund 16.000 Menschen auf HIV/AIDS testen lassen. Darüber hinaus werden die Gesundheitseinrichtungen in den Grenzorten mit Medikamenten gegen Sexualkrankheiten versorgt.

Die Arbeit von GTZ International Services hat auf allen politischen Ebenen dazu beigetragen, dass das Thema „HIV/AIDS im Transportsektor“ aktiv und engagiert verfolgt wird. Es wird erwartet, dass das Projekt zu einer Eindämmung der Verbreitung von HIV/AIDS beitragen wird und es zu einer Entschärfung der negativen sozialen und ökonomischen Auswirkungen auf die Menschen in der gesamten Region führen wird.


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