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Herr Esayas Abebe
E-Mail: esayas.abebe@giz.de

Wohnungsbau mit Einfachtechnologien

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung des Wohnungsbaus mit Einfachtechnologien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Finanzier: Stadtverwaltung von Addis Abeba (für den Bauauftrag an den Geschäftsbereich GTZ International Services)
Land: Äthiopien
Politischer Träger: Ministry of Federal Affairs (für das gemeinnützige GTZ-Projekt)
Gesamtlaufzeit: 1999 bis 2009

Ausgangssituation

View from a balcony of the completed Asco site: common facilities, other condominums and courtyard. Photo: Michael Tsegaye

In äthiopischen Städten herrscht extreme Wohnungsnot. Spontansiedlungen am Stadtrand und innerstädtische Armutssiedlungen sind die Folge. Dort ist die Bodennutzung rechtlich nicht abgesichert und es herrscht drangvolle Enge. Eine Infrastruktur ist kaum vorhanden.

Allein in Addis Abeba fehlen bis zu 500.000 Wohnungen. Ein jährliches Bevölkerungswachstum von sechs bis acht Prozent verschärft diese Situation zusätzlich. Bis zu 85 Prozent der Unterkünfte weisen schwer wiegende Mängel auf. Daher hat die äthiopische Regierung beschlossen, den Wohnungsbau zu forcieren. Politische Priorität hat derzeit das Wohnungsbauprogramm der Stadtverwaltung von Addis Abeba.

Ziel

Ziel ist es, die Wohnungsnot in Äthiopien zu verringern. Vor allem für untere Einkommensschichten soll Wohnraum in Siedlungen mit Infrastruktur erschwinglich werden.

Vorgehensweise

Die so genannte Low-Cost-Housing-Technologie (LCH) hat die GTZ erstmals in der Provinz Tigray und inzwischen auch in weiteren Regionalhauptstädten Äthiopiens eingesetzt. Seit September 2003 berät das Projekt vor allem die Stadtverwaltung von Addis Abeba bei der Umsetzung und Planung des „Addis Ababa Grand Housing Program“, einem Aktionsprogramm zum Bau von Wohnraum. Gebaut wird auf Basis der LCH Contruction-Technologie mit vorgefertigten Bauteilen. Wer in die Apartementgebäude einziehen will, wird Eigentümer und zahlt rund 30 Prozent der Baukosten an. Der Rest wird über Baukredite mit einer Laufzeit von 15 Jahren finanziert, deren Vorfinanzierung die Stadtverwaltung übernimmt. In den sozial durchmischten und infrastrukturell erschlossenen Siedlungen mit kommunalen Einrichtungen sollen die Bewohner Eigenverantwortung für den Erhalt ihrer Häuser übernehmen. Bis Ende 2005 werden bereits 35.000 Familien eigene Wohnungen besitzen.

Der Wohnungsbau schafft darüber hinaus Arbeitsplätze für Zehntausende zumeist jugendlicher Arbeitsloser und fördert kleine und mittlere Betriebe der Bauwirtschaft. Unterstützt wird zudem die Weiterbildung von Baupersonal. GTZ Inernational Services hat hierzu ein Capacity Building- Programm entwickelt, welches baubegleitend die Ausbildung der Arbeitskräfte durch praktisches Training unterstützt.

Um eine geordnete Stadtentwicklung unter Federführung der Kommunen zu ermöglichen, hat das Projekt städtisches Planungsrecht sowie eine Baurechtsverordnung mit erarbeitet. Beide liegen dem Parlament derzeit zur Verabschiedung vor.

Nach den ersten erfolgreichen GTZ-Pilotprojekten zu Low Cost Housing beauftragte die Stadtverwaltung den Geschäftsbereich GTZ International Service (IS) 2004 mit dem Bau von jährlich mindestens 10.000 Wohneinheiten. GTZ IS ist zuständig für Geschäfte mit anderen Auftraggebern als der Bundesregierung und wickelt nun diesen Großauftrag in Höhe von rund 60 Millionen Euro technisch und finanziell ab.

Die äthiopische Regierung hat beschlossen, die Low-Cost-Housing-Technologie der GTZ zukünftig bei allen mit öffentlichen Geldern finanzierten Gebäuden einzusetzen.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Sieben Mustersiedlungen mit insgesamt 800 Wohneinheiten wurden über den Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) in verschiedenen äthiopischen Regionalhauptstädten mit Low-Cost-Housing-Technologie gebaut. Die Bauweise ermöglicht eine Senkung bisheriger Baupreise um bis zu 50 Prozent auf 75 bis 88 Euro pro Quadratmeter – abhängig von Standort, Bodenbeschaffenheit, Erdbebengefahr und Haustyp. Bei verbesserter Bauqualität und reduzierter Bauzeit sind Wohnungen damit zum ersten Mal auch für untere Einkommensgruppen finanzierbar.

Nach der Beauftragung von GTZ IS sind in Addis Abeba bis Ende 2004 bereits 1500 Familien mit insgesamt 7500 Personen Wohnungseigentümer geworden. Im März 2005 waren im Rahmen des Wohnungsbauprogramms 50.000 Bauarbeiter mit einem monatlichen Gesamteinkommen von 1,2 Millionen Euro beschäftigt.

Derzeit sind mehr als 8000 Apartments an 19 Baustellen in der äthiopischen Hauptstadt im Bau oder bereits fertig gestellt.

Projektmaterialien zum Download


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