Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
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Stärkung von Menschenrechten und sexueller GesundheitProgrammkurzbeschreibung
Bezeichnung: Menschenrechte / Sexuelle Gesundheit, Burkina Faso
Ausgangssituation
Schnelles Bevölkerungswachstum, Jugendarbeitslosigkeit, Arbeitsemigration von Kindern und Kinderhandel sowie nicht zuletzt die HIV/AIDS-Epidemie sind Grundprobleme der Entwicklung Burkina Fasos. Besonders benachteiligt sind Frauen und Jugendliche, die an politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen unzureichend beteiligt sind und häufig Diskriminierung und Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind. Die in der Verfassung festgeschriebene Gleichberechtigung der Geschlechter sowie die Gesetzgebung zum Schutz von Frauen, Jugendlichen und Kindern sind in der gesellschaftlichen Realität noch weit von der Durchsetzung entfernt. Die ökonomischen Möglichkeiten von Frauen, insbesondere der Zugang zu Land, sind vor allem in ländlichen Regionen begrenzt. Weibliche Genitalverstümmelung, Zwangsheirat und häusliche Gewalt sind weit verbreitet. Die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung geht nur langsam zurück, obwohl sie seit 15 Jahren verboten ist. 2003 waren mehr als drei Viertel der Frauen über 15 Jahren beschnitten. Mit 18 Jahren sind nahezu die Hälfte der jungen Frauen Mütter. Diese frühen Schwangerschaften sind selten gewollt. Sie sind das Ergebnis von Zwangs- und Kinderheirat, sexueller Gewalt oder schlicht von fehlender Information. Entsprechend hoch ist die Zahl der heimlichen, weil illegalen, Abtreibungen. Die HIV/AIDS-Pandemie hat in der in Traditionen wurzelnden Benachteiligung der Frauen und Mädchen einen günstigen Nährboden gefunden: Junge Frauen zwischen 20 und 24 Jahren waren 2003 dreimal häufiger mit HIV infiziert als ihre männlichen Altersgenossen. Nur rund 16 Prozent der Frauen über 15 Jahren, etwa 7 Prozent auf dem Land, können lesen und schreiben (2006). Fünf Prozent der Kinder im Alter von 6 bis15 Jahren leben als Arbeitsemigranten getrennt von den Eltern. Allein in Côte d‘Ivoire gehen mehr als 60.000 burkinische Kinder unter 15 Jahren, mehrheitlich Jungen, einer einkommenschaffenden Tätigkeit nach. Die Zahl der Kinder, mehrheitlich Mädchen, die in urbanen Zentren „vermittelt wurden“, wird auf 80.000 geschätzt. Die Mädchen werden oft nicht nur ökonomisch, sondern auch sexuell ausgebeutet. ZielFrauen, Männer und Jugendliche kennen ihre Rechte und Möglichkeiten und können sie selbstbewusst einfordern und wahrnehmen: für sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie HIV/AIDS-Prävention, zum Schutz vor Diskriminierung, menschenrechtsverletzenden Praktiken wie weiblicher Genitalverstümmelung sowie vor den schlimmsten Formen der Kinderarbeit und vor Kinderhandel. Vorgehensweise
Das Programm berät und unterstützt Ministerien und staatliche Dienste, Organisationen der Zivilgesellschaft, beispielsweise dörfliche Frauenvereinigungen, sowie die Betroffenen selbst. Zentrale Themen sind:
Viel Gewicht wird auf die Aufklärung der Bevölkerung mit zielgruppenspezifischen Kommunikationsformen gelegt: Theatergruppen oder Filmvorführungen mit anschließenden Diskussionen in den Dörfern und audiovisuelle Medien in den jeweiligen lokalen Sprachen. Vereinigungen, die sich für die Projektthemen engagieren, werden gefördert. Alle Aktivitäten werden kontinuierlich begleitet und ausgewertet, um ihre Wirkung zu überprüfen und sie gegebenenfalls anzupassen. Vom Programm entwickelte und erprobte innovative Vorgehensweisen finden für größere Verbreitung Eingang in die staatlichen Aktionsprogramme. Gemeinsam mit den Partnerministerien wurden Unterrichtsmodule gegen Beschneidung für Grundschulen und weiterführende Schulen entwickelt und erprobt. Die Module werden von den beiden Bildungsministerien in die Lehrerausbildung aufgenommen. Die Integration in die nationalen Curricula wird vorbereitet. Staatliche und kommunale Dienste nutzen die Leistungen des Programms und verbessern damit die Qualität ihrer Dienstleistungen. Der Handlungsspielraum für Nichtregierungsorganisationen (NRO) und dörfliche Vereine vergrößert sich. Die gestiegene Qualität des Angebots erhöht die Nachfrage. Die Arbeit des Programms mit Frauen, Männern und Jugendlichen trägt zur quantitativen und qualitativen Veränderung der Nachfrage bei. Die Menschen treten den staatlichen Diensten besser informiert und selbstbewusster gegenüber und fordern Qualität ein. Neue Dienstleister entstehen auf Gemeindeebene, die mit den vorhandenen in einen produktiven Wettbewerb treten können. Wirkung – Was bisher erreicht wurdeDurch die Unterstützung und Beratung des Programms werden besonders Frauen gestärkt:
Durch diese Verhaltensänderungen werden die gesellschaftliche Stellung der Frauen und ihr Selbstbewusstsein gestärkt. Auch die dörflichen Gemeinschaften, die Einrichtungen der Zivilgesellschaft sowie die staatlichen Strukturen und Dienste gewinnen durch die Stärkung der gesellschaftlichen Stellung von Frauen und Jugendlichen an sozialer Kompetenz und Veränderungsbereitschaft. Weitere messbare Wirkungen des Programms für Menschenrechte und sexuelle Gesundheit:
Weiterführende Informationen
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