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Herr Jochen Rudolph
E-Mail: jochen.rudolph@giz.de

Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Sektorprogramm Wasser- und Sanitärversorgung (PROSECEAU) in Burundi
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Burundi
Politischer Träger: Ministère de l’Eau, de l’Environnement, de l’Aménagement du Territoire et de l’Urbanisme (MEEATU); Ministère de l’Energie et des Mines (MEM)
Gesamtlaufzeit: 2006 bis 2015

Ausgangssituation

Mit Ausbruch des Bürgerkrieges (1993) verschlechterte sich die Wasser- und Sanitärversorgung der Bevölkerung Burundis erheblich. Auch 2010 hat ein großer Teil der Bevölkerung keinen Zugang zu unbedenklichem Trinkwasser und zu hygienischen Sanitäreinrichtungen. Nachhaltige Verbesserungen der Wasser- und Sanitärversorgung werden durch unzureichende Rahmenbedingungen im Wassersektor und ungenügendes Wasserressourcenmanagement verhindert.

Das Programm unterstützt die von der burundischen Regierung eingeleiteten Reformen im Wassersektor, um die institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu verbessern. Ein Dezentralisierungsprozess stärkt kommunale und regionale Kompetenzen und verbessert so die Versorgungssicherheit der armen Bevölkerung.

Ziel

Die Wasser- und Sanitärversorgung der Bevölkerung ist mit der Einführung eines integrierten Wasserressourcenmanagements und eines dezentralen, professionellen sowie dienstleistungsorientierten und kostendeckenden Betriebs, einschließlich Rücklagenbildung, nachhaltig verbessert.

Vorgehensweise

GIZ (früher GTZ und DED) und KfW Entwicklungsbank arbeiten auf unterschiedlichen administrativen Ebenen, das heißt mit Ministerien, Provinzverwaltungen, Kommunen und Betreibern. Investitionen, Beratung, Studien, Begleitmaßnahmen, Fortbildungsmaßnahmen und andere Interventionen verstärken sich gegenseitig, um die bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser zu unterstützen. Deutschland ist derzeit der größte Geber im Wassersektor Burundis und koordiniert die anderen Geber maßgeblich.

Hauptaufgaben des Programms:

  • Unterstützung des Wasserministeriums und der beteiligten Institutionen bei der Gestaltung und Umsetzung der Sektorreform
    Wasserpolitik sowie gesetzliche und institutionelle Rahmenbedingungen werden überarbeitet. Die Sektorreform strebt die Dezentralisierung des Wassersektors sowie eine Institutionen- und Tarifreform an. Die Träger werden durch Organisationsentwicklung, Veränderungs- und Wissensmanagement unterstützt.
  • Verbesserung der strategischen Sektorplanung
    Die Partner werden bei der Sektorkoordinierung und der landesweiten Bestandsaufnahme aller Wasser- und Sanitäreinrichtungen unterstützt. Beraten werden die Partner bei der Entwicklung und Einführung geeigneter Methoden und Instrumente zum Datenmanagement, beim Aufbau einer nationalen Wasserdatenbank und bei der Entwicklung einer mittel- und langfristigen nationalen Investmentplanung für den ländlichen und städtischen Bereich.
  • Stärkung der Managementkompetenzen in der städtischen Wasserversorgung und -entsorgung
    Die Entwicklung einer professionellen und wirtschaftlich nachhaltigen städtischen Wasser- und Sanitärversorgung wird durch den Aufbau von Kompetenzen und Leistungsfähigkeit (Capacity Development) in den beteiligten Institutionen unterstützt.
  • Strukturaufbau in der kleinstädtischen und ländlichen Wasser- und Sanitärversorgung
    Die Managementfähigkeiten kommunaler Wasserkomitees werden gefördert: durch Unterstützung beim technischen und kaufmännischen Betrieb der Anlagen, Professionalisierung von kleinstädtischen Wasserversorgungsanlagen durch Einführung eines nationalen Betreibersystems sowie durch Unterstützung bei Monitoring und Supervision.
  • Verbesserung des institutionellen und rechtlichen Rahmens für integriertes Wasserressourcenmanagement (IWRM)
    Um den institutionellen und rechtlichen Rahmen für integriertes Wasserressourcenmanagement (IWRM) zu verbessern, werden fundierte Informationen über die Verfügbarkeit von Wasserressourcen zur Verfügung gestellt. Die Umsetzung des burundischen IWRM-Aktionsplans wird unterstützt und das Wasserministerium beim Aufbau einer Generaldirektion Wasser beraten.
  • HIV/Aids-Bekämpfung im Wassersektor
    In den beiden Pilotprovinzen Rutana und Ruyigi werden Prävention und Betreuung durch Beratungsmaßnahmen verbessert. Die Materialien zur Sensibilisierung der Bevölkerung werden standardisiert sowie Trainer und Multiplikatoren ausgebildet. In den Partnerinstitutionen des Programms wurde eine Situationsanalyse zu Thematisierung und Umgang mit HIV/Aids durchgeführt. Auf dieser Grundlage werden Verbesserungsmaßnahmen zum HIV/Aids-Mainstreaming im Wassersektor ermittelt und geplant.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Seit Anfang 2009 liegt die Verantwortung für Reform und Koordination des Wassersektors in einem Ministerium. Gleichzeitig wurde das Wasserressourcenmanagement von den Serviceleistungen der Wasserversorgung getrennt. Das Wasserministerium hat die zügige und zielgerichtete Abstimmung der Wasserpolitik vorangetrieben, die der Ministerrat im Dezember 2009 verabschiedete. Die Wasserpolitik definiert die strategischen Achsen der Sektorreform und gibt die Orientierung für den Reformprozess vor.

Im März 2010 fand eine erste Begutachtung als wesentliches Element der Sektorkoordinierung im Sinne der Pariser Erklärung über die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit (2005) statt.

Eine nationale Wasser- und Sanitärdatenbank gibt einen Überblick über die bestehende Wasserversorgung und -entsorgung und dient nun als Grundlage für das nationale Monitoring, die Erstellung der Sektorinvestitionsplanung sowie für die kommunale Entwicklungsplanung.


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